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Analyse

USA: Sehr langsame Ernte lässt Maispreise steigen

von , am
15.10.2014

Ursache für den Preisanstieg in den USA sind die wachsenden Befürchtungen des Marktes, dass die stark verzögerte Ernte zu Ertrags- und Produktionsausfällen führt.

© landpixel
In den USA bleibt das Tempo der Maisernte außergewöhnlich langsam und erreicht Mitte Oktober etwas mehr als die Hälfte des sonst zu diesem Termin üblichen Wertes. Diese Entwicklung hat den Maispreisen in den USA und am Weltmarkt zum Beginn der Woche kräftigen Auftrieb gegeben. Am US-Terminmarkt stiegen die Maispreise am Montag (13.10) um 3,6 Prozent und am Dienstag (14.10) nochmals um 3,2 Prozent auf umgerechnet 111 Euro (357 Ct/bu) gestegiegen. Auch in Europa konnten die Maispreise am Montag und am Dienstag moderat zulegen und sich deutlich über der Marke 140 Euro behaupten. Auslöser für den aktuellen Preisanstieg in den USA sind die wachsenden Befürchtungen des Marktes, dass die stark verzögerte Ernte zu Ertrags- und Produktionsausfällen führt. Ursache für das sehr langsame Erntetempo sind die anhaltenden Regenfälle im Mittelwesten. Im Norden des US-Maisgürtels besteht zudem Frostgefahr und auch erste Schneefälle sind möglich. 
 
Langsame Ernte erhöht Ausfallrisiko
Bis zum 12. Oktober waren erst 24 % der US-Maisernte eingebracht. Das entspricht einer Erntefläche von 8,0 Mio. ha. In der letzten Woche waren 17 % der Maisfläche bzw. 5,71 Mio. ha abgeerntet. Damit sind nur 2,3 Mio. ha dazugekommen. Im langjährigen Mittel hatten die US-Farmer zu diesem Termin bereits 43 % der Maisfläche abgeerntet. Am weitesten ist die Ernte weiterhin im Süden des Landes. Dort hat die Maiproduktion im Vergleich zum Mittelwesten jedoch nur untergeordnet Bedeutung. In Texas wurden bisher 70 % des Mais geerntet, in Nordkarolina sogar 85 %. Dagegen bleibt das Erntetempo in den Top-Anbaustaaten im Mittelwesten witterungsbedingt weiterhin deutlich langsamer als üblich. Im wichtigsten Anbaustaat Iowa sind erst 10 % der Maisflächen abgeerntet im Vergleich zu 39 % im langjährigen Mittel, in Illinois sind es 35 % gegenüber durchschnittlich 54 %, in Nebraska nur 19 % im Vergleich zu 34 % und in Minnesota sind es lediglich % Prozent im Vergleich zu 32 %.
 
Zustand der Maispflanzen unverändert gut
Gleichzeitig bestätigt das Crop-Monitoring des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) für die zurückliegende Woche erneut den hervorragenden Wachstumszustand und das sehr  hohe Ertragspotential der Maispflanzen. Am 12. Oktober befanden sich weiterhin 74 % des gesamten US-Maisbestandes in gutem oder sehr gutem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche bedeutet keine Veränderung. Im letzten Jahr (2013), als die US-Farmer ebenfalls eine Rekordernte einbrachten, befanden sich nur 55 % der Maisbestände in diesen beiden besten Kategorien und damit 19 Prozentpunkte weniger. In Iowa werden aktuell 76 % (Vw: 76 %) der Maispflanzen in die beiden besten Kategorien eingestuft und in Illinois sogar 83 Prozent (Vw. 83 %), in Nebraska 75 % (Vw: 74 %) und in Minnesota sind es  68 % (Vw: 69%).
 
Risikoprämien für Mais steigen
In den ernsten beiden Tagen dieser Woche sind die US-Maispreise (Dezember) um knapp 7 Prozent auf rund 111 Euro (357 Ct/bu) gestiegen. Ursache für den Preisanstieg in den USA sind die wachsenden Befürchtungen des Marktes, dass die stark verzögerte Ernte zu Ertrags- und Produktionsausfällen führt. Diese Bedenken werden nun in Form von Risikoprämien eingepreist und können deshalb bei besseren Ergebnissen auch schnell wieder zu einer Korrektur führen. Der US-Mais für den Dezembertermin ging am Dienstag (14.10) in Chicago mit umgerechnet knapp 111 Euro/t (357 Ct/bu) aus dem Handel. Der Märzkontrakt wurde mit 115 Euro (370 Ct/bu) gehandelt und der Maitermin bei etwa 118 Euro (379 Ct/bu). Am Kassamarkt liegen die Maispreise ám Mittwoch bei etwa 110 Euro (352 Ct/bu) und damit nur noch ganz knapp unter den Terminmarkpreisen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass.
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