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Analyse

Brasilien: Hitze und Regen reduzieren Sojaernte

von , am
14.03.2014

Hitze und Niederschlagsmangel im Süden und Südosten Brasiliens sowie sintflutartige Regenfälle in Zentralbrasilien drücken die Ernteergebnisse bzw. behindern die Erntearbeiten bei Soja.

© landpixel
 
Hitze und Niederschlagsmangel im Süden und Südosten Brasiliens sowie sintflutartige Regenfälle in Zentralbrasilien drücken die Ernteergebnisse bzw. behindern die Erntearbeiten bei Soja. Die Analysten der staatlichen brasilianischen Agentur für Getreide und Ölsaaten (CONAB) haben ihre Erwartungen an die Sojaernte in Brasilien Mitte März deutlich nach unten korrigiert. Mit 85,4 Mio. t liegt die aktuelle Prognose nun 4,6 Mio. t oder gut 5 % niedriger als vor vier Wochen. Trotzdem übertrifft die erwartete Erntemenge den bisherigen Rekord aus dem letzten Jahr (81,5 Mio. t) noch um 4 Mio. t. Bis zum 07. März hatten die brasilianischen Farmer bereits 52 % der neuen Ernte eingebracht. Im letzten Jahr waren es zu diesem Termin 48 % und im langjährigen Mittel 35 %.
 
Ernte in Mato Grosso fast eingebracht
Ursache für die deutliche Produktionskorrektur ist die Trockenheit in einigen Anbauregionen im Süden und Südosten des Landes. Dagegen hat CONAB seine Schätzung für den wichtigsten brasilianischen Sojaproduzenten Mato Grosso (30 % der Produktion) trotz der heftigsten Regenfälle seit vielen Jahren sogar leicht nach oben korrigiert. Allerdings war die Schätzung von CONAB noch vor den besonders starken Regenfällen der letzten Woche zu Stande gekommen. Auf 26,4 Mio. t schätzte CONAB die Soja-Produktion in Mato Grosso nach 26,2 Mio. t im Vormonat. Die Ernte war in Mato Grosso am 7ten März zu 73 % abgeschlossen und am 13ten März zu 80 % eingebracht und dürfte allmählich auf die Exportmärkte drängen. Insbesondere China wartet auf die im Vergleich mit den sehr knappen US-Bohnen preiswerteren Sojabohnen aus Brasilien.
 
Schlimmste Trockenheit seit 40 Jahren
Die schlimmste Trockenheit seit mehr als 40 Jahren erlebten die Landwirte in den Bundesstaaten Sao Paulo und Minas Gerais im Südosten des Landes. Dort werden (neben Soja) vor allem Kaffee, Zucker und Orangen angebaut. Bei diesen Kulturen sind die beiden Staaten sogar die größten Produzenten Brasiliens. CONAB schätze die Sojaproduktion für Sao Paulo auf 1,9 Mio. t nach 2,2 Mio. t im Monat zuvor. Die Sojaernte für in Minas Gerais wurde auf 3,3 von zuvor 3,8 Mio. t reduziert. Deutlich nach unten ging es zudem mit der Sojaernte für den zwischen Mato Grosso (in Zentralbrasilien) und Minas Gerais gelegenen Bundesstaat Goias, einen der wichtigsten Anbaustaaten für Sojabohnen. Hier reduzierte CONAB die erwartete Produktion auf 8,6 Mio. t von zuvor 9,5 Mio. t.
 
USDA lässt Exportprogosen unverändert
Auch das USDA hatte in seinem Märzreport die brasilianische Ernte von 90 Mio. t auf 88,5 Mio. t reduziert. Bleibt damit jedoch noch über der Schätzung von CONAB. Die brasilianischen Soja-Ausfuhren hatte das USDA im März unverändert auf 45 Mio. t geschätzt nach knapp 42 Mio. t im letzten Jahr. Die Exporte von Sojaschrot wurden ebenfalls unverändert auf 14 Mio. t veranschlagt, nach 13,2, Mio. t im letzten Jahr. Damit sind die Brasilianer nach Argentinien (27 Mio. t (!!) der zweitgrößte Exporteur von Schrot und die EU ist mit 19,1 Mio. t der größte Schrotimporteur. Die braslianischen Endbestände erwartet das USDA mit 19,2 Mio. t nochmals deutlich größer als im letzten Jahr mit 15,9 Mio. t.
 
Sojapreise zuletzt gefallen
Die Preise für Sojabohnen haben diese Woche eine regerechte Berg und Talfahrt absolviert, liegen aber im Vorwochenvergleich rund 2 % niedriger. Dennoch kosten die Bohne immer noch rund 9 % mehr als zu ihrem letzten Tiefpunkt Ende Januar. Am Donnerstag (13.03) handelte man die Bohnen am US-Terminmarkt in Chicago mit umgerechnet 368 Euro/t (1390,6/bu) und der die neue Ernte (November) wurde mit 312 Euro/t (1179,6 Ct/bu) notiert. An den Exporthäfen am US-Golf kostete Soja für die Verladung im März 555 USD/t (402 Euro) und für den April immerhin noch 553 USD/t (400 Euro). An den argentinischen Exporthäfen wurde Soja für den Maitermin für 517 USD/t (374 Euro) angeboten und für den Juni für 507 USD/t (367 Euro). Am europäischen Importhafen Rotterdam (cif) kosteten brasilianische Sojabohnen für den Apriltermin 574 USD/t (416 Euro) und für den Juni 567 USD/t (410 Euro). Sojaschrot (48 %) aus Brasilien wurde die Märzverladung in Rotterdam für 595 USD/t( 431 Euro) angeboten und für den April nur noch für 552 USD/t (400 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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