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Analyse

Weniger Mais in der EU

von , am
04.08.2015

Die Europäische Kommission hat ihre Prognose für die EU-Maisernte aufgrund der Trockenheit in einigen Anbauregionen deutlich nach unten angepasst.

© Imago/Westend61
Die EU-Generaldirektion Landwirtschaft (GD Agri) erwartet in der Gemeinschaft nun eine Maisernte von 65,5 Mio. t; das sind 2,9 Mio. t weniger als noch im Juni vorhergesagt. Ausschlaggebend für die Rücknahme der Prognose ist das heiße und trockene Wetter in einigen Anbaugebieten. Insbesondere in Frankreich, dem wichtigsten Maiserzeuger innerhalb der EU, leiden die Maisbestände unter einer anhaltenden Trockenheit. Am stärksten soll der mehrjährige Ertragsdurchschnitt aber in Italien, Österreich, Kroatien und der Slowakei verfehlt werden. Falls die EU-Prognose eintritt, würde die Maisernte das Rekordniveau des vergangenen Jahres um 15,8 Prozent unterschreiten.
 
Der Dachverband des europäischen Getreidehandels beziffert die Maisernte bisher in ähnlicher Höhe auf 65,7 Mio. t, während das Handelshaus ADM Europe sogar von nur 62,7 Mio. t ausgeht. Die GD Agri rechnet damit, dass die Vorräte im Laufe des Wirtschaftsjahres 2015/16 von 22,3 Mio. t auf 17,6 Mio. t Mais abgebaut werden.

Weizenprognose kaum verändert

Die voraussichtlich schlechtere Maisernte schlägt auch auf das Gesamtergebnis der europäischen Getreideernte durch. Die Kommission prognostiziert nun noch eine Erzeugung von 301,7 Mio. t, rund 5,3 Mio. t weniger als im Juni. Das Vorjahresergebnis würde damit um 8,3 Prozent unterschritten. Die Schätzung für die Gerstenernte nahm die Brüsseler Behörde um 1,6 Mio. t auf 56,5 Mio. t zurück. Beim Weichweizen korrigierte sich die Kommission um 500.000 t nach unten auf 139,4 Mio. t, womit die diesjährige Ernte um 9,4 Mio. t kleiner ausfallen würde als 2014.
 
Von den wichtigen Getreideerzeugerländern in der EU sind in Ungarn mit 16,1 Prozent, Italien mit 12,2 Prozent und Polen mit 10,1 Prozent die größten Einbußen im Vergleich zum Vorjahr zu erwarten. Für Deutschland und Rumänien beziffert die EU-Kommission den Abstand zu 2014/15 auf 8,9 Prozent und für Großbritannien auf 7,7 Prozent. Frankreich fährt mit einem Rückgang von 4,1 Prozent relativ gut, weil die Weizen- und Gerstenernte ohne sehr starke negative Witterungseinflüsse eingebracht werden konnte, im Gegensatz zu der erst im Herbst anstehenden Maisernte.

Weniger Raps

Auch die Ölsaaten haben zuletzt unter der Witterung gelitten. Die EU-Generaldirektion setzte ihre Juli-Schätzung für den Raps mit 20,73 Mio. t um rund 1 Mio. t niedriger als einen Monat zuvor. Die sehr gute Ernte des Jahres 2014 würde damit um 14,7 Prozent verfehlt.
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