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Analyse

USDA ändert Daten zum globalen Maismarkt nicht

von , am
12.12.2014

Für den globalen Maismarkt brachte der Dezember-Report des USDA keine grundlegenden Veränderungen an den Versorgungsbilanzen und Marktbewertungen.

© Kurt/pixelio
Für den globalen Maismarkt brachte der Dezember-Report des USDA keine grundlegenden Veränderungen an den Versorgungsbilanzen und Marktbewertungen. Wie erwartet hat das USDA die aktuelle Maisernte in den USA nicht verändert. Dafür korrigierte man die Erntemengen in China und der EU moderat nach oben und die für Argentinien im Frühjahr 2015 erwartete Maisernte wurde etwas nach unten gesetzt. Dennoch ändert sich an den globalen Versorgungsbilanzen nicht wirklich etwas. Die Maispreise reagierten auf die neuen Daten des USDA zunächst mit einem Rückgang, lagen am Ende der Woche (wegen der guten Export-Daten des USDA) jedoch schon wieder deutlich im Plus. In den USA kletterte der Mais am Freitag (12.12) Nachmittag  sogar auf dem höchsten Stand seit Juli 2014 - also seit 6 Monaten. Eine ähnliche Entwicklung ist in Europa zu beobachten. Dennoch war das Preisniveau am Weltmarkt (und auch in Europa) Mitte Dezember 2014 noch etwa 15 Prozent niedriger als im Dezember 2013.
 
Rekordernte wird vom USDA bestätigt
Die Dezember-Schätzung des USDA zur globalen Maisernte 2014/15 liegt bei knapp 992 Mio. t und damit 1,5 Mio. t höher als im November (990 Mio. t). Die jetzt erwartete Produktion übertrifft die bisherige Rekordernte aus dem letzten Jahr von 989 Mio. t um etwa 2,5 Mio. t und wäre damit die größte jemals eingebrachte Maisernte. Sehr kräftig um 18 Mio. t auf einen neuen Rekordwert von 972 Mio. t (Nov: 972 Mio. t) wächst im aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 auch der globale Verbrauch. Dennoch übertrifft die neue Ernte den Verbrauch um 20 Mio. t. Die Bestände wachsen deshalb ebenfalls von 171 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr auf 192 Mio. t (Nov.: 191,5 Mio. t) und damit auf den höchsten Stand seit 15 Jahren (1999). Die globale Handelsmenge verfehlt mit knapp 115 Mio. t (Nov.: 115 Mio. t) den bisherigen Rekordwert von 130 Mio. t aus dem letzten Wirtschaftsjahr jedoch sehr deutlich. Insgesamt bleibt die Versorgungslage am globalen Maismarkt damit im aktuellen Wirtschaftsjahr außerordentlich komfortabel.
 
Europäer ernten mehr und importieren weniger
Die Maisernte der Europäischen Union veranschlagt das USDA im Dezember auf 73,6 Mio. und damit rund 0,6 Mio. t größer als im November-Report mit 73,0 Mio. t. Damit wäre die EU-Ernte auch 9,4 Mio. t größer als im letzten Jahr (2013) mit 64,2 Mio. t und zudem etwas größer als die bislang größte europäische Maisernte. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr nach 2004 (73,4 Mio. t) udn wird knapp übertroffen. Der vom USDA erwartete europäische Verbrauch liegt mit 77,0 Mio. t (Vj.: 76,0 Mio. t) und damit rund 3,5 Mio. t über der Produktion. Der europäische Import von Mais geht wegen der Rekordernte im  aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15  deutlich zurück. Die Rekordeinfuhr von 16,0 Mio. t (!!) im letzten Wirtschaftsjahr, wird mit aktuelle  erwarteten Importen von 6 Mio. t (Nov.: 6 Mio. t) um rund 10,0 Mio. t schrumpfen..
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass
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