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Analyse

Terminmarkt erwartet höhere Maispreise als USDA

von , am
20.02.2015

Das US-Landwirtschaftsministerium hat am Donnerstag seine Prognosen für die Anbau- und Produktionsentwicklung und die erwarteten Weizen-, Mais und Sojapreise in den USA aktualisiert.

Die Maispreise folgen momentan dem Trend aus den USA-nämlich abwärts. © Fritz/agrarheute.com
 
Das US-Landwirtschaftsministerium hat am Donnerstag seine Prognosen für die Anbauentwicklung und die erwartetenm Weizen-, Mais und Sojapreise in den USA aktualisiert. Im Vergleich zu den letzten Anbauschätzungen im Rahmen der langfristigen USDA-Marktvorschau von Mitte Dezember, wurden die Erwartungen für Aussaatfläche bei Mais nach oben korrigiert und bei Weizen und Soja nach unten. Die für Soja, Mais und Weizen erwarteten Marktpreise wurden im Vergleich zur Dezemberprognose leicht nach oben korrigiert, liegen jedoch bei allen Kulturen niedriger als in diesem Wirtschaftsjahr. Im Vergleich zu den aktuellen Markpreisen ist der vom USDA noch erwartete Preisrückgang Mais und Soja am stärksten und bei Weizen am geringsten.
 
Mais: Aussaatfläche nach oben korrigiert
Bei Mais geht das USDA für die kommende Ernte 2015 von einer Aussaatfläche von etwa 89,0 Mio. Acres (36 Mio. ha) aus. Im Vergleich zur letzten Prognose von Mitte Dezember mit erwarteten 88,0 Mio. Acres (35,6 Mio. ha) sind dies immerhin 1,0 Mio. Acres (0,4 Mio. ha) mehr. Jedoch bleiben die US-Farmer mit dieser Aussaatfläche noch immer 1,9 Mio. Acres (0,77 Mio. ha) bzw. 2,1 % unter der Aussaatfläche von 2014. Im letzten Jahr (2014) hatte die US-Farmer auf 36,8 Mio. ha (90,9 Mio. Acres) Mais ausgesät und vor zwei Jahren (2013) sogar auf 38,6 Mio. ha (95,4 Mio. Acres).
 
Damit ist der Anbau von Mais in nur zwei Jahren um knapp 7 Prozent bzw. 2,6 Mio. ha geschrumpft. Gleichzeitig wäre dies die kleinste Aussaatfläche bei Mais seit dem Jahr 2009 (35,0 Mio. ha). Grund für diese Entwicklung sind die gefallenen Maispreise und die ähnlich schwachen Aussichten für 2015, in Verbindung mit den Vergleich zu anderen Kulturen relativ hohen Kosten beim Mais.
 
Maispreise: Terminmarkt optimistischer als USDA
Das USDA rechnet in einer aktualisierten Preisprognose für das Wirtschaftsjahr 2015/16 mit Maispreisen von 3,50 USD/Bushel (121 Euro/t). In seiner letzten Prognose Mitte hatte das USDA für das nächste Wirtschaftsjahr 2015/16 nur einen durchschnittlichen Maispreis von 3,40 USD/Bushel (117 Euro/t) erwartet. Im Vergleich zum aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15, mit einem erwarteten Durchschnittspreis von 3,65 USD/Buschel (126 Euro/t), bedeutet die neue Prognose einen Rückgang von rund 4 %. Gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2013/14 mit durchschnittlichen Maispreisen von 4,46 USD/t (154 Euro/t) sind die nun für 2015/16 erwarteten Preise jedoch 25 % niedriger.
 
Der aktuelle Maispreis am Terminmarkt in Chicago liegt allerdings bei 390 Ct je Buschel (135 Euro) und für die neue Ernte werden am Terminmarkt derzeit sogar knapp 420 Ct je Buschel (145 Euro) erwartet und damit 20 % höhere Preise als das USDA für das nächste Wirtschaftsjahr erwartet. Diese sehr große Differenz zwischen den aktuellen Erwartungen am Terminmarkt und den USDA-Preisprognosen überrascht doch sehr und lässt noch erheblich Korrekturen in die eine oder andere Richtung erwarten.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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