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Analyse

USDA/Mais: Rekordernte, Bestandszuwachs, Preisdruck

von , am
12.05.2014

Für den Maismarkt bringt der erste USDA-Report mit Daten für die neue Ernte 2014/15 überwiegend bärische Daten und Preisdruck.

© Mühlhausen/landpixel
 
Für den Maismarkt bringt der erste USDA-Report mit Daten für die neue Ernte 2014/15 überwiegend bärische Daten und Preisdruck. Die globale Maisproduktion erreicht nach der aktuellen Einschätzung des USDA in etwa das Rekordergebnis des aktuellen Wirtschaftsjahres (2013/14). Hauptursache ist die Wiederholung der letzten Rekordernte in den USA. Der globale Maisverbrauch steigt zwar deutlich, jedoch sorgt die große Ernte trotzdem für ein Anwachsen der Bestände auf den höchsten Stand seit 15 Jahren (1999). Gleichzeitig liegt Handelsmenge nur knapp unter dem Rekordwert des laufenden Jahres Alles in allem wirken die neuen Daten und Prognosen zum Maismarkt ausgesprochen bärisch. Vor diesem Hintergrund ging der Mais in Chicago am Freitag mit einem Abschlag von 1,7 % aus dem Handel. Am Montag Vormittag (MEZ) lagen die Maispreise im vorbörslichen Handel in Chicago erneut knapp 1 % im Minus.
 
Produktion übersteigt Verbrauch deutlich
Die erste Schätzung des USDA in diesem Jahr zur kommenden Maisernte 2014/15 liegt bei 979 Mio. t. Diese Produktion entspricht in etwa der Rekordernte aus dem letzten Jahr von ebenfalls 979 Mio. t und würde damit die größte jemals eingebrachte Erntemenge erneut erreichen. Kräftig zunehmen soll indessen der globale Verbrauch von 949 Mio. t auf 966 Mio. t und damit auf einen neuen Rekordwert steigen. Dennoch übertrifft die neue Ernte den Verbrauch immer noch um 14 Mio. t. Die Bestände wachsen deshalb ebenfalls von 168 Mio. t auf 182 Mio. t auf den höchsten Stand seit 15 Jahren (1999). Die globale Handelsmenge erreicht mit 117,9 Mio. t in etwa den bisherigen Rekordwert von 118,3 Mio. t im aktuellen Wirtschaftsjahr. Insgesamt wäre die Versorgunglage am globalen Maismarkt damit im kommenden Wirtschaftsjahr sehr gut.
 
US-Ernte erreicht Vorjahreswert, Bestände wachsen
Die neue Maisernte für die USA liegt nach der Prognose des USDA bei 353,9 Mio. t. (Analysten hatten zuvor knapp 349 Mio. t erwartet) nach dem bisherigen Rekordwert von 353,7 Mio. t im letzten Jahr (2013) und 274 Mio. t im Dürrejahr 2012. Die Exporte der USA sollen im nächsten Wirtschaftsjahr dennoch 43 Mio. t zurückgehen von 48 Mio. t im aktuellen Wirtschaftsjahr. Die US-Maisbestände könnten bei diesem Szenario von 29 Mio. t auf knapp 44 Mio. t wachsen und damit ebenfalls stärker zunehmen als die Analysten zuvor geglaubt haben.
 
Europäer erneut mit hohen Importen
Die neue Maisernte der Europäischen Union erwartet das USDA mit 64,6 Mio. t fast ähnlich groß wie im letzten Jahr (2013) mit 64,6 Mio. t und damit beispielsweise deutlich kleiner als Kommission. Der europäische Import von Mais soll bei dieser Erntemenge im nächsten Wirtschaftsjahr 2014/15 die aktuelle Rekordeinfuhr von 13 Mio. t (!!) erneut wiederholen. Die Kommission erwartete bisher eine Halbierung der europäischen Maisimporte. Damit würden die Europäer nach Japan und noch vor Mexiko und Südkorea erneut der zweitgrößte Maisimporteur der Welt.
 
Ukraine mit weniger Mais und weniger Export
Für den in diesem Jahr drittgrößten globalen Maisexporteur die Ukraine erwartet das USDA 2014 eine Maisernte von 26 Mio. t nach dem bisherigen Rekord 30,9 Mio. t im letzten Jahr (2013). Das wäre ein Rückgang der Produktion von etwa 16 % bzw. 5 Mio. t. Dennoch wäre dies immer noch bislang zweitgrößte ukrainischen Ernte überhaupt. Dabei bleibt die Aussaatfläche nach Einschätzung des USDA mit 4,8 Mio. ha etwa so große wie im letzten Jahr (4,83 Mio. ha.). Hauptgrund für den Produktionsrückgang ist vor allem der geringere Einsatz von Dünger und Pflanzenschutz wegen der kräftig gestiegenen Produktionskosten und infolge dessen die niedrigeren Erträge. Das ukrainische Exportpotential sieht das USDA derzeit bei 16,0 Mio. t nach 19,0 Mio. im laufenden Wirtschaftsjahr und 12,7 Mio. t vor zwei Jahren.
 
Brasilien mit stabilen Produktions- und Exportzahlen
Für Brasilien schätzt das USDA die nächste Maisernte auf 74,0 Mio. t nach bislang erwarteten 75,0 Mio. t in diesem Wirtschaftsjahr 2013/14 und dem bisherigen Ernterekord von 81,5 Mio. t vor zwei Jahren. Die Aussaat der neuen Ernte 2013/14 beginnt in Brasilien allerdings erst im Oktober/November. Dabei geht die Aussaatfläche nach Einschätzung des USDA mit 14,8 Mio. ha leicht zurück (15,00 Mio. ha.). Das brasilianische Exportpotential sieht das USDA im nächsten Wirtschaftsjahr bei 21,5 Mio. t nach 21,0 Mio. im laufenden Wirtschaftsjahr und 26 Mio. t vor zwei Jahren. Grund für die relativ stabilen Ausfuhren sind die sehr hohen Lagerbestände von fast 15 Mio. t im aktuellen Wirtschaftsjahr und immer noch 13,2 Mio. t im nächsten Jahr.
 
Argentinien könnte Exporte ausweiten
Für Argentinien erwartet das USDA wegen einer moderaten Anbauausweitung mit rund 26,0 Mio. t (Vj. 24,0 Mio. t) etwas größere Ernte. Das Exportpotential Argentiniens schätzt das USDA für die nächste Saison 2014/15 auf 17 Mio. t nach 10 Mio. t im noch laufenden Wirtschaftsjahr und fast 23 Mio. t vor zwei Jahren. Dabei sind die argentinischen Endbestände sind derzeit so hoch wie lang nicht mehr bei 3,0 Mio. t und werden auf 4,0 Mio. t wachsen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass
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