Login
Analyse

Trotz Rekordernte sind die Maispreise gestiegen

von , am
19.12.2014

Mitte Dezember bestätigt das europäische Analystenhaus Strategie Grains auf Basis der aktuellen Länderdaten seine Rekordprognose zur europäischen Maisernte.

© Mühlhausen/landpixel
Mitte Dezember bestätigt das europäische Analystenhaus Strategie Grains auf Basis der aktuellen Länderdaten seine Rekordprognose zur europäischen Maisernte. Dabei wurde die endgültige Produktionsmenge 2014  nochmals etwas nach oben gesetzt. Die europäischen Maispreise haben trotz der Rekordente jedoch zugelegt und liegen am Terminmarkt bei etwa 158 Euro. Vor vier Wochen lagen die Maispreise etwa bei 150 Euro/t und vor 8 Wochen bei 140 Euro. Eine Ursache für den Preisanstieg ist die witterungsbedingt (starker Regen) deutlich verzögerte Ernte in Südeuropa und in Osteuropa damit auch der geringere Angebotsdruck. Außerdem haben die steigenden Weizenpreise (Substitution) und die sehr festen Maispreise in den USA die europäischen Maispreise mit nach oben gezogen. Der europäische Importbedarf schrumpft zwar drastisch, ist jedoch größer als noch im Vormonat erwartet wurde. Das bestätigen auch die laufenden Importzahlen der Kommission.
 
Maisernte 15 Prozent größer als 2013
Das europäische Analystenhaus Strategie Grains schätzte die europäische Maisernte im Dezember auf 74,0 Mio. t und damit 0,5 Mio. t größer als in der November-Prognose (73,5 Mio. t). Gleichzeitig wäre das für die Europäer die größte Maisernte überhaupt, rund 0,6 Mio. t über dem bisherigen Produktionsrekord aus dem Jahr 2004 (73,4 Mio. t). Die europäische Maisernte des Jahres 2013 (64,4 Mio. t) wird mit der von Strategie Grains erwarteten Erntemenge um 9,6 Mio. t bzw. knapp 15 % übertroffen. Die EU-Kommission liegt mit ihrer letzten Einschätzung zur europäischen Maisernte von 73,0 Mio. t etwas niedriger als Strategie Grains. Das USDA ging Mitte Dezember jedoch ebenfalls 73,6 Mio. t aus (Nov: 73,0 Mio. t).
 
Importbedarf nun doch etwas größer
Der Bedarf/Verbrauch von Mais am europäischen Binnenmarkt liegt nach den Berechnungen von Strategie Grains im aktuellen Wirtschaftsjahr bei 78,7 Mio. t ( Nov: 77,8 Mio. t) und nach Einschätzung der Kommission (nur) bei 74,7 Mio. t. Den europäischen Importbedarf schätzt Strategie Grains auf 7,7 Mio. t und damit größer als noch im November mit 6,4 Mio. t, jedoch nicht einmal halb so groß wie im letzten Jahr mit 15,8 Mio. t. Das USDA rechnet nur mit nur noch mit Importen von 6,0 Mio. t. Im Wirtschaftsjahr 2013/14 hatten die Europäer die bisherige Rekordmenge von 15,8 Mio. t Mais importiert und damit 8,1 Mio. t mehr als Strategie Grains für das aktuelle Jahr erwartet.
 
Frankreichs und Ungarn mit Rekordernten
Für Frankreich, den größten Maisproduzenten (und Exporteur) der Europäischen Union, meldete Strategie Grains im Dezember eine Maisernte von 17,3 Mio. t und damit eben so viel wie zur November-Prognose (17,3) und 2,4 Mio. t mehr als 2013 (14,9 Mio. t). Die aktuelle Maisernte bedeutet für Frankreich einen neuen Produktionsrekord. Die Analysten von ADM/Töpfer hatten Ende November in ihrer Prognose ebenfalls eine französische Maisernte von 17,3 Mio. t gemeldet und auch das USDA ging von 17,4 Mio. t aus. Für Ungarn setzt Strategie Grains die Maisernte um auf 9,3 Mio. t (Nov 9,1 Mio. t) nach oben. Im Vergleich zur Erntemenge von 2013 (6,8 Mio. t) wäre die für Ungarn erwartete Produktion 2,5 Mio. t oder etwa 37 % größer.
 
Weiter nach oben für Rumänien
Weiter nach oben gesetzt haben die Analysten von Strategie Grains auch die Maisernte für den zweitgrößten europäischen Maisproduzenten Rumänien. Nach den aktuellen Dezemberdaten erreicht die rumänische Maisproduktion eine Größenordnung von rund 11,1 Mio. t (Nov: 10,8 Mio. t), bleibt damit jedoch unter dem Produktionsrekord aus dem Jahr 2004 (14,5 Mio. t). Gleichzeitig ist die Ernte 0,7 Mio. t größer als die letzte Erne aus dem Jahr 2013 (10,4 Mio. t). Die Analysten von ADM/Töpfer hatten die rumänische Maisernte in ihrer letzten Prognose Ende November ebenfalls auf 11,3 Mio. t veranschlagt.
 
Italien mit guter Ernte
Eine größere Maisernte als 2013 melden die Analysten von Strategie Grains ebenfalls für Italien. Die italienische Maisproduktion erreicht nach den aktuellen Daten 8,3 Mio. t. Das ist ebenso geringfügig mehr im November erwartet wurde (8,2 Mio. t) und zudem 0,7 Mio. t mehr als 2013 (7,6 Mio. t). Die Analysten von ADM/Töpfer haben die italienische Maisernte auf 7,9 Mio. t geschätzt. Für Deutschland erwarteten die Analysten von ADM/Töpfer eine Maisernte von rund 5,2 Mio. t und liegen damit weiterhin über der letzten offiziellen Ernteschätzung des Statischen Bundesamtes von 4,7 Mio. t. Im letzten Jahr (2013) ernteten die deutschen Landwirte nur 4,4 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant