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Analyse

USA/Mais: Witterung verzögert Aussaatbeginn

von , am
15.04.2014

Der lange Winter im Mittelwesten der USA verzögert den Aussaatbeginn bei Mais erheblich.

In drei von insgesamt 216 Saatgutpartien wurden 2015 GVO-Spuren gefunden. © agrar-press
 
Der lange Winter im Mittelwesten der USA verzögert den Aussaatbeginn bei Mais erheblich. Das Aussaattempo der US-Farmer ist in diesem Jahr ebenso langsam wie 2013 und liegt unter dem langjährigen Mittel. Vor allem im Jahr 2012 war die Aussaat schon erheblich weiter fortgeschritten. Grund für den langsamen Aussaatfortschritt ist der lange Winter mit Bodenfrösten und regionalen Schneefällen in wichtigen Anbaustaaten des Mittelwestens bis in den April. An diesem Montag hat das USDA erstmals Daten über den Stand der Maisausaat in den den USA veröffentlicht. Bis zum 13. April waren erst 3 % der geplanten Maisfläche bestellt. Im letzten Jahr waren zu diesem Termin bei ähnlich extremen Witterungsbedingungen ebenfalls erst 2 % des Mais ausgesät. Dagegen lag Anbaufortschritt im Jahr 2012 zu diesem Termin bei 16 % und im langjährigen Mittel bei 7 %.
 
Im Mittelwesten noch nicht begonnen
Die vier mit Abstand wichtigsten Maisanbaustaaten der USA, nämlich Iowa, Illinois, Nebraska und Minnesota (knapp 50 % der gesamten US-Maisfläche) sind noch besonders weit mit dem Maisaussaat zurück. In Iowa hat die Maisaussaat witterungsbedingt noch nicht einmal begonnen, in Illinois sind erst 1 % der geplanten Flächen bestellt und auch in Nebraska haben die Farmer Mitte April erst 1 % des Mais ausgesät. Auch in Minnesota hat die Maisaussaat Anfang April noch nicht begonnen. Von den insgesamt für das Jahr 2014 für den Maisanbau in den USA geplanten Maisflächen (37,12 Mio. ha) befinden sich 15 % (5,66 Mio. ha) im Bundestaat Iowa, knapp 13 % (4,45 Mio. ha) in Illinois, rund 10 % (3,8 Mio. ha) in Nebraska und etwa 9 % (3,48 Mio. ha) in Minnesota. In den weiter südlich gelegenen Bundesstaaten Texas, North Carolina und Tennessee ist der Anbaufortschritt mit 7 % bis 57 % der geplanten Fläche bislang am größten. Außer in Texas (57 %), liegt man jedoch auch im Süden unter dem langjährigen Mittelwert. Außerdem spielen die südlichen Bundesstaaten im Maisanbau der USA nur eine sehr untergeordnete Rolle.
 
Aussaatfläche deutlich kleiner als 2013 und als 2012
In den vier Topanbaustaaten Iowa, Illinois, Nebraska und Minnesota war der Anbaufortschritt im letzten Jahr allerdings witterungsbedingt nicht wesentlich höher als 2014, während die Farmer im Jahr 2012 mit 16 % der Aussatfläche schon wesentlich weiter waren. In Illinois hatte man 2013 witterungsbedingt ebenfalls erst 1 % der Fläche bestellt, in Iowa, Nebraska und Minnesota hatten die Farmer ebenfalls noch nicht begonnen. Das USDA geht bislang davon aus, dass die Farmer im Jahr 2014 auf insgesamt 37,12 Mio. ha (91,69 Mio. Acres) Mais aussäen. Im letzten Jahr (2013) war die Aussaatfläche 38,60 Mio. ha (95,365 Mio. Acres) groß und vor zwei Jahren (2012) hatten die US-Farmer sogar auf 39,33 Mio. ha (97,155 Mio. Acres) Mais ausgesät. Damals (2012) verhinderte jedoch eine extreme Sommertrockenheit eine Rekordernte. Eine Rekordproduktion hielt das USDA wegen der guten Ertragsprogosen bisher auch in diesem Jahr noch für möglich. Eine weitere Verzögerung der Feldarbeiten dürfte das Wachstumspotential der Maispflanzen jedoch begrenzen und die erwartete Erntemenge reduzieren. Außerdem könnten sich zahlreiche Farmer noch für den später zu pflanzenden und ökonomisch derzeit attraktiveren Soja entscheiden.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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