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Analyse

USA: Erst ein Drittel der Maisernte eingebracht

von , am
21.10.2014

In den USA läuft die Maisernte weiterhin deutlich langsamer als sonst üblich.

© Wirepec/fotolia

In den USA läuft die Maisernte weiterhin deutlich langsamer als sonst üblich. Grund sind die massiven Niederschläge im Mittelwesten der USA, die die Feldarbeiten weiterhin erheblich verzögert und erschwert haben. Diese Entwicklung hatte die Maispreise in den USA und am Weltmarkt zuletzt gestützt. Für diese Woche sagen die US-Wetterdienste jedoch deutlich wärmeres und trockeneres Wetter im Mittelwesten voraus, so dass die Erntearbeiten im Wochenverlauf einen kräftigen Schub erhalten könnten. Bis zum Ende der vorigen Woche war der Erntefortschritt in den USA jedoch noch deutlich geringer als sonst üblich. Die Maispreise am US-Terminmarkt haben sich am Montag (20.10) kaum verändert und pendeln auch am Dienstag Vormittag (21.10) seitwärts. In Europa rutschten die Maispreise zum Wochenbeginn etwas nach unten, konnten sich jedoch über der Marke 140 Euro behaupten.
 
Ernte bisher sehr langsam
Bis zum 20. Oktober waren knapp ein Drittel (31 %) der US-Maisernte eingebracht. Das entspricht einer Erntefläche von 10,4 Mio. ha. In der letzten Woche waren 24 % der Maisfläche bzw. 8,07 Mio. ha abgeerntet. Damit sind in den letzten sieben Tagen nur 2,33 Mio. ha hinzugekommen. Im langjährigen Mittel hatten die US-Farmer zu diesem Termin bereits 53 % der Maisfläche abgeerntet. Vor allem in den Top-Anbaustaaten im Mittelwesten war das Erntetempo witterungsbedingt bisher deutlich langsamer als üblich. Im wichtigsten Anbaustaat Iowa sind erst 19 % (Vw: 10 %) der Maisflächen abgeerntet im Vergleich zu 53 % im langjährigen Mittel, in Illinois sind es 43 % (Vw: 35 %) gegenüber durchschnittlich 63 %, in Nebraska sind es 28 % (Vw: 19 %) im Vergleich zu 45 % und in Minnesota sind es lediglich 16 % Prozent im Vergleich zu 47 %.
 
Maispflanzen mit hohem Ertragspotential
Weiterhin bestätigt das Crop-Monitoring des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) jedoch den hervorragenden Wachstumszustand und das große Ertragspotential der Maispflanzen. Am 20. Oktober befanden sich weiterhin 74 % des gesamten US-Maisbestandes in gutem oder sehr gutem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche bedeutet keine Veränderung. Im letzten Jahr (2013), als die US-Farmer ebenfalls eine Rekordernte einbrachten, befanden sich nur 60 % der Maisbestände in diesen beiden besten Kategorien und damit 14 Prozentpunkte weniger. In Iowa werden aktuell 77 % (Vw: 76 %) der Maispflanzen in die beiden besten Kategorien eingestuft und in Illinois sogar 83 Prozent (Vw. 83 %), in Nebraska 75 % (Vw: 75 %) und in Minnesota sind es  68 % (Vw: 68%).
 
Maispreise behaupten sich
In den USA könnten die US-Maispreise (Dezember) diese Woche mit dem deutlich besseren Erntewetter und dem Angebotsdruck aus der laufenden Ernte unter Druck geraten. Am Montag (20.10)  waren die Preise jedoch weitgehend unverändert. Auch am Dienstag Vormittag (21.10) bewegten sich die Notierungen zunächst seitwärts. Am Montag (20.10) ging der US-Mais für den Dezembertermin ging in Chicago mit umgerechnet knapp 107 Euro/t (347 Ct/bu) aus dem Handel. Der Märzkontrakt wurde mit 111 Euro (360 Ct/bu) gehandelt und der Maitermin bei etwa 114 Euro (370,4 Ct/bu). Am US-Kassamarkt lagen die Maispreise am Dienstag durchschnittlich bei etwa 105 Euro (342 Ct/bu).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass.
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