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Analyse

USDA/Vorab: Weniger Mais in Südamerika

von , am
10.02.2014

In beiden südamerikanischen Ländern hat die internationale Preisentwicklung beim Mais zu einem relativ deutlichen Anbaurückgang zu Gunsten von Soja geführt.

© Schollen/landpixel.de
 
Am heutigen Montag (10.02) liefert der neue USDA-Report auch Daten zur Maisernte in Südamerika. Neben den USA gehören die beiden südamerikanischen Länder zu den weltweit größten Maisexporteuren. In beiden südamerikanischen Ländern hat die internationale Preisentwicklung beim Mais allerdings zu einem relativ deutlichen Anbaurückgang zu Gunsten von Soja geführt. Für Brasilien sind die Ernteschätzungen wegen des nach Soja als Zweitfrucht angebauten Wintermais noch relativ unsicher und könnten sich durchaus noch nach oben bewegen. Mittweile ist deutlich mehr als die Hälfte der brasilianischen Produktion Wintermais, der erst von Juni bis August geerntet wird. Üblicherweise haben die wichtigsten US-Analystenhäuser ihre Einschätzung für die im USDA-Report erwarteten Veränderungen abgegeben.
 
Brasilien erntet 10 Mio. t weniger Mais als 2013
In einer Konsensschätzung zur aktuellen Mais-Ernte in Brasilien erwarteten die wichtigsten US-Analysten im Vorfeld des neuen USDA-Reports keine weiteren Veränderungen an der Erntemenge. Im Mittel liegt die Schätzung für die neue Ernte bei 70,1 Mio. t und damit nur 0,1 Mio. t höher als das USDA im Januar (70,0 Mio. t) erwartet hatte. Die Anbaufläche wurde vom USDA im Januar auf 14,7 Mio. ha veranschlagt, nach immerhin 15,8 Mio. ha im Jahr 2013. Die Spanne der Analystenschätzung zur Erntemenge bewegt sich von 66,1 Mio. t bis 74,0 Mio. t. Alle beteiligten Analysten unterstellen einen deutlichen Produktionsrückgang von rund 10 Mio. t gegenüber der Rekordernte aus dem vorigen Wirtschaftsjahr von 81,0 Mio. t. Das nicht an der Konsensschätzung teilnehmende Analystenhaus Informa Economics sieht die brasilianische Maisernte nur bei 66,55 Mio. t und damit 1,0 Mio. t niedriger als im Januar. Das USDA hatte das Exportpotential der Brasilianer im Januar auf 21,0 Mio. t veranschlagt und damit 5 Mio. t kleiner als im letzten Wirtschaftsjahr. Gleichzeitig wäre dies die zweitgrößte Exportmenge überhaupt. Die Mais-Bestände wurden vom USDA im Januar auf 9,8 Mio. t geschätzt nach 14,0 Mio. t im Vorjahr und 9,2 Mio.t vor zwei Jahren.
 
Argentinien: Ernte mit weiteren Korrekturen
Die neue Maisernte in Argentinien wird von den Analysten auf 23,8 Mio. t geschätzt. Das USDA war in seinem Januarreport noch mit 25,0 Mio. t ausgegangen und damit von 1,2 Mio. t mehr. Die Spanne der Analystenschätzungen bewegt sich von 19,8 Mio. t bis 25,0 Mio. t. Die nicht an der Konsensschätzung beteiligten Analysten von Informa Econmics gehen von einer Produktion von 22,6 Mio. t aus und liegen damit 2,4 Mio. t unter ihrer letzten Schätzung. Im letzten Wirtschaftsjahr brachten die argentinischen Farmer mit 26,5 Mio. t Mais eine Rekordernte ein. Im aktuellen Jahr ist die Anbaufläche mit 3,4 Mio. h allerdings 0,6 Mio. ha kleiner als im letzten Jahr. Das argentinische Exportpotential schätzte das USDA zuletzt auf 14,0 Mio. t. Im vorigen Wirtschaftsjahr wurde die Rekordmenge von knapp 23 Mio. t Mais exportiert. Die Mais-Bestände wurden vom USDA im Januar auf 0,9 Mio. t geschätzt und damit ähnlich groß wie im Vorjahr.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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