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Analyse

USDA: Versorgung am Maismarkt bleibt komfortabel

von , am
13.01.2015

In seinem Januar-Report hat das USDA die Maisernte in den USA stärker nach unten korrigiert als von den Analysten zuvor erwartet wurde.

© Kurt/pixelio
In seinem Januar-Report hat das USDA die Maisernte in den USA stärker nach unten korrigiert als von den Analysten zuvor erwartet wurde. Das hat die Preise zunächst einmal gestützt. Die US-Endbestände für das Wirtschaftsjahr 2014/15 wurden ebenfalls nach unten korrigiert und waren zudem auch kleiner als die aktuellen Analystenschätzungen. Die globalen Endbestände gingen ebenfalls etwas nach unten. Die weltweite Maisernte wurde (wegen der kleineren US-Ernte) leicht zurückgenommen und ist damit etwa so groß wie im letzten Jahr. Der erwartete Welthandel mit Mais blieb im Vergleich zum Dezember-Report unverändert. Ungeachtet der Änderungen bleibt die Versorgungslage am globalen Maismarkt damit im aktuellen Wirtschaftsjahr jedoch außerordentlich komfortabel.
 
Maisernte so groß wie im Vorjahr
Die Januar-Schätzung des USDA zur globalen Maisernte 2014/15 liegt bei knapp 988 Mio. t und damit 3,5 Mio. t niedriger als im Dezember (991,5 Mio. t). Die jetzt unterstellte Produktion ist etwa so groß wie die bisherige Rekordernte aus dem letzten Jahr. Der globale Verbrauch erreicht mit 971 Mio. t (Dez: 972 Mio. t) einen neuen Rekordwert und ist 18 Mio. t größer als im letzten Jahr (953 Mio. t). Dennoch übertrifft die aktuelle Ernte den Verbrauch um 17 Mio. t. Die Bestände wachsen deshalb von 172 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr auf 189 Mio. t und damit nicht ganz so kräftig wie im Dezember erwartet (192 Mio. t) wurde, jedoch auf den höchsten Stand seit 15 Jahren (1999). Die erwartete globale Handelsmenge verfehlt mit 115 Mio. t (Dez.: 115 Mio. t) den Rekordwert aus dem letzten Wirtschaftsjahr von knapp 130 Mio. t sehr deutlich.
 
Europäische Maisernte etwas größer
Die Maisernte der Europäischen Union veranschlagt das USDA im Januar auf 74,0 Mio. und damit rund 0,4 Mio. t größer als im Dezember-Report mit 73,6,Mio. t. Damit wäre die EU-Ernte auch 9,7 Mio. t größer als im letzten Jahr (2013) mit 64,3 Mio. t und zudem auch etwas größer als die bislang größte europäische Maisernte. Der vom USDA erwartete europäische Verbrauch liegt bei 77,5 Mio. t (Vj.: 76,5 Mio. t) und damit rund 3,5 Mio. t über der Produktion. Der europäische Import von Mais geht wegen der Rekordernte im Wirtschaftsjahr 2014/15 zwar zurück, ist jedoch weniger als ursprünglich erwartet. Die Rekordeinfuhr von 16,0 Mio. t (!!) im letzten Wirtschaftsjahr wird mit erwarteten Importen von 7 Mio. t (Dez.: 6 Mio. t) um rund 9,0 Mio. t schrumpfen.
 
US-Ernte nach unten korrigiert
Die Maisernte für die USA wurde in der Januar-Report des USDA (wegen der etwas niedrigeren Erträge von 10,73 t/ha und einer kleineren Erntefläche) von 366 Mio. t auf 361 Mio. t nach unten gesetzt. Dennoch wird damit die bisherige Rekordernte von 351 Mio. t aus dem letzten Jahr (2013) deutlich um 10 Mio. t übertroffen. Die Exporte der USA sollen im aktuellen Wirtschaftsjahr dennoch auf 44,5 Mio. t (Dez: 44,5) zurückgehen, nach 50,7 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr und nur 18,3 Mio. t im Dürrejahr 2012/13. Die US-Maisbestände sollen nach der aktuellen Prognose von 31 Mio. t (2013/14) auf 48 Mio. t zunehmen (Dez: 51 Mio. t) und damit nicht so kräftig wie zunächst erwartet, jedoch immer noch um 17 Mio. t oder 55 Prozent.
 
Brasilien erwartet gute Maisernte
Für Brasilien schätzt das USDA die nächste Maisernte unverändert auf 75,0 Mio. t nach einer Ernte von 79,3 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2013/14 und dem bisherigen Ernterekord von 81,5 Mio. t vor zwei Jahren.  Das brasilianische Exportpotential sieht das USDA unverändert bei 22,0 Mio. t (Dez: 22,0 Mio. t) nach ebenfalls 22 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2013/14 sowie  26 Mio. t vor zwei Jahren. Ein Grund für die relativ stabilen Ausfuhren sind die sehr hohen Lagerbestände von 17,8 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2013/14 und 17, 6 Mio. t (Dez. 17,6 Mio. t) im neuen Wirtschaftsjahr.
 
Argentinien mit stabilen Ernteprogosen
Für Argentinien erwartet das USDA auch im Januar eine Maisernte von rund 22,0 Mio. t (Dez: 22 Mio. t) und damit 3 Mio. t weniger als im letzten Jahr (25,0 Mio.t). Das Exportpotential Argentiniens schätzt das USDA für die aktuelle Saison 2014/15 auf 12,0 Mio. t (Dez: 12,0 Mio. t), nach 12,8 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 und fast 23 Mio. t (!!!) vor zwei Jahren. Außerdem sollen die argentinischen Endbestände auf 2,4 Mio. t (Dez: 2,9 Mio. t) von 1,6 Mio. t im letzten Jahr zunehmen.
 
Dr. Olaf Zinke
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