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Analyse

Brasilien bestätigt rekordhohe Sojaernte

von , am
13.02.2015

Die neue brasilianische Sojaernte wird deutlich größer als im letzten Jahr und die bislang mit Abstand größte Sojaernte des Landes.

Die Brasilianer sollen dieses Jahr mit 111 Mio. t eine Rekordsojaernte einfahren. © landpixel
 
Die neue brasilianische Sojaernte wird deutlich größer als im letzten Jahr und die bislang mit Abstand größte Sojaernte des Landes. Das bestätigt diese Woche das staatliche brasilianische Landwirtschaftsamt CONAB (Companhia Nacional de Abastecimento) in seiner aktuellen Anbau- und Ernteprognose. Allerdings hat CONAB die Ernteerwartung im Vergleich zur Januarprognose etwas nach unten korrigiert und liegt mit seiner Ernteschätzung jetzt ähnlich hoch wie das USDA in seinem aktuellen Februarreport. Der bisherige brasilianische Ernterekord aus dem Vorjahr wird jedoch um fast 10 % übertroffen. Anfang Februar war die Sojaernte in Gesamt-Brasilien bereits zu 10 % eingebracht und im zentralbrasilianischen Matto Grosso sogar fast zu 20 %. Die Angebotspreise an den südamerikanischen Exporthäfen gehen für die kommenden Liefertermine zurück. Und der Preisdruck könnte wegen der ebenfalls rekordhohen argentinischen Ernte noch zunehmen.
 
Rekordaussaatfläche bei Soja
Die Aussaat von Soja beginnt Zentralbrasilien (Matto Grosso) in einigen Regionen bereits im September und im Süden im Oktober. Die Haupaussaat erfolgt im November. Geerntet Soja hauptsächlich von Februar bis März. In der aktuellen Februarprognose geht CONAP von einer Aussaatfläche bei Sojabohnen von 31,5 Mio. ha aus. In der Januarschätzung lag die Anbauschätzung bei 31,62 Mio. ha und war damit geringfügig größer. Im letzten Jahr lag die Aussaatfläche von Soja bei 30,17 Mio. ha und war damit 4,4 % oder 1,33 Mio. ha kleiner als die Rekordaussaatfläche in diesem Jahr.
 
Ernte 10 % größer als im Vorjahr
Die brasilianische Sojaproduktion schätzt CONAP im Februar auf 94,5 Mio. t und damit zwar 1,4 % oder 1,34 Mio. t kleiner als noch im Januar mit 95,9 Mio. t, jedoch ähnlich groß wie das USDA in seinem Februarreport mit 94,5 Mio. t geschätzt hat. Im letzten Jahr brachten die brasilianischen Farmer nach den Daten von CONAP die bisherige Rekordernte von 86,12 Mio. t ein. Damit wäre die neue brasilianische Sojaernte rund 10 % oder 8,4 Mio. t größer als vor einem Jahr. Angebaut und geerntet werden Sojabohnen in Brasilien hauptsächlich in Zentralbrasilien (46 % der Produktion) und im Süden ( 35 %) des Landes. Auf den Südosten Brasiliens  entfallen etwa 6 % der Sojaproduktion, auf den Nordosten 8 % und auf den Norden rund 4 %.
 
Exportpreise gehen zurück
Die aktuellen Angebotspreise für südamerikanisches Soja liegen für an den brasilianischen und argentinischen Exporthäfen für die Verladung im März bei 380 USD/t und für den Mai bei 370 USD/t. US-Soja koste an den dortigen Exporthäfen (fob-Golf) Mitte Februar noch 401 USD/t und für den März 395 USD/t sowie im April 390 USD/t. Damit wird derzeit für die nächsten Monate in Südamerika ein Rückgang der Exportpreise für Sojabohnen erwartet. Am europäischen Importfen Rotterdam (cif) lagen die Importpreise für Sojaschrot zur Anlieferung im Februar zwischen 425 und 435 USD/t und für den März zwischen 400 und 430 USD/t. Die Preisvorstellungen für den April bewegten sich zwischen 390 und 400 USD/t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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