Login
Analyse

Silomaisernte um ein Viertel größer, niedrige Preise

von , am
08.10.2014

Der Ernte von Silomais erreicht in Deutschland im Jahr 2014 eine neue Rekordmarke. Die Silomaispreise dürften (wie die Körnermaispreise) dieses Jahr indessen deutlich niedriger sein als im letzten Jahr.

Obwohl die Anbaufläche nahezu gleich war, fällt die Silomaisernte 2015 um 14 Prozent kleiner aus als 2014. © Mühlhausen/landpixel

Der Ernte von Silomais erreicht in Deutschland im Jahr 2014 eine neue Rekordmarke. Das liegt zum einen an einer Ausweitung der Anbaufläche auf einen neuen Rekordwert. Vor allem aber an den sehr hohen Erträgen. Nach den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes ist die Erntemenge bei Silomais in Deutschland mit 98,6 Mio. t mehr als ein Viertel bzw. gut 20 Mio. t größer als im letzten Jahr (78,2 Mio. t). Während die Anbaufläche um etwa 5 Prozent auf knapp 2,1 Mio. ha zugenommen hat ( Vj. 2,0 Mio. ha), sind die Erträge um rund 21 Prozent auf 471 dt gestiegen. Im Vorjahr lagen die Durchschnittserträge bei 390 dt/ha. Der langjährige Ertragsdurchschnitt von 437 dt/ha wird ebenfalls um knapp 8 Prozent übertroffen. Insgesamt ist die aktuelle Erntemenge die bislang größte Silomaisernte in Deutschland. Die Silomaispreise dürften (wie die Körnermaispreise) dieses Jahr indessen deutlich niedriger sein als im letzten Jahr.
 
Kräftiger Produktionssprung in Bayern und Niedersachsen
Die beiden größten deutschen Silomaisproduzenten sind Niedersachsen und Bayern. Beide Bundesländer verfügen auch über die größten Tierbestände sowie über die höchste Zahl an Biogasanlagen. Dieses Jahr ist die Silomaiserzeugung in beiden Ländern ertragsbedingt deutlich gestiegen. In Niedersachsen wuchs die Silomaisproduktion im Jahr 2014 um 24 % bzw. 4,9 Mio. t auf 26,0 Mio. t. In Bayern nahm die erzeugte Menge Silomais sogar um 45 % bzw. 7,1 Mio. t auf 22,6 Mio. t zu. Zusammen ernten beide Länder etwa die Hälfte (49 %) des deutschen Silomais. Gegengenüber dem Vorjahr wurde die Anbaufläche ganz besonders in Bayern ausgeweitet und liegt jetzt bei 0,53 Mio. ha (Vj. 0,4) und in Niedersachsen bei 0,52 Mio. ha (Vj. 0,51). Die Erträge liegen vor allem in Bayern (528 dt/ha) und in etwas geringerem Umfang in Niedersachsen (497 dt/ha) sehr deutlich über den Vorjahresergebnissen von 399 dt/ha (BY) bzw. 415 dt/ha (NS).
 
Deutlich mehr Silomais in NRW, relativ stabile Ernte in SH
Die Nummer drei unter den den deutschen Silomaisproduzenten ist Nordrhein-Westfalen. Im Vergleich zu Bayern und Niedersachen war der Produktionszuwachs in NRW etwas geringer. Hier wurde die Anbaufläche sogar leicht eingeschränkt, während die Erträge um 16 Prozent auf 519 dt/ha anstiegen (Vj. 446). Nach Bayern und Hessen erreichten die Landwirte in NRW damit die dritthöchsten Durchschnittserträge unter allen Bundesländern. Insgesamt fällt die Erntemenge in NRW um gut 12 Prozent größer aus und liegt bei etwa 9,1 Mio. t nach knapp 8,1 Mio. t im Jahr 2013. Auf Rang vier unter den deutschen Silomaisproduzenten kommt Schleswig-Holstein. Hier nahm die Produktion jedoch um 5 % auf 7,3 Mio. t vergleichsweise moderat zu. Dabei ging die Anbaufläche leicht zurück, während die Erträge um 8 % auf 419 dt (Vj. 388) zunahmen.
 
Baden-Württemberg und Brandenburg ernten mehr als 6 Mio. t
Eine Erntemenge von mehr als 6 Mio. t Silomais haben neben den vier deutschen TOP-Produzenten nur noch Baden-Württemberg und Brandenburg erreicht. In Baden-Württemberg nahm die Anbaufläche um rund 6 Prozent zu, während die Erträge mit rund 489 dt/ha rund 62 dt höher sind als im Vorjahr und eine Ernte von 6,1 Mio. t (Vj. 5,2 Mio.) erlaubten. Knapp über die Marke von 6 Mio. t kam auch die Silomaisproduktion in Brandenburg, mit einer Erntemenge von 6,03 Mio. t, nach 5,0 Mio. t im letzten Jahr. Das ist ein Produktionsanstieg von 20 % gegenüber 2013 und sowohl auf die mit 342 dt/ha (Vj. 307 dt) deutlich höheren Erträge zurückzuführen als auch auf die Ausweitung der Anbaufläche um etwa 7 %. Deutlich über der Marke von 5 Mio. t ist 2014 auch die Silomaisernte in Mecklenburg-Vorpommern gestiegen. Hier ernteten die Landwirte auf Grund von Anbauausweitungen und höherer Erträge (392 dt/ha) rund 5,76 Mio. t Silomais, anstelle der 4,8 Mio. t im letzten Jahr. Das ist immerhin ein Produktionsanstieg von etwa 20 %.
 
Preisfindung bei Silomais ist nicht einfach
Für Silomais gibt es keinen ausgeprägten überregionalen Markt und deshalb auch keine Richtpreise wie etwa bei Körnermais. Die Preisfindung erfolgt also vor dem Hintergrund der Marktlage (Angebot und Nachfrage) und der Preiseentwicklung bei Futtergetreide. Wegen der deutlich höheren Erträge dürften die Produktionskosten dieses Jahr allerdings niedriger sein als 2013. Ausschlaggebend ist jedoch die Entwicklung der Preise für Futtergetreide und damit auch die möglichen Alternativen für die Tierhalter (und Biogasanlagen). In diesem Jahr ist das Angebot an Silomais, speziell in den Regionen mit starker Viehhaltung und vielen Biogasanlagen (Bayern und Niedersachsen) erheblich größer als 2013. Gleichzeitig ist auch das Angebot an Futtergetreide (Weizen, Gerste) sowie an Körnermais groß und die Preise sind sehr niedrig. Auch die Verfügbarkeit von Roggen für Biogasanlagen ist relativ komfortabel.
 
Silomaispreise (kalkulatorisch) deutlich niedriger als 2013
Für Körnermais wurden Anfang Oktober in Südwestdeutschland (Mannheim) im Großhandel Preise zwischen 135 Euro/t und 140 Euro/t geboten. Am Terminmarkt lagen die Maispreise für den November bei etwa 143 Euro. Im letzten Jahr bewegten sich die Maispreise zu diesem Termin bei rund 180 Euro und waren damit 37 Euro oder 20 Prozent höher. Derzeit liegt der durchschnittliche Erzeugerpreis bei Körnermais zwischen 120 Euro bis 125 Euro. Bei einem Silomaisertrag von 450 dt/ha bis 500 dt/ha und einem Trockensubstanzgehalt von 40 Prozent ergibt sich daraus ein kalkulatorischer Silomaispreis (Maispreisrechner der LWK NS) von etwa 11,5 Euro/t bis knapp 13,0 Euro/t. Steigt der Erzeugerpreis für Körnermais auf 140 Euro, errechnet sich daraus ein Silomaispreis von 16,2 bis 18,0 Euro/t. Im letzten Jahr (2013) haben die Silomaispreise kalkulatorisch deutlich über 20 Euro/t gelegen.
 
Dr. Olaf Zinke // redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant