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Analyse

USDA/Vorab: Wieviel Mais kommt aus Südamerika?

von , am
10.03.2015

Besonderes Gewicht für die Futtergetreidemärkte haben die Einschätzungen zur Maisernte in Südamerika.

© landpixel
 
Für die Getreide-Märkte liefert der USDA-Report am Dienstag Abend zahlreiche neue Eckdaten. Besonderes Gewicht haben diesmal die Einschätzungen zur Maisernte in Südamerika. Die Entwicklung in Brasilien und Argentinien hat großen Einfluss auf die Wettbewerbssituation und die Preisentwicklung an den Exportmärkten. Üblicherweise haben die wichtigsten US-Analystenhäuser im Vorfeld ihre Einschätzung für die im USDA-Report erwarteten Veränderungen abgegeben. Auch von den wichtigsten Analysten aus Brasilien und Argentinien liegen aktuelle Produktionsprognosen vor. Zudem wird am Dienstag auch die staatliche brasilianische Getreideagentur CONAB seine Einschätzungen zur brasilianischen Ernte aktualisieren.
 
Brasiliens Maisernte geht leicht nach unten
In einer Konsensschätzung zur laufenden Ernte in Brasilien erwarteten die wichtigsten US-Analysten im Vorfeld des USDA-Reports eine marginale Korrektur der brasilianischen Maisernte nach unten. In der letzten Woche meldeten die brasilianischen Analysten von Safras & Mercado, dass die Ernte von Sommermais in Brasilien zu 26 % eingebracht ist, im Vergleich zu 41 % im Jahr zuvor. Die Aussaat von Wintermais (als Zweitfrucht nach Soja) ist zu 58,4 % erfolgt, im Vergleich 55,7 % im letzten Jahr und damit mit deutlich weiter als bislang erwartet. Nach den Angaben der brasilianischen Getreideagentur CONAB waren im letzten Jahr 62 % der brasilianischen Maisernte Wintermais (Safrina) und nur noch 38 % Sommermais. Die Konsens-Schätzung der Analysten für die neue brasilianische Maisernte lag bei 74,6 Mio. t und damit rund 0,4 Mio. t niedriger als das USDA im Februar (75,0 Mio. t) erwartet hatte. Die Aussaatfläche liegt nach den Angaben von CONAB von 15,2 Mio. ha (dav. 8,98 Mi. ha Wintermais), nach 15,4 Mio. ha (9,2 Mio. ha Wintermais) im letzten Jahr.
 
Brasilianische Analysten schätzten höher
Die Spanne der Analystenschätzung zur brasilianischen Maisernte bewegt sich von 73,0 Mio. t bis 76,0 Mio. t. Alle beteiligten Analysten unterstellen damit eine sehr gute Ernte. Der bisherige Produktionsrekord der Brasilianer aus dem Wirtschaftsjahr 2012/13 lag bei 80,1 Mio. t. Das nicht an der Konsensschätzung teilnehmende Analystenhaus Informa Economics sieht die brasilianische Maisernte bei 72,5 Mio. t und damit 0,45 Mio. t niedriger als im Februar. Das brasilianische Consulting-Unternehmen AgroConsult schätzte Sommermaisernte auf 29,0 Mio. t und die Wintermaisernte auf 50 Mio. t und liegt damit (79,0 Mio. t) deutlich über den US-Analystenschätzungen. Die letzte Prognose der staatlichen Agrarbehörde CONAB lag immer hin bei 78,4 Mio. t (dav. 48,3 Mio. t Wintermais). Das USDA hatte das Exportpotential der Brasilianer im Februar auf 22,0 Mio. t veranschlagt und damit ähnlich groß wie im letzten Wirtschaftsjahr und 4 Mio. t kleiner als die Rekordausfuhrmenge aus dem Jahr 2012/13 (26,0 Mio. t).
 
Argentiniens Ernte etwas nach oben korrigiert
Die neue Maisernte in Argentinien wird in der Konsensschätzung der US-Analysten bei 23,3 Mio. t erwartet. Das USDA hatte in seinem Februarreport mit 23,0 Mio. t gerechnet und damit 0,3 Mio. t weniger. Die Maisernte in Argentinien hat gerade begonnen und ist zu knapp 3 % eingebracht. Immer mehr Analysten befürchten (wie bei Soja), dass die sehr starken Regenfälle der letzten Tage das Ergebnis und Qualität noch beeinträchtigen könnten. Die Spanne der Analystenschätzungen bewegt sich aktuell zwischen 21,5 Mio. t bis 25,0 Mio. t. Die nicht an der Konsensschätzung beteiligten Analysten von Informa Economics gehen derzeit von einer Produktion von 23,5 Mio. t aus.
 
Argentinische Exporte größer
Die argentinische Getreidebörse in Buenos Aires schätzt die Maisernte Anfang März auf 22,5 Mio. t. Im letzten Jahr ernteten die argentinischen Farmer rund 26,0 Mio. t Mais und damit knapp 3,0 mehr als die Analysten für das aktuelle Jahr erwarten. Die bislang größte argentinische Ernte wurde im Jahr 2009/10 mit 27,0 Mio. t eingebracht. Im aktuellen Jahr ist die Maisfläche mit 3,0 Mio. h allerdings 1,0 Mio. ha kleiner als im Jahr der Rekordernte (2012/13) und noch 0,4 Mio. ha kleiner als im letzten Jahr. Das argentinische Exportpotential sieht das USDA  in deisem Wirtschaftsjahr bei 13,5 Mio. t Mais. Im letzten Jahr wurden 12,8 Mio. t Mais exportiert.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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