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Analyse

USDA: Produktion und Maisverbrauch auf Allzeithoch

von , am
14.10.2014

Am Maismarkt korrigiert das USDA in seinem Oktober-Report alle maßgeblichen Eckdaten nach oben.

© Kurt/pixelio
Am Maismarkt korrigiert das USDA in seinem Oktober-Report alle maßgeblichen Eckdaten nach oben. Allerdings hatten Analysten zuvor durchaus eine noch stärkere Aufwärtskorrektur für möglich gehalten. Zwar gaben die Maispreise am US-Terminmarkt nach der Veröffentlichung der neuen Daten am letzten Freitag kräftig um 3 % nach. Zum Beginn der neuen Woche scheinen sich die Maispreise in den USA und Europa jedoch wieder zu fangen. Offenbar sind die neuen Informationen und Daten im Wesentlichen eingepreist und und in den USA stützt die weiterhin sehr langsame Ernte die Preise. Die weltweite Maisproduktion wurde im Oktober-Report des USDA nochmals nach oben korrigiert und übertrifft weiterhin das bisherige Rekordergebnis des letzten Wirtschaftsjahres (2013/14). Ursache für die weitere Aufwärtskorrektur ist die nochmals nach oben gesetzte US-Ernte sowie die Rekordernte in Europa. Der globale Maisverbrauch wurde ebenfalls auf einen neuen Rekordwert angehoben. Außerdem wachsen auch die Bestände weiter auf den höchsten Stand seit 15 Jahren (1999). Gleichzeitig bleibt die globale Handelsmenge recht deutlich unter dem Rekordwert des letzten Wirtschaftsjahres.
 
Mais-Verbrauch macht einen Riesensprung
Die Oktober-Schätzung des USDA zur neuen Maisernte 2014/15 liegt bei 991 Mio. t und damit nochmals 3 Mio. t höher als im September (988 Mio. t.) Diese Produktion übertrifft die Rekordernte aus dem letzten Jahr von 989 Mio. t um gut 2 Mio. t und wäre damit die größte jemals eingebrachte Erntemenge. Ein Grund für den Produktionsanstieg ist die nochmals nach oben gesetzt neue US-Ernte und die größere Ernte in der EU. Allerdings gab es erneut auch Abwärtskorrekturen der Erntemengen in der Ukraine und in Russland. Sehr kräftig um 20 Mio. t auf einen neuen Rekordwert von 973 Mio. t (Sept:: 971 Mio. t) wachsen soll im aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 der globale Verbrauch. Dennoch übertrifft die neue Ernte den Verbrauch immer noch um 18 Mio. t. Die Bestände wachsen deshalb ebenfalls von 171 Mio. t auf 191 Mio. t (Sept.: 190 Mio. t) und damit auf den höchsten Stand seit 15 Jahren (1999). Die globale Handelsmenge verfehlt mit 116 Mio. t (Sept.: 117 Mio. t) den bisherigen Rekordwert von 129 Mio. t aus dem letzten Wirtschaftsjahr sehr deutlich. Insgesamt ist die Versorgungslage am globalen Maismarkt damit im aktuellen Wirtschaftsjahr außerordentlich komfortabel.
 
US-Ernte leicht nach oben gesetzt
Die neue Maisernte für die USA wurde in der Oktober-Prognose des USDA (wegen der höheren Erträge von 10,94 t/ha) von 365,6 Mio. t auf 367,7 Mio. t nach oben gesetzt und übertrifft damit sehr deutlich die bisherige Rekordernte von 353,7 Mio. t aus dem letzten Jahr (2013). Die Exporte der USA sollen im aktuellen Wirtschaftsjahr dennoch auf 44,5 Mio. t (Sept: 44,5) zurückgehen, nach 50,5 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr und nur 18,3 Mio. t im Dürrejahr 2012/13. Die US-Maisbestände sollen nach diesem Szenario von 31 Mio. t (2013/14) auf 53 Mio. t zunehmen (Sept: 51 Mio. t) und halten die Preise in den USA und am Weltmarkt unten.
 
Europäer ernten mehr und importieren weniger
Die neue Maisernte der Europäischen Union erwartet das USDA im Oktober bei 71,0 Mio. und damit rund 3 Mio. t größer als im September-Report mit 68 Mio. t. Damit wäre die EU-Ernte auch 7 Mio. t größer als im letzten Jahr (2013) mit 64,2 Mio. t und zudem die größte bislang eingebrachte europäische Maisernte. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr nach 2011 (68,6 Mio. t). Der vom USDA erwartete europäische Verbrauch liegt mit 75,5 Mio. t (Vj.: 76,0 Mio. t) allerdings weiterhin über der Produktion. Der europäische Import von Mais geht wegen der Rekordernte im Wirtschaftsjahr 2014/15 jedoch zurück. Die Rekordeinfuhr von 16,0 Mio. t (!!) im letzten Jahr wird mit erwarteten Importen von 7 Mio. t (Sept.: 10 Mio. t) um 9,0 schrumpfen. Damit wären die Europäer nach Japan und Mexiko, Südkorea und Ägypten und deutlich vor dem Iran der fünftgrößte Maisimporteur der Welt.
 
Ukraine erntet weniger Mais
Für die Ukraine, den im letzten Wirtschaftsjahr drittgrößten globalen Maisexporteur, hat das USDA die erwartete Maisernte im Oktober eine weiteres Mal um 1,0 Mio. t auf 25,0 Mio. t gesenkt. Damit liegt die Produktion deutlich unter dem bisherigen Rekord von 30,9 Mio. t aus dem letzten Jahr (2013). Das wäre ein Rückgang von etwa 19 % bzw. 5,9 Mio. t. Dennoch wäre dies noch immer die bislang zweitgrößte ukrainische Ernte überhaupt. Hauptgrund für den Produktionsrückgang sind die bei einer zum Vorjahr mit 4,6 Mio. ha um 0,2 Mio. ha kleinere Erntefläche die niedrigeren Erträge 5,43 t/ha (Sept: 5,65 t/ha) . Das ukrainische Exportpotential sieht das USDA im Oktober-Report indessen unverändert bei 16,0 Mio. t (Sept: 16 Mio. t), nach 20,0 Mio. t im letzten gehenden Wirtschaftsjahr und 12,7 Mio. t vor zwei Jahren.
 
In Brasilien läuft gerade die Aussaat
Für Brasilien schätzt das USDA die nächste Maisernte unverändert auf 75,0 Mio. t nach einer Ernte von 79,3 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2013/14 und dem bisherigen Ernterekord von 81,5 Mio. t vor zwei Jahren. Die Aussaat der neuen Ernte (Sommermais) 2014/15 erfolgt in Brasilien im Oktober/November und von Wintermais als Zweitfrucht nach Soja im Februar. Dabei soll die Maisfläche zur neuen Ernte nach Einschätzung des USDA auf 15,0 Mio. ha zurückgehen (Vj.: 15,7 Mio. ha.). Das brasilianische Exportpotential sieht das USDA bei 22,5 Mio. t (Sept: 22,5 Mio. t) nach 22 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2013/14 und 26 Mio. t vor zwei Jahren. Grund für die relativ stabilen Ausfuhren sind die sehr hohen Lagerbestände von 17,8 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2013/14 und 17, 0 Mio. t (Sept 17,0 Mio. t) im neuen Wirtschaftsjahr.
 
Argentinien will weniger Mais anbauen
Für Argentinien erwartet das USDA unverändert einen Anbaurückgang von 3,4 Mio. ha (Vorjahr) auf 3,25 Mio. ha (Sept: 3,25 Mio. ha) in diesem Jahr. Die Aussaat der neuen Ernte 2014/15 erfolgt in Argentinien hauptsächlich im Oktober/November. Die Produktion soll mit rund 23,0 Mio. t 2 Mio. t kleiner ausfallen als im letzten Jahr (25,0 Mio.t). Das Exportpotential Argentiniens schätzt das USDA für die Saison 2014/15 auf 13,5 Mio. t (Sept: 13,5 Mio. t), nach 12,5 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 und fast 23 Mio. t vor zwei Jahren. Dabei bleiben die argentinischen Endbestände mit 2,6 Mio. t ähnlich hoch wie im Vorjahr mit 2,8 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass
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