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Analyse

Anstieg der Rapspreise geht weiter

von , am
30.06.2015

Die Rapspreise sind in der letzten vollen Juniwoche weiter kräftig gestiegen.

Der Raps hat seine Aufwärtstendenz an der Matif gestern fortgesetzt. © hapo/landpixel
 
Die Rapspreise sind in der letzten vollen Juniwoche weiter kräftig gestiegen und durchbrachen am Freitag am europäischen Terminmarkt die Marke von 390 Euro nach oben. Das sind die höchsten Preise seit April 2014 also seit mehr als als einem Jahr. Bis Montag  Nachmittag steigen die Rapspreise in Europa weiter und in den USA legen die auch Sojapreise weiter zu.
 
Die Ursachen für die Preisrally beim Raps liegen sowohl der Trockenheit in Europa und den sinkenden Ernteerwartungen als auch in den extremen Witterungsverhältnissen in Kanada (Canola) und in den USA (Soja). Während es in Europa und Kanada deutlich zu trocken ist, verhindert Dauerregen im Mittelwesten der USA zum einen den Abschluss der Sojaaussaat und könnte zum anderen zu Einbußen bei den Anbauflächen und der Produktion von Sojabohnen führen.
 
Trockenheit drückt Canola-Ernte in Kanada
In Kanada hat es bislang nicht einmal halb so viel geregnet wie sonst üblich und beim aktuellen Crop-Monitoring in der Prärieprovinz Alberta wurden gerade einmal 31 % der Canolapflanzen in die beiden besten Kategorien eingestuft, im Vergleich zu 81 % im vorigen Jahr. Der maßgebliche kanadische Getreide- und Ölsaatenhändler CWB hat bereits vor den Auswirkungen der extremen Trockenheit gewarnt und erwartet die neue kanadische Canola-Ernte 2015 auf einem 8Jahrestief.
 
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Rapspreise jetzt deutlich über 390 Euro
Am Montag (29.06) steigen die Rapspreise am europäischen Terminmarkt weiter und liegen am Nachmittag (15:30) bei 393,50 Euro und damit 2,25 Euro im Plus. Am vorigen Freitag (26.06) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt bereits über die Marke von 390 Euro auf den höchsten Stand seit April 2014 gestiegen. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde am vorigen Freitag mit 391,25 Euro gehandelt und damit zu 3,75 Euro höheren Preisen als am Vortag (387,50 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (379,25 Euro) sind die Preise für den Augustkontrakt an der MATIF um 12,0 Euro bzw. 3,2 % gestiegen.
 
Der Novemberkontrakt wurde am vorigen Freitag mit 394,75 Euro notiert und damit 3,50 Euro höher als am Vortag (391,25) Gleichzeitig kostete der Novembertermin 10,75 Euro mehr als in der Vorwoche (384 Euro). Im Vergleich zum Vorjahr (350,25 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit  sogar  41,0 Euro höher und befinden sich zudem auf dem höchsten Stand seit über einem Jahr (April 2014).
 
Canolapreise auf Stand von 2013
Am kanadischen Terminmarkt sind die Canolapreise im Verlauf der vorigen Woche ebenfalls weiter gestiegen, haben aber am Freitag etwas nachgegeben und liegen auch am Montag Nachmittag im Minus. Die Marke von 500 CAD (höchster Stand seit Herbst 2013) wird aber ohne Probleme gehalten. Der vordere Julikontrakt (alte Ernte) kostete am Montag Nachmittag 508,10 CAD und die neue Ernte (November) 522 CAD/t (378 Euro). Am Freitag (26.06) lagen die Preise für die alten Ernte noch bei 511,80 CAD und für die neue Ernte bei 523,6 CAD (380 Euro).
 
Damit sind die Canolapreise im Vergleich zur Vorwoche für die neue Ernte immer noch 20 CAD/t bzw. 3,9 % höher. Im Vergleich zum Vorjahr (459 CAD) sind die Canolapreise am kanadischen Terminmarkt derzeit sogar  49 CAD bzw. 11 % höher.
 
Kassapreise (Raps) für alte Ernte über 400 Euro
Am deutschen Kassamarkt sind die Rapspreise für die knappe alterntige Ware in der vorigen Woche ebenfalls kräftig gestiegen und dürften auch zum Beginn der neuen Woche weiter steigen. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Freitag (26.05) für den Junitermin am Großmarkt Hamburg bei 422 Euro (Vw. 410 Euro) und in Mannheim ebenfalls bei 422 Euro/t (Vw: 408 Euro). Das waren 10 bis 12 Euro höhere Preise als eine Woche zuvor. Vom Mittelandkanal meldet man am Freitag (26.06)  Preise von 400 Euro (Vw: 388 Euro) und damit ebenfalls 12 Euro mehr.
 
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Kassapreise für neue Ernte steigen weiter
Für den Raps der neuen Ernte (August) wurden im deutschen Großhandel am Freitag (26.06) Preise von 385 Euro (MLK) bis 394 Euro (MH) geboten (Vw. 369 Euro und 377 Euro) und damit zwischen 16 und 17 Euro höhere Preise als eine Woche zuvor. Gleichzeitig handelt man die neue Ernte (August) je nach Handelsplatz 15 Euro (MLK) bis 36 Euro (HH) unter dem Niveau der alten Ernte (Juni).
 
In Frankreich bewegten sich die aktuellen Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag Vormittag (29.06) für die neue Ernte bei 392 Euro und damit 13 Euro höher als in der Vorwoche (Vw: 379 Euro).
 
Sojapreise jetzt über 1000-Cent-Marke
Am Montag Nachmittag (29.06.) liegen die vorderen Sojapreise  ind en USA 0,7 % im Plus bei 1008,4 Ct je Buschel (332 Euro). Am Freitag (26.06) war die Sojabohne (Julikontrakt) ebenfalls ganz leicht um 0,2 % auf 1002,0 Cent je Buschel (329,6 Euro/t) gestiegen. Das war der höchste Stand seit März 2015. Die neue Ernte (November) notierte am Freitag 0,8 % höher bei 986 Cent je Buschel (324 Euro/t).
 
Im Wochenvergleich sind die vorderen Sojapreise in Chicago damit um 3,2 % gestiegen. Für Sojaschrot (Julikontrakt) haben die Preise am vorigen Freitag um 1,4 % auf 341,3 USD/st (336,7 Euro/t) zugelegt. Für Sojaöl (Julikontrakt) sind die Preise am Freitag um 0,4 % auf 33,22 Ct/lb (656 Euro/t) zurückgegangen.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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