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Analyse

Ukraine: Maisernte bricht ein; Exporte kleiner

von , am
07.05.2014

Die Maisernte in der Ukraine könnte 2014 fast ein Fünftel kleiner ausfallen.

Ohne Unkrautbekämpfung kann sich der Mais nicht erfolgreich entwickeln. © Moonlight/aboutpixel.de
 
Die Maisernte in der Ukraine könnte 2014 fast ein Fünftel kleiner ausfallen als im bisherigen Rekordjahr 2013. Im Jahresvergleich könnte die Erntemenge um fast 6 Mio. t auf 25 Mio. t zurückgehen. Dennoch wäre dies immer noch die zweitgrößte ukrainische Maisernte überhaupt. Davon geht jedenfalls das Büro des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) in Kiew jetzt auf Basis der bislang vorliegenden Daten aus.
 
Weitere Korrekturen möglich
Allerdings könnten Witterung (Niederschlagsmangel) und ein deutlich reduzierter Einsatz von Dünger und Pflanzenschutz die Erträge noch weiter drücken und die erwartete Ernte nach unten ziehen. Zudem hat die Maisaussaat erst begonnen als die politischen und ökonomischen Turbulenzen in der Ukraine bereits in vollem Gange waren, so dass die Unsicherheit der vorliegenden Daten wohl deutlich größer ist als beim Weizen.
 
Anbaufläche zu groß geschätzt?
Die bisher für 2014 erwartetet ukrainische Maisanbaufläche wird vom USDA mit etwa 4,8 Mio. ha angegeben. Gegenüber 2013 (4,83 Mio. ha) wären dies nahezu stabile Anbauverhältnisse. Bis zum 05. Mai hatten die ukrainischen Landwirte nach Angaben des ukrainischen Landwirtschaftsministeriums auf 3,44 Mio. ha Mais ausgesät und damit auf rund 67 % der von ukrainischer Seite offiziell erwarteten Anbaufläche. Vor zwei Jahren (2012) bauten die ukrainischen Landwirte auf 4,37 Mio. ha Mais an und und vor drei Jahren (2011) auf 3,5 Mio. ha. Seit dem Jahr 2010 (2,6 Mio. ha) hat sich die Anbaufläche von Mais in der Ukraine verdoppelt und das Land ist zum drittgrößten Exporteur nach den USA und Brasilien aufgestiegen.
 
Erträge niedriger, Exporte schrumpfen
Derzeit erwartet das USDA für 2014 Maiserträge von 5,2 t/ha nach 6,4 t/ha im Rekordjahr 2013 und 4,8 t/ha vor zwei Jahren. Die Maisproduktion soll auf diesem Hintergrund um fast 6 Mio. t auf 25 Mio. t zurückgehen nach einer Rekordernte von 30,9 Mio. t im letzten Jahr (2013) und 20,9 Mio. t vor zwei Jahren (2012). Wegen der um rund 20 % kleineren Produktion sollen auch die Exporte um 3 Mio. auf etwa 17,5 Mio. t zurückgehen nach die Ausfuhren im laufenden Wirtschaftsjahr 20,5 Mio. t erreichen könnten. Vor zwei Jahren (2012/13) betrug die Ausfuhrmenge 12,7 Mio. t und vor drei Jahren (2011/12) verkaufte die Ukraine 15,1 Mio. t Mais ins Ausland.
 
EU ist wichtigster Exportmarkt
Bis Ende April 2014 hatte die Ukraine bereits 18,43 Mio. t Mais der alten Ernte exportiert. Im Verlauf des Aprils hatten sich die Ausfuhren wegen der politischen und ökonomischen Turbulenzen jedoch etwas verlangsamt. Bis Ende März hatten die Ukrainer bereits 17,2 Mio. t Mais verschifft und im April dann noch 1,2 Mio. t. Das Landwirtschaftsministerium hatte für den Zeitraum April bis Juni Ausfuhren von 3,8 Mio. t für möglich gehalten. Der wichtigste Abnehmer für Mais aus der Ukraine ist die EU. Hauptabnehmerländer sind Spanien und Italien sowie die Niederlande und Portugal. Auch Deutschland hat im vorigen Wirtschaftsjahr knapp 0,2 Mio. t Mais in der Ukraine gekauft. Außerdem importieren Ägypten und eine Reihe anderer Länder aus Nordafrika und dem Nahen Osten Mais vom Schwarzen Meer.
 
Mais hat Weizen im Futter ersetzt
Der ukrainische Inlandsverbrauch an Mais wird für 2014 vom USDA auf etwa 11,5 Mio. t geschätzt und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (11,5 Mio. t). Vor drei Jahren lag die Verbrauchsmenge allerdings erst bei 7,8 Mio. t und vor fünf Jahren bei 5,7 Mio. t. Grund für den kräftigen Anstieg des ukrainischen Maisverbrauchs ist der Ersatz von Weizen durch Mais in den Futterrationen. Die Maisbestände in der Ukraine könnten von 3,6 Mio. t am Ende des aktuellen Wirtschaftsjahres auf 2,6 Mio. t am Ende des nächsten Wirtschaftsjahres schrumpfen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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