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Analyse

USA: Maisernte startet langsam, sehr hohe Erträge

von , am
30.09.2014

Das Crop-Monitoring des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) unterstreicht noch einmal den hervorragenden Wachstumszustand der Maispflanzen.

© Schollen/landpixel.de
In den USA startet die Maisernte in diesem Jahr relativ langsam und liegt hinter dem sonst üblichen Tempo. Allerdings dürfte das Erntetempo mit dem relativ warmen und trockenen Wetter in der laufenden Woche im Mittelwesten einen kräftigen Schub erhalten haben und sich dem langjährigen Mittelwert annähern. Eine zu langsame Ernte erhöht üblicherweise die Gefahr von Ertrags- und Produktionsverlusten durch Frost und die bislang erwartete Rekordernte könnte in Gefahr geraten. Bislang bestätigen die außergewöhnlich hohen Erträge aus der laufenden Ernte jedoch die Prognosen.
 
Sehr hohe Ertragserwartungen bringen Rekordernte
Das USDA hatte in seinem Septemberreport eine Maisernte von 365,73 Mio. t (14.395 Mio. Bu) erwartet. Mit der neuen Ernte würde der Produktionsrekord aus dem Vorjahr von 353,8 Mio. t (13925 Mio. bu) um knapp 12 Mio. t oder 3,3 Prozent übertroffen. Dabei ist die vom USDA unterstellte Erntefläche mit 33,93 Mio. ha (83,84 Mio. Acres) sogar deutlich um 1,54 Mio. ha kleiner als im letzten Jahr mit 35,47 Mio. ha (87,67 Mio. Acres). Grund für den Produktionsanstieg sind die (witterungsbedingt) deutlich höheren Erträge von 10,75 t/ha (171,7 bu/acres) nach bereits sehr guten 9,97 t/ha (158,8 bu/acres) im letzten Jahr. In den beiden TOP-Anbaustaaten Iowa und Illinois werden vom USDA Erntemengen von 67,2 Mio. t (2.442 Mio. bu) und 58,12 Mio. t (2.289 Mio. Bu) erwartet und damit zusammen mehr als ein Drittel der gesamten US-Maisproduktion. Die Ertragserwartungen des USDA für Iowa liegen bei 11,62 t/ha (185 Bu/acres) und für Illinois sogar bei 12,2 t/ha (195 bu/acres).
 
Ernte beginnt relativ langsam
Bis zum 28. September waren etwa 12 % der US-Maismernte eingebracht. Das entspricht einer Erntefläche von 4,07 Mio. ha. Im letzten Jahr hatten die US-Farmer zu diesem Termin ebenfalls erst 11 % der Maisflächen abgeerntet. Im langjährigen Mittel hatten die US-Farmer zu diesem Termin bereits 23 % der Maisfläche abgeerntet. Am weitesten ist die Ernte zu diesem Termin im Süden des Landes. In Texas wurden bereits 68 % des Mais geerntet, in Nordkarolina sogar 71 %. Dagegen hat die Ernte in den Top-Anbaustaaten im Mittelwesten gerade erst begonnen. In Iowa sind 2 % des Mais geerntet, in Illinois 14 %, in Nebraska 7 % und in Minnesota 2 % Prozent.
 
Maispflanzen in ausgezeichnetem Zustand
Das Crop-Monitoring des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) unterstreicht für die zurückliegende Woche noch einmal den hervorragenden Wachstumszustand der Maispflanzen. Am 28. September befanden sich 74 % des gesamten US-Maisbestandes in gutem oder sehr gutem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche bedeutet keine Veränderung. Im letzten Jahr (2013), als die US-Farmer ebenfalls eine Rekordernte einbrachten, befanden sich nur 55 % der Maisbestände in diesen beiden besten Kategorien und damit 19 Prozentpunkte weniger. In Iowa wurden aktuell  immerhin 76 % der Maispflanzen in die beiden besten Kategorien eingestuft und in Illinois sogar 83 Prozent.
 
Maispreise knapp über 100 Euro behauptet
Im Verlauf der letzten Woche haben die US-Maispreise sich knapp über der 100- Euro-Marke behauptet. Möglicherweise hat der Mais jetzt einen Boden gefunden und alle Ernte- und Bestands-Prognosen sind  eingepreist. Allerdings könnte die aktuellen USDA-Daten vom heutigen Dienstag (30.09) Abend über die vorhandenen Quartalsbestände (alte Ernte) für den September den Markt noch einmal in Bewegung bringen. Der US-Mais für den Dezembertermin ging am Montag (29.09.) in Chicago mit umgerechnet 101,8 Euro/t (325,6 Ct/bu) aus dem Handel. Der Märzkontrakt wurde mit 106 Euro (338,4 Ct/bu) gehandelt und der Maitermin bei etwa 108 Euro (347 Ct/bu). Im Vergleich zu den Preisen von Ende September 2013 (149 Euro) sind die Maispreise in den USA derzeit 32 Prozent oder umgerechnet 47 Euro/t niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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