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Analyse

USDA/Mais: Billiger Mais weltweit gefragt

von , am
11.02.2014

Weltweit werden die Importe durch die niedrigen Maispreise angekurbelt.

Die Maispreise folgen momentan dem Trend aus den USA-nämlich abwärts. © Fritz/agrarheute.com
 
Mit einem leichten Preisrückgang verarbeitete der internationale Maismarkt am Montag die Daten des neuen USDA-Reports. Unmittelbar nach Veröffentlichung der neuen Daten waren die Maispreise sogar moderat gestiegen, denn die US-Maisbestände waren infolge der anhaltend starken US-Maisexporte deutlich stärker geschrumpft als erwartet. Am Ende des Handelstages stand dann dennoch ein kleines Minus, denn die Maisernte in Südamerika traf in etwa die Erwartungen des Marktes, auch wenn die Produktion in Brasilien deutlich hinter dem Rekordergebnis des Vorjahres zurückbleibt. Am Ende des Handelstags lag der Mais für den Märzkontrakt am US-Terminmarkt mit 0,3 % leicht im Minus und notierte bei umgerechnet 127,60 Euro/t (443 Ct/bu). In Europa haben sich die Maispreise am Montag ganz leicht zugelegt. Am Terminmarkt in Paris kostet der Mais knapp 175 Euro. Im vorbörslichen elektronischen Handel bewegen sich die Preise für Mais am Dienstag Vormittag (MEZ) in Chicago leicht im Minus.
 
US-Maisbestände schrumpfen
Überrascht wurde der Markt ganz offensichtlich durch den deutlich über den Erwartungen liegenden Rückgang der US-Bestände von 41,4 Mio. t auf 37,6 Mio. t. Zwar hatten die Analysten zuvor wegen der sehr starken US-Exporte durchaus mit einer Korrektur nach unten gerechnet, diese fiel nun jedoch deutlich stärker als erwartet aus. Auch mit den globalen Endbeständen ging es deshalb stärker als erwartet nach unten. Dafür setzte das USDA den Export von 109,4 Mio.t auf den neuen Rekordwert 112,5 Mio. t nach oben. Hauptgrund hierfür sind die anhaltend starken US-Exporte die jetzt von 37,0 Mio. t auf 41,0 Mio. t nach oben korrigiert wurden.
 
Brasilien ohne Überraschungen
Die Maisernte Brasiliens ließ das USDA wie erwartetet bei 70,0 Mio. t. Gegenüber der bisherigen Rekordernte aus dem vorigen Wirtschaftsjahr von 81,0 Mio. t ist dies allerdings ein Rückgang von rund 10 Mio. t. Ursache ist der kräftige vor allem preisbedingte Rückgang des Maisanbaus von 15,8 Mio. ha im Vorjahr auf 14,7 Mio. h in diesem Jahr (zu Gunsten von Soja).Das Exportpotential der Brasilianer hat das USDA im Februar unverändert auf 21,0 Mio. t veranschlagt und damit etwa 5 Mio. t kleiner als im letzten Wirtschaftsjahr. Gleichzeitig wäre dies die zweitgrößte Exportmenge überhaupt und zudem die zweitgrößte Ausfuhrmenge nach den USA. Die brasilianischen Mais-Bestände wurden vom USDA im Februar immerhin auf 9,9 Mio. t geschätzt, nach 14,1 Mio. t im Vorjahr und 9,2 Mio. t vor zwei Jahren. Für Brasilien könnten sich die Ernteschätzungen wegen des nach Soja als Zweitfrucht angebauten Wintermais durchaus noch ändern. Mittweile ist deutlich mehr als die Hälfte der brasilianischen Produktion Wintermais, der erst von Juni bis August geerntet wird.
 
Argentinien mit etwas kleinerer Ernte
Die Mais-Ernte für Argentinien nahm das USDA wie von den Analysten erwartetet um 1,0 Mio. t auf 24,0 Mio. t zurück. Im letzten Wirtschaftsjahr brachten die argentinischen Farmer mit 26,5 Mio. t Mais allerdings eine Rekordernte ein. Im aktuellen Jahr ist die Anbaufläche mit 3,3 Mio. h allerdings 0,7 Mio. ha kleiner als im letzten Jahr mit 4,0 Mio. ha. Das argentinische Exportpotential korrigiert das USDA deshalb von 17,0 Mio. t auf 16,0 Mio. t nach unten. Im vorigen Wirtschaftsjahr hatten die Argentinier (infolge der sehr schwachen US-Exporte) die Rekordmenge von knapp 23 Mio. t Mais exportiert. Die Mais-Bestände wurden vom USDA im Januar auf 0,9 Mio. t geschätzt und damit ähnlich groß wie im Vorjahr.
 
Europäische Importe gehen deutlich nach oben
Weltweit werden die Importe durch die niedrigen Maispreise angekurbelt. Den europäischen Import hat das USDA vor dem Hintergrund der sehr starken laufenden aktuellen Importe von 9,0 Mio. t auf 10,5 Mio. t nach oben gesetzt. Damit erreicht man - trotz einer deutlich besseren Ernte - fast die bisherige Rekordmarke aus dem letzten Jahr von 11,3 Mio. t. Von 11,0 Mio. t auf 11,5 Mio. t korrigierte das USDA die Importe Mexikos nach oben. Das ist etwa die doppelte Einfuhrmenge wie im letzten Jahr (5,6 Mio. t). Auch für Ägypten wurde der Maisimport um 0,5 Mio. t auf 6,2 Mio. t nach oben gesetzt. Unverändert zum Januar bei 5,0 Mio. t beließ das USDA den Importbedarf Chinas. Auch für den größten Importeur Japan blieb der Importbedarf mit 15,5 Mio. t auf dem Stand vom Januar, jedoch gut 1,0 Mio. t über dem Vorjahr. Mehr Mais als im letzten Jahr kaufen wegen der niedrigen Maispreise unter anderem auch Südkorea mit 9,5 Mio. t sowie der Iran mit 4,1 Mio. t.
 
So viel Mais gab es noch nie
Die globale Produktion beließ das USDA im Februar unverändert auf dem neuen Rekordwert von 967 Mio. t (Vj. 863 Mio. t). Das ist ein Produktionszuwachs von mehr asl 100 Mio. t oder 12 %. Der Verbrauch wächst (gegenüber Januar) um fast 4 Mio. t auf den neuen Rekordstand von 943 Mio. t (Vj. 861 Mio. t). Die globalen Bestände sind wegen des höheren Verbrauchs mit 157 Mio. t hingegen kleiner als im Januar angenommen (160 Mio. t), liegen jedoch etwa 23 Mio. t über der Vorjahresmarke von 134 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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