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Analyse

USDA-Report: Preisbedingt wird noch mehr Mais verfüttert

von , am
13.01.2014

Eine echte Überraschung gab es diesmal bei der Einschätzung des USDA zum Maismarkt.

© Schollen/landpixel.de
 
Eine echte Überraschung gab es diesmal bei der Einschätzung des USDA zum Maismarkt. Hier waren die Analysten eigentlich von einer Korrektur der letzten US-Maisernte nach oben ausgegangen. Ursache waren die etwas besser eingeschätzten Erträge. Das USDA setzte die US-Maisernte jedoch überraschend von 355,3 Mio. t auf 353,72 Mio. t nach unten. Wegen des (preisbedingt) höheren Verbrauchs von Futtermais wurden zudem die US-Endbestände deutlich von 45,53 Mio. t auf 41,44 Mio. t reduziert. Nach unten unten ging es deshalb auch mit den globalen Endbeständen beim Mais von 162 Mio. t auf 160 Mio. t. Allerdings ist die globale Mais-Produktion wegen der kräftig nach oben korrigierten Ernte in China ebenfalls größer als im Dezemberreport geschätzt wurde.
 
Es wird noch mehr Mais verfüttert
Die globale Maisproduktion wurden um weitere 3,0 Mio. t auf den neuen Rekordwert 967 Mio. t (Vj. 863 Mio. t) nach oben gesetzt. Der Verbrauch wächst gegenüber Dezember ebenfalls um 3,0 Mio. t auf den Rekordstand von knapp 940 Mio. t (Vj. 863 Mio. t). Grund ist der um 3 Mio. t auf knapp 570 Mio. t nach oben gesetzte Verbrauch von (billigem) Futtermais. Im vorigen Wirtschaftsjahr wurden weltweit lediglich 516 Mio. t Mais verfüttert. Futterverbrauch von Mais steigt allein in den USA im Vergleich zum letzten Jahr von 110 Mio. t auf 135 Mio. t und damit auch stärker als man noch im Dezember (122 Mio. t) erwartet hat. Diese Entwicklung reduziert auch Endbestände in den USA deutlich von 45,53 Mio. t auf 41,44. Allerdings waren die Bestände im letzten Jahr auf 21 Mio. t geschrumpft und damit gerade halb so groß wie jetzt erwartet wird.
 
Chinas Ernte ist deutlich größer
Der Grund für die trotz des kleineren US-Ernte nach oben gesetzte globale Produktion ist die im Vergleich zur Dezemberschätzung deutlich größere Maisernte in China von 217 Mio. t (Vj. 206 Mio. t) Anstelle der im Dezember erwarteten 211 Mio. t. Die chinesische Verbrauchsmenge blieb indessen zum Vormonat unverändert bei 216 Mio. t (Vj. 202 Mio. t) Gleichzeitig wurde der erwartete chinesische Mais-Import von 7,0 Mio. t . auf 5,0 Mio. t zurückgesetzt.
 
Weniger Mais in Argentinien
Unverändert zum Vormonat blieb die Ernteschätzung für die Ukraine bei 30 Mio. t (Vj. 21 Mio. t). Dagegen wurde die erwartete Erntemenge für Argentinien doch etwas überraschend von 26 Mio. t (Vj. 26,5 Mio. t) auf 25,0 Mio. t zurückgenommen. Für Brasilien ließ das USDA die Produktionserwartung ebenfalls unverändert bei 70 Mio. t (Vj. 81 Mio. t). Für die EU wurde die Ernteschätzung ganz leicht auf 64,6 Mio. t (Vj. 58,9 Mio. t) reduziert, während der EU-Import bei 9,0 Mio. t (Vj. 11 Mio. t) belassen wurde.
 
Ukraine überholt Argentinien als Exporteur
Den Export hat das USDA gegenüber der Dezember-Prognose leicht von knapp 111 Mio. t auf 109 Mio. t reduziert. Auch das ist ein neuer Rekordwert. Grund für die Korrektur ist die von 16 Mio. t auf 14 Mio. t (Vj. 23 Mio. t) nach unten gesetzte Exportprognose für Argentinien. Die Erwartungen an die Maisexporte Brasiliens setzte das USDA hingegen leicht von 20,5 Mio. t auf 21 Mio. t (Vj. 26 Mio. t) nach oben. Die US-Ausfuhrmenge wurde mit 37 Mio. t (Vj. 18 Mio. t) nicht verändert und auch die Exporte der Ukraine ließen die USDA Experten mit 18 Mio. t auf dem Stand von Dezember. Danach dürfte die Ukraine die Argentinier als drittgrößten Exporteur vom Mais überhlen.
 
China importiert etwas weniger Mais
Die Maisimporte der EU schätzt das USDA unverändert auf 9 Mio. t, nach dem Rekordwert von 11 Mio. t im letzten Jahr. Größter Mais-Importeur bleibt indessen Japan mit 15,5 Mio. t (Vj. 14,4 Mio. t ) und der gleichen Importmenge wie im Dezemberreport. Von 10,5 Mio. t auf 11,0 Mio. t leicht nach oben, setzte das USDA indessen die Importe Mexikos. Für Südkorea belieben die Einfuhren hingen mit 9,0 Mio. t unverändert zum Vormonat und auch für Ägypten veränderte das USDA mit Importen von 5,7 Mio. t seine Einschätzung nicht. Wegen der größeren Ernte setzte das USDA hingegen die Importprognose für China von 7,0 auf 5,0 Mio. t nach unten. Dagegen blieben die Importe sowohl für den Iran mit 4,1 Mio. t als auch für Algerien mit 3,0 Mio. t und für Taiwan mit 4,3 Mio. t auf dem Stand des Vormonates.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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