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Analyse

USA/Mais: Aussaat kommt nur langsam voran

von , am
29.04.2014

Derzeit liegt der Aussaatfortschritt deutlich unter dem langjährigen Mittel.

© Mühlhausen/landpixel
 
Ergiebige Niederschläge und anhaltend kühle Temperaturen verzögern im Mittelwesten der USA weiterhin die Aussaat von Mais und lassen die Befürchtungen wachsen, dass die neue US-Maisernte kleiner wird als bislang erwartet. Diese Befürchtungen schlagen sich zuletzt auch als Risikoprämien in den Maispreisen der USA (und den Exportmärkten) nieder. Das Aussaattempo der US-Farmer hatte letzte Woche zunächst zwar zugenommen, für diese Woche haben sich die Witterungsverhältnisse (Regen und kälter) nach den Aussagen von US-Wetterdiensten jedoch schon wieder deutlich verschlechtert.
 
Aussaat schlechter als im Mittel, besser als im Vorjahr
Derzeit liegt der Aussaatfortschritt deutlich unter dem langjährigen Mittel, ist jedoch besser als im extrem langsamen Vorjahr. Bis zum 27. April hatten die US-Farmer rund 19 % (7,05 Mio. ha) der insgesamt geplanten Maisfläche (37,12 Mio. ha) bestellt. US-Analysten hatten zuvor eine Aussaat auf 15 % bis 25 % der gesamten Fläche erwartet. In der Woche zuvor (20. April 2014) lag die mit Mais bestellte Fläche allerdings erst bei 6 % (1,87 Mio. ha). Im letzten Jahr waren bis zum 28. April bei ähnlich extremen Witterungsbedingungen allerdings erst 5 % des Mais ausgesät und damit deutlich weniger. Dagegen lag Aussaatfortschritt im Jahr 2012 zu diesem Termin bereits bei 49 % (!!) und im langjährigen Mittel bei 28 %.
 
Kräftiger Sprung in Illinois, langsamer in Iowa
In den vier mit Abstand wichtigsten Maisanbaustaaten der USA: Iowa, Illinois, Nebraska und Minnesota (knapp 50 % der gesamten US-Maisfläche) entwickelte sich das Aussaattempo in der letzten Woche sehr unterschiedlich. In Iowa hatten die Farmer bis 27. April 15 % der geplanten Flächen bestellt. In der Vorwoche lag der Aussaatfortschritt dort nur bei 2 %, im langjährigen Mittel allerdings bei 33 %. In Illinois waren bis zum 27. April auf 32 % der gespanten Fläche Mais ausgesät. In der Vorwoche lag der Aussaatfortschritt bei 5 %, im langjährigen Mittel hatten die Farmer in Illinois bis zu diesem Termin ebenfalls rund 33 % ihres Mais im Boden.
 
In Minnesota noch gar nicht begonnen
In Nebraska, der Nummer drei unter den Maisanbaustaaten hatten die Farmer in der Woche bis zum 27. April rund 20 % des Mais ausgesät. In der Vorwoche lag der Aussaatfortschritt erst bei 4 %, im langjährigen Mittel hatten die Farmer in Nebraska ebenfalls rund 22 % ihres Mais im Boden. Am weitesten war die Maisaussaat im nördlich gelegenen Minnesota, der Nummer 4 unter den wichtigsten US-Maisanbaustaaten zurück. Hier hatten die Farmer in der Woche bis zum 27. April erst 4 % ihres Mais im Boden. In der Vorwoche hatte man noch einmal begonnen, während der Aussaatfortschritt im langjährigen Mittel bei 30 % lag.
 
Aussaatfläche kleiner als 2013 und 2012
Von den insgesamt für das Jahr 2014 für den Maisanbau in den USA geplanten Maisflächen (37,12 Mio. ha) befinden sich 15 % (5,66 Mio. ha) im Bundestaat Iowa, knapp 13 % (4,45 Mio. ha) in Illinois, rund 10 % (3,8 Mio. ha) in Nebraska und etwa 9 % (3,48 Mio. ha) in Minnesota. Das USDA geht bei seinen letzten Schätzungen davon aus, dass die Farmer im Jahr 2014 auf insgesamt 37,12 Mio. ha (91,69 Mio. Acres) Mais aussäen. Im letzten Jahr war die Aussaatfläche 38,60 Mio. ha (95,365 Mio. Acres) groß und damit 1,5 Mio. ha größer. Vor zwei Jahren (2012) hatten die US-Farmer sogar auf 39,33 Mio. ha (97,155 Mio. Acres) Mais ausgesät. Damals (2012) verhinderte eine extreme Sommertrockenheit eine Rekordernte.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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