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Analyse

USA: Sehr langsame US-Maisernte stützt Preise

von , am
08.10.2014

In den USA ist das Tempo der Maisernte unverändert langsam und bleibt deutlich unter dem langjährigen Mittelwert.

© krick/agrar-press
In den USA ist das Tempo der Maisernte unverändert langsam und bleibt deutlich unter dem langjährigen Mittelwert. Das hat die Maispreise in den USA und am Weltmarkt gestützt, denn der Druck aus der laufenden Ernte war deutlich geringer als bei höherem Erntetempo. Hinzu kommen die Befürchtungen, dass die verzögerte Ernte doch noch zu Ertrags- und Produktionsausfällen führt. Ursache für das langsame Erntetempo sind die anhaltenden Regenfälle im Mittelwesten. Im Norden des Maisgürtels kommen zudem erste Frosteinbrüche hinzu und an der kanadischen Grenze Schneefälle. Andererseits gehen derzeit etliche große private Analystenhäuser für den am Freitag erwarteten USDA-Report von einer weiteren Aufwärtskorrektur der Erträge bei Mais und Soja durch das USDA aus und damit auch von einer noch größeren Ernte.
 
Ernte weiterhin sehr langsam
Bis zum 05. Oktober waren erst 17 % der US-Maisernte eingebracht. Das entspricht einer Erntefläche von 5,77 Mio. ha. Im langjährigen Mittel hatten die US-Farmer zu diesem Termin bereits 32 % der Maisfläche abgeerntet. Am weitesten ist die Ernte derzeit im Süden des Landes. In Texas wurden bereits 69 % des Mais geerntet, in Nordkarolina sogar 79 %. Dagegen bleibt das Erntetempo in den Top-Anbaustaaten im Mittelwesten witterungsbedingt deutlich langsamer als sonst üblich. In Iowa sind 46 % des Mais geerntet im Vergleich zu 56 % im langjährigen Mittel, in Illinois sind 23 % gegenüber durchschnittlich 45 % , in Nebraska sind nur 11 % im Vergleich zu 24 % und in Minnesota sind es 5 % Prozent im Vergleich zu 20 %.
 
Maispflanzen weiter in TOP-Zustand
Gleichzeitig (trotz der widrigen Witterungsbedingungen) bestätigt das Crop-Monitoring des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) für die zurückliegende Woche noch einmal den hervorragenden Wachstumszustand und das vorhandene Ertragspotential der Maispflanzen. Am 05. Oktober befanden sich 74 % des gesamten US-Maisbestandes in gutem oder sehr gutem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche bedeutet dies keine Veränderung. Im letzten Jahr (2013), als die US-Farmer ebenfalls eine Rekordernte einbrachten, befanden sich nur 55 % der Maisbestände in diesen beiden besten Kategorien und damit 19 Prozentpunkte weniger. In Iowa werden aktuell 76 % (Vw: 76 %) der Maispflanzen in die beiden besten Kategorien eingestuft und in Illinois sogar 83 Prozent (Vw. 83 %).
 
Maispreise sind gestiegen
Im Verlauf dieser Woche sind die US-Maispreise (Dezember) von 101 Euro auf knapp 106 Euro gestiegen. Allerdings könnte der USDA-Report vom Freitag (10.10) den Markt noch einmal unter Druck setzten, wenn das USDA Erträge, Produktion und Bestände nach oben setzt. Der US-Mais für den Dezembertermin ging am Dienstag (07.10) in Chicago mit umgerechnet knapp 106 Euro/t (340,4 Ct/bu) aus dem Handel. Der Märzkontrakt wurde mit knapp 110 Euro (353,4 Ct/bu) gehandelt und der Maitermin bei etwa 112,5 Euro (362,2 Ct/bu). Am US-Kassamarkt liegen die Maispreise derzeit bei etwa 104 Euro (335 Ct/bu) und damit unter den Terminmarkpreisen. Im Vergleich zu den Preisen von Anfang Oktober 2013 (150 Euro) sind die Maispreise in den USA derzeit 30 Prozent oder umgerechnet 44 Euro/t niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass.
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