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Analyse

Dramatischer Absturz der Rapspreise

von , am
24.08.2015

Die Rapspreise folgen zum Beginn der aktuellen Woche den weiter fallenden Sojapreisen nach unten.

Der Raps hat seine Aufwärtstendenz an der Matif gestern fortgesetzt. © hapo/landpixel
 
Die Rapspreise folgen zum Beginn der aktuellen Woche den weiter fallenden Sojapreisen nach unten. Daran konnte auch die am vorigen Freitag deutlich nach unten korrigierte kanadische Rapsernte nichts ändern. Auf nur noch 13,3 Mio. t senkte Statistik Kanada seine Ernteprognose wegen der Trockenheit in den Hauptanbauprovinzen Alberta und Saskatchewan. Im vorigen Jahr (2014) hatten die kanadischen Farmer noch 15,6 Mio. t Canola geerntet und vor zwei Jahren waren es sogar 18,0 Mio. t .
 
Auch die nach unten korrigierten Ernteprognosen für die US-Sojaernte konnten den Preisverfall bei Ölsaaten erst einmal nicht aufhalten. Während das USDA in seinem August-Report noch von einer Sojaernte von 106,6 Mio.t und Sojaerträgen von 3,15 t/ha ausging, schätzte die US-Feldtour die Produktion nach einer Begutachtung der Bestände in den wichtigsten Anbaustaaten auf 105,8 Mio. t und die durchschnittlichen Erträge auf 3,12 t /ha.
 
Druck aus China und aus Südamerika
Hauptursache für den heftigen Preisrutsch bei Ölsaaten dürfte die Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik in China sein, verbunden mit deutlichen Korrekturen an den dortigen Aktien-, Immobilen und Rohstoffmärkten. Hinzu kommen Befürchtungen über geringere Importe bei Sojabohnen und auch bei Raps durch den weltgrößten Ölssaaten-Importeur. Etwa zwei Drittel (!!) der global gehandelt Sojabohne gingen im vorigen Wirtschaftsjahr nach China. Bei Rapssaat kaufte China ein Drittel der globalen Handelsmenge.
 
Zudem drängen die rekordhohen Sojaernten in Brasilien (94,5 Mio. t) und in Argentinien (60,8 Mio. t) auf die Exportmärkte und drücken die Exportpreise. Brasilien dürfte knapp 50 Mio. t Soja sowie 15 Mio. t Schrot exportieren und Argentinien 10 Mio. t Soja und knapp 28 Mio. t Schrot.
 
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Rapspreise folgen Soja steil nach unten
Die Rapspreise sind am Freitag am europäischen Terminmarkt erneut sehr kräftig gefallen. Der Novemberkontrakt wurde mit 357,50 Euro gehandelt und damit zu 6,75 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (364,25 Euro). Der Februarkontrakt notierte bei 358,50 Euro und damit 5,50 Euro niedriger als am Vortag (365,0).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Raps von Anfang Juli (402,5 Euro) sind die derzeitigen Rapspreise damit 45,0 Euro bzw. 11,2 % niedriger. Gleichzeig sind die aktuellen Preise am europäischen Terminmarkt derzeit um 27,25 Euro bzw. 8,3 % höher als die Preise im Vorjahr (330,25 Euro).
 
Am Montag stürzen die Rapspreise am europäischen Terminmarkt regelrecht ab. Der Novemberkontrakt liegt um 15:30 um 13,25 Euro bzw. 3,9 % im Minus und notiert nur noch 343,75 Euro.
 
Kassapreise fallen dramatisch
Am deutschen Kassamarkt sind die Rapspreise bereits in der vorigen Woche deutlich zurückgegangen und fallen auch zum Beginn der Woche weiter. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Montag Mittag (24.08) für den Novembertermin zwischen 345 Euro (Mittelandkanal) und 359 Euro (Mannheim) und damit 28 bis 30 Euro niedriger als vor einer Woche (Vw. 375 Euro bis 387 Euro). Gleichzeitig handelt man den Februartermin noch zwischen 345 Euro und 359 Euro.
 
In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag Vormittag (24.08) für die Novembertermin bei 362 Euro und damit 18 Euro niedriger als vorigere Woche (380 Euro).
 
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USA: Sojapreise stürzen am Montag weiter ab
Am Freitag (21.08) sind die Preise für Sojabohnen (Septemberkontrakt) am Terminmarkt in Chicago deutlich um 1,8 % auf 905,2 Cent je Buschel (292,9 Euro/t) gefallen. Die neue Ernte (November) notierte 2,0 % schwächer bei 889,4 Cent je Buschel (287,8 Euro/t). Am Montag Nachmittag (MEZ) liegen die vorderen Sojapreise (September) erneut 3,2 % im Minus bei 876,2 Cent je Buschel (283,5 Euro).
 
An den Exporthäfen der USA sind die Preisforderungen für Sojabohnen ebenfalls kräftig zurückgegangen. Am vorigen Freitag (21.08) lagen die Exportpreise für US-Soja am US-Golf (fob) für die Verladung im Zeitraum September bis Oktober bei 367 bis 362 USD und damit rund 4 bis 11 USD niedriger als vor einer Woche (371 bis 373 USD/t). Die Preisforderungen für die neue US-Ernte (November) lagen am vorigen Freitag bei 363 und damit 10 USD niedriger als vor einer Woche (373 USD ).
 
Dr. Olaf Zinke
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