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Analyse

USDA korrigiert US-Maisernte nach unten

von , am
11.11.2014

Für den Maismarkt brachte der USDA-Report einige kleine Überraschungen.

© Mühlhausen/landpixel
Für den Maismarkt brachte der USDA-Report einige kleine Überraschungen. Entgegen allen Erwartungen wurde die aktuelle US-Ernte leicht nach unten korrigiert und auch die US-Endbestände sollen etwas keiner ausfallen als der Markt erwartet hatte. Außerdem korrigierte man die chinesische Maisernte nach unten und die Maisernte der Europäer und der Ukraine nach oben. Dennoch ändert sich an den globalen Versorgungsbilanzen nicht wirklich etwas. Die Maispreise reagierten auf die neuen Daten des USDA am Montag zunächst mit einem leichten Anstieg von 0,5 % und pendeln am Dienstag im elektronischen vorbörslichen Handel seitwärts. Die weltweite Maisproduktion blieb im November-Report des USDA fast unverändert und übertrifft das Rekordergebnis des letzten Wirtschaftsjahres (2013/14) ganz leicht. Der rekordhohe globale Maisverbrauch wurde leicht gesenkt. Gleichzeitig wurden die Endbestände weiter nach oben gesetzt. Die globale Handelsmenge hat das USDA etwas zurückgenommen und bleibt damit deutlich unter dem Rekordwert des letzten Wirtschaftsjahres.
 
Bestände wachsen weiter, weniger Exporte
Die November-Schätzung des USDA zur neuen Maisernte 2014/15 liegt bei gut 990 Mio. t und damit 0,4 Mio. t niedriger als im Oktober (991 Mio. t) Die jetzt erwartete Produktion übertrifft die Rekordernte aus dem letzten Jahr von 989 Mio. t um etwa 1,0 Mio. t und wäre damit die größte jemals eingebrachte Erntemenge. Ein Grund für die ganz leicht nach unten korrigierte globale Maisproduktion ist die doch etwas überraschend (leicht) nach unten gesetzt US-Ernte. Außerdem gab es eine Abwärtskorrektur der Erntemenge in China. Sehr kräftig um 18 Mio. t auf einen neuen Rekordwert von 972 Mio. t (Okt: 973 Mio. t) wächst im aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 der globale Verbrauch. Dennoch übertrifft die neue Ernte den Verbrauch immer noch um 19 Mio. t. Die Bestände wachsen deshalb ebenfalls von 171 Mio. t auf 192 Mio. t (Okt.: 191 Mio. t) und damit auf den höchsten Stand seit 15 Jahren (1999). Die globale Handelsmenge verfehlt mit 115 Mio. t (Okt.: 116 Mio. t) den bisherigen Rekordwert von 130 Mio. t aus dem letzten Wirtschaftsjahr sehr deutlich. Insgesamt bleibt die Versorgungslage am globalen Maismarkt damit im aktuellen Wirtschaftsjahr außerordentlich komfortabel.
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US-Rekordernte ganz leicht nach unten gesetzt
Die neue Maisernte für die USA wurde in der November-Prognose des USDA (wegen der etwas niedrigeren Erträge von 10,89 t/ha) von 367,7 Mio. t auf 366,0 Mio. t nach unten gesetzt. Dennoch wird damit die bisherige Rekordernte von 353,7 Mio. t aus dem letzten Jahr (2013) deutlich um 12 Mio. t übertroffen. Die Exporte der USA sollen im aktuellen Wirtschaftsjahr dennoch auf 44,5 Mio. t (Okt: 44,5) zurückgehen, nach 50,7 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr und nur 18,3 Mio. t im Dürrejahr 2012/13. Die US-Maisbestände sollen nach der aktuellen Prognose von 31 Mio. t (2013/14) auf 51 Mio. t zunehmen (Okt: 83 Mio. t) und damit nicht ganz so kräftig wie im Oktober erwartet, jedoch immer noch um 20 Mio. t oder 65 Prozent.
 
Europäer ernten mehr und importieren weniger
Die Maisernte der Europäischen Union erwartet das USDA im November bei 73,0 Mio. und damit rund 2 Mio. t größer als im Oktober-Report mit 71,0 Mio. t. Damit wäre die EU-Ernte auch 9 Mio. t größer als im letzten Jahr (2013) mit 64,2 Mio. t und zudem die größte bislang eingebrachte europäische Maisernte. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr nach 2011 (68,6 Mio. t). Der vom USDA erwartete europäische Verbrauch liegt mit 76,5 Mio. t (Vj.: 76,0 Mio. t) und damit rund 3,5 Mio. t über der Produktion. Der europäische Import von Mais geht wegen der Rekordernte im Wirtschaftsjahr 2014/15 jedoch (weiter) zurück. Die Rekordeinfuhr von 16,0 Mio. t (!!) im letzten Jahr wird mit erwarteten Importen von 6 Mio. t (Okt.: 7 Mio. t) um 10,0 schrumpfen. Damit wären die Europäer nach Japan und Mexiko, Südkorea und Ägypten und knapp vor dem Iran der fünftgrößte Maisimporteur der Welt.
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Ukrainischen Ernte nach oben korrgiert
Für die Ukraine, den im vorigen Wirtschaftsjahr drittgrößten globalen Maisexporteur, hat das USDA die erwartete Maisernte im November (wegen der etwas höheren Erträge) auf 27,0 Mio. t (Okt: 25,0 Mio. t) nach oben gesetzt. Dennoch liegt diese Produktion unter dem bisherigen Rekord von 30,9 Mio. t aus dem letzten Jahr (2013). Gleichzeitig wäre dies jedoch die bislang zweitgrößte ukrainische Ernte überhaupt. Hauptgrund für den Produktionsrückgang gegenüber dem Vorjahr ist die mit 4,6 Mio. ha um 0,2 Mio. ha kleinere Erntefläche und die trotz der aktuellen Aufwärtskorrektur immer noch niedrigeren Erträge von 5,87 t/ha (Vj: 6,4 t/ha). Das ukrainische Exportpotential sieht das USDA im November-Report bei 16,5 Mio. t (Okt: 16,0 Mio. t), nach 20,0 Mio. t im letzten gehenden Wirtschaftsjahr und 12,7 Mio. t vor zwei Jahren.
 
Brasilien mit sehr hohen Beständen
Für Brasilien schätzt das USDA die nächste Maisernte unverändert auf 75,0 Mio. t nach einer Ernte von 79,3 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2013/14 und dem bisherigen Ernterekord von 81,5 Mio. t vor zwei Jahren. Die Aussaat der neuen Ernte (Sommermais) 2014/15 erfolgt in Brasilien im Oktober/November und von Wintermais als Zweitfrucht nach Soja im Februar. Dabei soll die Maisfläche zur neuen Ernte nach Einschätzung des USDA auf 15,0 Mio. ha zurückgehen (Vj.: 15,7 Mio. ha.). Das brasilianische Exportpotential sieht das USDA bei 22,0 Mio. t (Okt: 22,0 Mio. t) nach 22 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2013/14 und 26 Mio. t vor zwei Jahren. Grund für die relativ stabilen Ausfuhren sind die sehr hohen Lagerbestände von 17,8 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2013/14 und 17, 6 Mio. t (Okt.: 17,0 Mio. t) im neuen Wirtschaftsjahr.
 
Argentinien baut weniger Mais an
Für Argentinien erwartet das USDA einen Anbaurückgang von 3,4 Mio. ha (Vorjahr) auf 3,25 Mio. ha (Okt: 3,25 Mio. ha) in diesem Jahr. Die Aussaat der neuen Ernte 2014/15 erfolgt in Argentinien hauptsächlich im Oktober/November. Die Produktion soll mit rund 23,0 Mio. t etwa 2 Mio. t kleiner ausfallen als im letzten Jahr (25,0 Mio.t). Das Exportpotential Argentiniens schätzt das USDA für die Saison 2014/15 auf 12,5 Mio. t (Okt: 13,5 Mio. t), nach 12,8 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 und fast 23 Mio. t vor zwei Jahren. Gleichzeitig nehmen die argentinischen Endbestände auf 2,9 Mio. t (Okt: 2,6 Mio. t) von 2,1 Mio. t im letzten Jahr zu.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass
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