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Analyse

USDA/Mais: Reichlich versorgter Markt lässt wenig Spielraum

von , am
13.08.2014

Die globale Maisproduktion wurde noch einmal nach oben korrigiert und übertrifft damit erstmals das bisherige Rekordergebnis des letzten Wirtschaftsjahres.

© marshi/aboutpixel.de
Am Maismarkt bestätigt das USDA in seinem August-Report noch einmal sehr gute globale Versorgung für 2014/15. Die globale Maisproduktion wurde gegenüber dem Juli-Report des USDA noch einmal nach oben korrigiert und übertrifft damit erstmals das bisherige Rekordergebnis des letzten Wirtschaftsjahres (2013/14). Hauptursache für die Aufwärtskorrektur ist die weiter nach oben gesetzte Rekordernte in den USA. Allerdings hatten die Analysten im Vorfeld des Reports eine weitaus stärkere Korrektur der US-Ernte und der Endbestände nach oben erwartet, so das sich die Maispreise in den USA am Dienstag Abend fast nicht veränderten. Der globale Maisverbrauch wurde ebenfalls auf einen neuen Rekordwert angehoben. Dennoch lässt die große Ernte die Bestände auf den höchsten Stand seit 15 Jahren (1999) anwachsen. Gleichzeitig liegt die globale Handelsmenge nur knapp unter dem Rekordwert des letzten Wirtschaftsjahres. Insgesamt waren die neuen Daten zum Maismarkt schon weitgehend eingepreist. Vor diesem Hintergrund ging der Mais in Chicago am Dienstag sogar mit einem leichten Plus von 0,5 % aus dem Handel, während die Kurse in Europa auch am Dienstag weiter nachgegeben hatten. Am Mittwoch Nachmittag (MEZ) bewegten sich die Maispreise im vorbörslichen Handel in Chicago seitwärts und lagen in Europa leicht im Minus.
 
Rekord-Produktion übersteigt Rekord-Verbrauch
Die August-Schätzung des USDA zur neuen Maisernte 2014/15 liegt bei 985 Mio. t und damit 4 Mio. t höher als im Juli (981 Mio. t.) Diese Produktion übertrifft die Rekordernte aus dem letzten Jahr von 984 Mio. t und wäre damit die größte jemals eingebrachte Erntemenge. Kräftig zunehmen soll 2014/15 jedoch auch der globale Verbrauch von 951 Mio. t auf 969 Mio. t (Juli: 966 Mio. t) und damit ebenfalls auf einen neuen Rekordwert steigen. Dennoch übertrifft die neue Ernte den Verbrauch immer noch um 19 Mio. t. Die Bestände wachsen deshalb ebenfalls von 171 Mio. t auf 188 Mio. t (Juli: 188 Mio. t) und damit auf den höchsten Stand seit 15 Jahren (1999). Die globale Handelsmenge erreicht mit 117 Mio. t (Juli: 118 Mio. t) fast den bisherigen Rekordwert von 122 Mio. t aus dem letzten Wirtschaftsjahr. Insgesamt ist die Versorgunglage am globalen Maismarkt damit im aktuellen Wirtschaftsjahr sehr komfortabel.
 
US-Ernte auf Rekordkurs
Die neue Maisernte für die USA wurde in der August-Prognose des USDA von 352 Mio. t auf 356 Mio. t nach oben gesetzt und übertrifft jetzt auch die bisherige Rekordernte von 353,7 Mio. t aus dem letzten Jahr (2013). Die Exporte der USA sollen im neuen Wirtschaftsjahr dennoch auf 44 Mio. t zurückgehen, von etwa 49 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr und nur 18,2 Mio. t im Dürrejahr 2012/13. Die US-Maisbestände könnten nach diesem Szenario von 30 Mio. t (2013/14) auf knapp 46 Mio. t zunehmen.
 
Europäer importieren weiter hin viel Mais
Die neue Maisernte der Europäischen Union erwartet das USDA im August bei 67,1 Mio. und damit rund 1,5 Mio. t größer als im Juli-Report mit 65,6 Mio. t. Damit wäre die EU-Ernte auch größer als im letzten Jahr (2013) mit 64,6 Mio. t und jedoch kleiner als Kommission erwartet (70,8 Mio. t). Der europäische Import von Mais soll trotz der größeren Erntemenge auch im neuen Wirtschaftsjahr 2014/15 hoch bleiben. Die Rekordeinfuhr von 15,5 Mio. t (!!) im letzten Jahr wird mit erwarteten Importen von 11 Mio. t um 4,5 verfehlt. Die Kommission hatte bisher eine Halbierung der europäischen Maisimporte erwartet. Damit wären die Europäer nach Japan und gleichauf mit Mexiko sowie vor Südkorea weiterhin der zweitgrößte Maisimporteur der Welt.
 
Ukraine mit zweitgrößter Ernte
Für die Ukraine, den im letzten Wirtschaftsjahr drittgrößten globalen Maisexporteur, hat das USDA die erwartete Maisernte im August mit 27,0 Mio. t unverändert zum Juli belassen. Damit bleibt die Produktion unter dem bisherigen Rekord von 30,9 Mio. t aus dem letzten Jahr (2013). Das wäre ein Rückgang von etwa 13 % bzw. 3,9 Mio. t. Dennoch wäre dies die bislang zweitgrößte ukrainische Ernte überhaupt. Hauptgrund für den Produktionsrückgang sind die etwas niedriger erwarteten Erträge. Das ukrainische Exportpotential sieht das USDA im August-Report bei 16,0 Mio. t (Juli: 16 Mio. t) nach 20,0 Mio. t im letzten gehenden Wirtschaftsjahr und 12,7 Mio. t vor zwei Jahren.
 
Brasiliens Aussat beginnt erst im Oktober
Für Brasilien schätzt das USDA die nächste Maisernte unverändert auf 74,0 Mio. t nach 78 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2013/14 und dem bisherigen Ernterekord von 81,5 Mio. t vor zwei Jahren. Die Aussaat der neuen Ernte 2014/15 beginnt in Brasilien allerdings erst im Oktober/November. Dabei geht die Aussaatfläche nach Einschätzung des USDA auf 14,8 Mio. ha etwas zurück (Vj.: 15,50 Mio. ha.). Das brasilianische Exportpotential sieht das USDA im neuen Wirtschaftsjahr bei 22,0 Mio. t (Juli: 22,0 Mio. t) nach 20,5 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2013/14 und 26 Mio. t vor zwei Jahren. Grund für die relativ stabilen Ausfuhren sind die sehr hohen Lagerbestände von 17,8 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2013/14 und immer noch 15,75 Mio. t im neuen Wirtschaftsjahr.
 
Argentinien mit mehr Exporten
Für Argentinien erwartet das USDA wegen einer Anbauausweitung von 3,4 Mio. ha auf 3,65 Mio. ha mit rund 26,0 Mio. t (Vj. 24,0 Mio. t) eine etwas größere Ernte. Das Exportpotential Argentiniens schätzt das USDA für die nächste Saison 2014/15 auf 15 Mio. t (Juli: 17 Mio. t), nach 11 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2013/14 und fast 23 Mio. t vor zwei Jahren. Dabei sind die argentinischen Endbestände derzeit so hoch wie lang nicht mehr und werden von 3,3 Mio. t auf 2,7 Mio. t abnehmen.
 
China ebenfalls mit Rekordernte
Die Importmenge des weltweit größten Importeurs Japan erwartet das USDA im neuen Wirtschaftsjahr relativ stabil bei 16,0 Mio. t nach 15,5 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr. Für China liegt die derzeitige Importprognose bei 3,0 Mio. t nach 3,5 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr. Grund ist die vom USDA erwartete chinesische Rekordernte von 222 Mio. t nach 218,5 Mio. t im letzten Jahr. Die chinesischen Lagerbestände wachsen um rund 3 Mio. t auf den Rekordwert von 80,4 Mio. t bzw. 43 % (!!) der globalen Maisbestände. Die Importmenge des weltweit drittgrößten Importeurs Mexiko bleibt mit 10,9 Mio. t etwa stabil , während Südkoreas Einfuhren mit 9,5 Mio. t (Vj: 10,0) geringfügig kleiner erwartet werden.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass
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