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Analyse

USA: Mais kommt einfach nicht in den Boden

von , am
06.05.2014

Vor allem im Norden des US-Maisgürtels ist es weiterhin zu nass und zu kühl

Bei Mais, Soja und Reis droht nahezu ein Totalausfall der Ernte. © s.media/pixelio.de
 
Vor allem im Norden des US-Maisgürtels ist es weiterhin zu nass und zu kühl und der Aussaatfortschritt liegt dort deutlich hinter dem langjährigen Mittel. Nur in den südlichen Staaten des Mittelwestens hat es letzte Woche auch etwas trockeneres und wärmeres Wetter gegeben. Insgesamt erfolgt die Maisaussaat in den USA deshalb deutlich langsamer als im langjährigen Mittel. Diese Konstellation stützt bislang auch die Maispreise in den USA (und am Weltmarkt) und lässt die Befürchtungen über Ertragseinbußen beim weltweit größten Maisproduzenten wachsen. Am kommenden Freitag wird das USDA in seinem Monatsreport auch eine aktualisierte Einschätzung zu den Ertrags- und Produktionsaussichten für die USA abgeben.
 
Aussaattempo weiter sehr langsam
Bis zum 04. Mai hatten die US-Farmer rund 29 % (10,76 Mio. ha) der insgesamt geplanten Maisfläche (37,12 Mio. ha) bestellt. In der Woche zuvor (27. April 2014) lag die mit Mais bestellte Fläche bei 19 % (7,05 Mio. ha). Im letzten Jahr waren bis zum 4. Mai bei ähnlich extremen Witterungsbedingungen allerdings erst 11 % des Mais ausgesät und damit sogar deutlich weniger als 2014. Dagegen lag Aussaatfortschritt im Jahr 2012 zu diesem Termin bereits bei 69 % (!!) und im langjährigen Mittel wurden Anfang Mai immerhin 42 % erreicht. Bei passendem Wetter könnten die US-Farmer nach Einschätzung von Analysten in nur einer Woche allerdings wischen 35 % und 45 % der geplanten Maisflächen bestellen und dem Rückstand deutlich verkürzen.
 
in Iowa zu langsam, in Illinois im Mittel
In den vier mit Abstand wichtigsten Maisanbaustaaten der USA: Iowa, Illinois, Nebraska und Minnesota (knapp 50 % der gesamten US-Maisfläche) entwickelte sich das Aussaattempo weiterhin sehr unterschiedlich. In Iowa hatten die Farmer bis 04. Mai rund 23 % der geplanten Flächen bestellt. In der Vorwoche lag der Aussaatfortschritt dort bei 15 % und im langjährigen Mittel immerhin bei 50 %. In Illinois waren bis zum 04. Mai bereits auf 43 % der geplanten Fläche Mais ausgesät. In der Vorwoche lag der Aussaatfortschritt in Illinois bei 32 % und im langjährigen Mittel hatten die Farmer in Illinois bis zu diesem Termin rund 41 % ihres Mais im Boden.
 
In Minnesota weit zurück, Nebraska mit Fortschritten
In Nebraska, der Nummer drei unter den Maisanbaustaaten, hatten die Farmer in der Woche bis zum 04. Mai rund 44 % des Mais ausgesät. In der Vorwoche lag der Aussaatfortschritt erst bei 20 %, im langjährigen Mittel hatten die Farmer in Nebraska rund 45 % ihres Mais im Boden. Am weitesten war die Maisaussaat weiterhin im nördlich gelegenen Minnesota, der Nummer 4 unter den wichtigsten US-Maisanbaustaaten zurück. Hier hatten die Farmer in der Woche bis zum 04. Mai gerade einmal 8 % ihres Mais im Boden. In der Vorwoche waren es 4 %, während der Aussaatfortschritt im langjährigen Mittel bei 46 % lag.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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