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Analyse

Drittgrößte europäische Rapsernte möglich

von , am
31.03.2015

Kurz vor dem Monatswechsel hat die EU-Kommission ihre Prognose zur europäischen Rapsernte 2015 aktualisiert.

Der Raps konnte 0,75 Euro gewinnen und schloss bei 376,50 Euro je Tonne. © landpixel/Beuermann
 
Kurz vor dem Monatswechsel hat die EU-Kommission ihre Prognose zur europäischen Rapsernte 2015 aktualisiert. Auf der Grundlage der bislang vorliegenden Anbaudaten und Ertragserwartungen rechnet die Kommission jetzt mit einer Rapsernte von 21,34 Mio. t. Im Vergleich zur vorigen Schätzung (21,1 Mio. t) wurde die erwartete Produktion damit um 0,24 Mio. t nach oben gesetzt. Grundlage für die Korrektur sind die höher erwarteten Erträge. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem letzten Jahr (2014) von 24,06 Mio. t wäre die erwartete Ernte rund 2,8 Mio. t oder 12 % kleiner. Die Ernteschätzungen anderer europäischer Analysten bewegen sich derzeit noch etwas über der Prognose der Kommission. Vor wenigen Tagen hatte das europäische Analystenhaus Strategie Grains seine Prognose zur neuen Rapsernte von 21,6 Mio. t auf 21,9 Mio. t angehoben. Der Verband der europäischen Getreidehändler COCERAL erwartete Ende März in seiner Prognose eine Rapsernte von 21,6 Mio. t.
 
Ernteerwartung nach oben korrigiert
Die Kommission hat die Erwartungen an die neue Rapsernte 2015 in der aktuellen Prognose auf 21,33 Mio. t von zuvor 21,15 Mio. t nach oben korrigiert. Im Vergleich zur Rekordernte von 2014 (24,1 Mio. t) wäre die neue Ernte 2015 rund 2,8 Mio. t oder 12% kleiner. Das bereits sehr gute Ergebnis aus dem Jahr 2013 (20,98 Mio. t) würde hingegen um 0,35 Mio. t übertroffen. Die bislang zweitgrößte europäische Rapsernte aus dem Jahr 2009 von 21,49 Mio. t würde nur ganz knapp um 0,16 Mio. t verfehlt. Damit wäre die für 2015 erwartete Produktion (trotz des Rückgangs) die bislang drittgrößte europäische Rapsernte.
 
Anbaufläche wurde zurückgenommen
Die Anbaufläche veranschlagt die Kommission in ihrer aktuellen Schätzung auf 6,642 Mio. ha und damit deutlich kleiner als bei der vorigen Prognose (6,78 Mio. ha) und etwa 90.000 ha kleiner als 2014 (6,73 Mio. ha. Strategie Grains hat die Rapsfläche 2015 ebenso wie COCERAL allerdings nur auf 6,5 Mio. ha geschätzt und damit deutlich kleiner als die Kommission. Vor zwei Jahren (2013) lag die Rapsfläche bei 6,704 Mio. ha und vor drei Jahren (2012) nur bei 6,2 Mio. ha. Die Durchschnittserträge erwartet die Kommission 2015 bei 3,2 t/ha und damit zwar höher als bei der vorigen Prognose mit 3,11 t/ha und jedoch gut 10 % niedriger sein als im Rekordjahr 2014 mit 3,57 t/ha und etwas höher als vor zwei Jahren mit 3,13 t/ha.
 
Verbrauch schrumpft etwas
Den Verbrauch von Rapssaat erwartet die Kommission im nächsten Wirtschaftsjahr 2015/16 bei 24,9 Mio. t und damit höher als bei der letzten Schätzung mit 24,7 Mio. t jedoch rund 0,8 Mio. t kleiner als im aktuellen noch laufenden Wirtschaftsjahr mit 25,7 Mio. t. Dennoch übertrifft der erwartete Verbrauch die Produktion um 3,6 Mio. t. Vor zwei Jahren (2013/14) lag die Verbrauchsmenge allerdings nur bei 23,8 Mio. t und vor drei Jahren (2012/13) bei 23,1 Mio. t.
 
Import nimmt wieder zu
Bei den Rapsimporten erwartet die Kommission im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 einen kräftigen Anstieg. Mit den derzeit für das kommende Wirtschaftsjahr 2015/16 prognostizierten Importen von 3,2 Mio. t wären die erwarteten Einfuhren der Europäer 0,35 Mio. t größer als die für die aktuelle Saison erwarteten Importe von 2,85 Mio. t. Im Wirtschaftsjahr 2013/14 lag die Importmenge von Rapssaat allerdings bei 3,5 Mio. t und im Jahr 2012/13 bei knapp 3,4 Mio. t.
 
Verbrauch von Rapsschrot bleibt hoch
Den Verbrauch von Rapsschrot erwartet die Kommission im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 bei 13,75 Mio. t und damit etwas größer als bei der vorigen Prognose mit 13,6 Mio. t, jedoch 0,35 Mio. t kleiner als als im aktuellen Wirtschaftsjahr mit 14,1 Mio. t. Vor zwei Jahren (2013/14) lag die Verbrauchsmenge von Rapsschrot allerdings nur bei 13,2 Mio. t und vor drei Jahren (2012/13) sogar nur bei 12,8 Mio. t. Den Verbrauch von Rapsöl veranschlagt die Kommission für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 auf 9,8 Mio. t und damit nur 0,1 Mio. t kleiner als im noch laufenden Jahr mit einem Rekordverbrauch von 9,9 Mio. t. Vor zwei Jahren (2013/14) lag die Verbrauchsmenge bei 9,4 Mio. t und vor drei Jahren (2012/13) erst bei 8,86 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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