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Analyse

Südamerika drückt auf die Maispreise

von , am
04.05.2015

Die internationalen Maispreise geben unter dem wachsenden Angebots- und Preisdruck der laufenden südamerikanischen Ernte nach.

© landpixel
 
Die internationalen Maispreise geben unter dem wachsenden Angebots- und Preisdruck der laufenden südamerikanischen Ernte weiter nach. Zudem erwartet man in den USA am heutigen Montag Abend einen sehr kräftigen Schub bei dortigen Maisaussaat und damit weiteren Druck auf die Maispreise. Vom größten europäischen Maisproduzenten und Exporteur Frankreich meldete man am kurz vor dem Monatswechsel, dass die Maisaussaat dort zu 75 % abgeschlossen ist, im Vergleich zu nur 57 % in der Vorwoche und 70 % vor einem Jahr. Die Ernteerwartungen für unsere französischen Nachbarn lagen zuletzt allerdings nur zwischen 15,9 Mio. t (Strategie Grains) und 16,3 Mio. t (EU-Kommission) und damit deutlich niedriger als im vorigen Jahr mit 18,2 Mio. t.
 
Bärische Daten aus Südamerika, Schub bei US-Aussaat
In Argentinien war die Maisernte am Ende der letzten Woche zu etwa 28 % eingebracht (Vw: 26 %). Die Getreidebörse in Buenos Aires schätzte die erwartete Erntemenge letzte Woche von 23,0 Mio. t auf 25,0 Mio. t nach oben (Vj. 26,0 Mio. t). Die argentinische Getreidebörse in Rosaria erwartet eine Maisernte von 25,7 Mio. t. Aus Brasilien melden die Analysten von Safras & Mercado, dass die Ernte von Sommermais zu 80 % abgeschlossen ist. Die erwartete Erntemenge bei Wintermais (Safrina) hat Safras & Mercado auf 52,8 Mio. t (Vj: 48,4 Mio. t) nach oben geschätzt. Die erwarteten Erntemenge der nahezu abgeschlossenen Sommermais-Ernte liegt bei etwa 30,3 Mio. t (Vj 31,6 Mio. t). In der Ukraine waren letzte Woche 1,9 Mio. ha Mais gesät und damit 43 % der erwartete Aussaatfläche von 4,4 Mio. ha. In Russland waren bis Ende der letzten Woche 1,1 Mio. ja Mais gepflanzt und damit rund 39 % der geplanten Fläche von 2,8 Mio. ha. In den USA war die Maisaussaat in der vorigen Woche zu 19 % erfolgt, im Vergleich zu 17 % im Vorjahr und zu 25 % im langjährigen Mittel.
 
Maispreise zum Wochenbeginn im Minus
Am Montag Mittag notiert der Mais (Juni) am europäischen Terminmarkt 1,25 Euro niedriger bei 155,75 Euro. Gleichzeitig kostet die neue Ernte noch 162,50 Euro und damit 1,75 Euro weniger. Am letzten Handelstag im April (30.04) haben die Maispreise am europäischen Terminmarkt ebenfalls nachgegeben. Der Junikontrakt beendete den Handel mit 157,0 Euro/t und damit 0,75 Euro bzw. 0,5 % niedriger als am Vortag (157,75 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (160,75 Euro) sind die Preise an der MATIF um rund 2,3 % bzw. 3,75 Euro zurückgegangen. Der Augusttermin notierte am letzten Handelstag im April (30.04) bei 164,0 Euro und damit 0,50 Euro niedriger als am Vortag (164,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 164,25 Euro und damit 0,50 Euro weniger als am Vortag (164,75 Euro) sowie 7,25 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (196,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 46,75 Euro niedriger..
 
Maispreise am Kassamarkt schwächer bis behauptet
Am europäischen Kassamarkt haben die Maispreise in der letzten Woche nachgegeben (Frankreich) oder sich knapp behauptet (Deutschland). Beim größten europäischen Maisproduzenten und Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die Preismeldungen am heutigen Montag (04.Mai) nur noch bei 147 Euro und damit 5 Euro niedriger als eine Woche zuvor (152 Euro). Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) Mitte der letzten Woche noch unverändert mit 150 Euro (Vw: 150 Euro). Aus Baden-Württemberg vom Großmarkt in Stuttgart meldete Mitte letzter Woche ab Station Maispreise von 153 bis 155 Euro (Vw: 154 bis 156 Euro/t). Franko-Niederrhein lagen die Preismeldungen am Ende der vorigen Woche weiterhin bei 170 Euro (Vw: 170 Euro). Franko Südholland notierte man am Ende der Vorwoche ebenfalls unveränderte Maispreise von 175 Euro (Vw: 175 Euro).
 
Exportpreise in den USA und in Südamerika bröckeln
Die Preisforderungen für Exportmais haben in der letzten Woche sowohl an den Exporthäfen der USA als auch an den südamerikanischen Exporthäfen(fob) moderat nachgegeben. Kurz vor dem Monatswechsel (30.04) lagen die Exportpreise für US-Mais am US-Golf (fob) für die Verladung im Mai bei 177 USD/t (Vw: 178 USD/t) und für den Zeitraum Juni bis Juli bei 173 USD/t (Vw: 174 USD/t) und damit nur 1 USD/t niedriger als vor einer Woche. Südamerikanischer Mais kostet an den dortigen Exporthäfen für den Mai 165 USD/t (Vw: 167 USD/t) und für den Juni 163 USD (Vw: 165 USD/t) und damit 2 USD weniger als vor einer Woche sowie 12 USD bis 10 USD weniger als der entsprechende US-Mais.
 
Europäische Maisimporten bei knapp 8 Mio. t
Die EU-Länder haben in diesem Wirtschaftsjahr bis zum 28. April rund 7,78 Mio. t Mais in Drittländern gekauft. In der letzten Woche lag die Importmenge bei 114.000 t. Insgesamt ist die Importmenge 4,2 Mio. t kleiner als im Rekordjahr 2014 zu diesem Termin (11,96 Mio. t). Deutsche Importeure haben in diesem Wirtschaftsjahr insgesamt schon 1,03 Mio. t Mais in Drittländern geordert und liegen damit nach Spanien und deutlich vor Italien auf Rang zwei der europäischen Importeure. Exportiert haben die EU-Länder bislang 2,75 Mio. t Mais und damit trotz der sehr großen Ernte nicht viel mehr als im letzten Jahr mit 2,37 Mio. t. Deutschland verkaufte bislang 234.426 t Mais in Drittländer und damit mehr als Frankreich mit 214.613 t. Größter europäischer Drittlandsexporteur ist Rumänien mit 1,12 Mio. t.
 
US-Maisexporte noch einmal sehr hoch
Die US-Maisexporte für das laufende Wirtschaftsjahr waren in der letzten Woche mit 832.500 t noch einmal hoch und zudem fast so wie in der Woche zuvor (867.900 t). Insgesamt haben die USA bis zum aktuellen Termin damit rund 40,3 Mio. t Mais ins Ausland verkauft. Für das gesamte Wirtschaftsjahr 2014/15 erwartet das USDA derzeit US-Maisexporte von 45,7 Mio. t. Im vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 lag die US-Ausfuhrmenge zum aktuellen Termin bei 44,0 Mio. t Die ukrainische Ausfuhrmenge bei Mais liegt nach Angaben des dortigen Landwirtschaftsministeriums derzeit bei 14,6 Mio. t. Insgesamt werden ukrainische Exporte von etwa 18,0 Mio. t erwartet.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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