Login
Analyse

Argentinien: Sojaernte übertrifft Erwartungen

von , am
15.05.2014

Die aktuelle argentinische Sojaernte fällt offenbar größer aus als bislang von Analysten erwartet wurde.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die aktuelle argentinische Sojaernte fällt offenbar größer aus als bislang von Analysten erwartet wurde und auch als das USDA geschätzt hat. Davon gehen diese Woche jedenfalls die Analysten der beiden wichtigsten Getreidebörsen des Landes in Buenos Aires und in Rosario in separaten Schätzungen aus. In Argentinien ist die Haupternte von Soja im Wesentlichen im Mai beendet. Lediglich der nach Weizen als Zweitfrucht gepflanzte Soja braucht noch einige Zeit länger (Juni) bis zur Ernte.
 
Getreidebörsen korrigieren Ernte nach oben
Die Getreidebörse in Rosario hat die aktuelle argentinische Sojaernte auf Basis der vorliegenden Ernteergebnisse auf 55,7 Mio. t geschätzt. Das wäre mehr als die bisherige Rekordernte aus dem Jahr 2009 mit 54,5 Mio. t. Außerdem musste die Börse in Rosario ihre vorige Prognose von 54,9 Mio. t nach oben korrigieren. Die Ernte des Vorjahres von 49,3 Mio. t wurde ebenfalls deutlich übertroffen. Die andere große Getreidebörse in Buenos Aires schätzte die Ernte auf 55,5 Mio. t und damit ähnlich groß und ebenfalls deutlich über der letzten Prognose von 54,5 Mio. t. Damit müsst auch das USDA seine aktuelle Prognose im nächsten Report nach oben korrigieren.
 
Argentinien mit rekordhohen Beständen
In seinem Maireport schätzte das USDA die aktuelle Ernte (nur) auf 54,0 Mio. t. Das Exportpotential Argentiniens erwarteten die US-Experten für das laufende Wirtschaftsjahr bei 9,0 Mio. t. Allerings befinden sich die argentinischen Endbestände von Sojabohnen auf einem neuen Rekordstand von 28,0 Mio. t, nach 22,0 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr. Damit verfügt Argentinien M Ende des Wirtschaftsjahres über rund 10 Mio. t größere Bestände als Brasilien (18,5 Mio. t) und mehr als doppelt so große Endbestände wie die China (13,7 Mio. t) und sogar fast 10mal so große Bestände wie die USA (3,5 Mio. t).
 
Schrotexporte ebenfalls auf Rekordhoch
Ein Grund für die weltweit größten und weiter wachsenden Soja-Bestände ist die massive Zurückhaltung der argentinischen Farmer bei der Vermarktung und dem Export wegen der staatlichen Handelsrestriktionen, der hohen Steuern und der Inflation. Die Schrotexporte Argentiniens (des mit Abstand größten Schrotexporteurs) erreichen nach Einschätzung des USDA in diesem Wirtschaftsjahr den Rekordwert von 27,8 Mio. t (Vj. 23.7 Mio. t) und vor zwei Jahren 26 Mio. t).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass
Auch interessant