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Analyse

Enge Bilanz am globalen Rapsmarkt

von , am
14.07.2015

Die globale Versorgungsbilanz am globalen Rapsmarkt ist im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 angespannt.

© Vibe images/fotolia.de
 
Die globale Versorgungsbilanz am globalen Rapsmarkt ist im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 angespannt. Zum einem geht Produktion in der Europäischen Union und Kanada deutlich zurück und auch der drittgrößte Produzent und größte Importeur China erntet 2015 weniger Raps als im vorigen Wirtschaftsjahr. Das USDA hat die globale Produktionsmenge in seinem Julireport wegen weiterer Abwärtskorrekturen der Ernteerwartungen in der Europäischen Union, in Kanada auch in China weiter nach unten gesetzt. Der Verbrauch übersteigt die globale Produktion relativ deutlich und die Bestände schrumpfen auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2007 also seit 8 Jahren.
 
Zu diesen Ergebnissen kommt das US-Landwirtschaftsministerium in seinem aktuellen Juli-Report für das Wirtschaftsjahr 2015/16. Die Produktionsmenge erwartet das USDA im derzeit bei 67,2 Mio. t und damit nochmals 1,3 Mio. t kleiner als im Juni (68,5). Im Vergleich zum bisherigen Produktionsrekord aus der Saison 2014/15 von 71,7 Mio. t bedeutet die Juli-Schätzung des USDA einen Rückgang der globalen Raps-Erzeugung um 4,5 Mio. t bzw. 6,3 %.
 
Der Welthandel mit Raps schrumpft nach Einschätzung des USDA ebenfalls deutlich um 1,1 Mio. t auf 13,1 Mio. t. Gleichzeitig sinken die Endbestände recht deutlich von 6,8 Mio. t auf 4,6 Mio. t im neuen Wirtschafjahr 2015/16. Niedriger waren die Raps-Bestände zuletzt im Jahr 2007/08 (3,95).
 
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Anbaurückgang und niedrigere Erträge in Europa
Für die EU verschlagen die USDA-Analysten die für 2015 erwartete Rapsproduktion im Juli auf 21,4 Mio. t (EU-Kommission 21,7 Mio. t). Im Vergleich zum zur Rekordernte aus dem letzten Jahr von 24,3 Mio. t wäre dies ein Produktionsrückgang von 2,9 Mio. t bzw. 12 %, jedoch noch knapp über der Ernte von 2013 (21,3) der bislang zweitgrößten europäische Rapsernte.
 
Die Erntefläche für die Europäische Union schätzt das USDA auf 6,56 Mio. ha, nach rund 6,76 Mio. ha im letzten Jahr und damit 0,2 Mio. ha kleiner. Der europäische Import von Raps könnte nach Einschätzung des USDA (trotz der kleineren Ernte) auf 2,4 Mio. t von 2,5 Mio.t in der vorigen Saison zurückgehen. Die europäischen Endbestände schrumpfen sehr kräftig um rund 1,2 Mio. t von 2,4 Mio. t (2014/15) auf nur noch 1,2 Mio. t im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16.
 
Schwache Ernte in Kanada, weniger Exporte
Ein weiterer Grund für den globalen Produktionsrückgang ist die deutlich kleinere Rapsernte (Canola) in Kanada. Anstelle der im Vorjahr geernteten 15,6 Mio. t Canola, erwarten die US-Analysten für die für 2015 nur noch eine Produktion von 14,6 Mio. t (Juni: 14,8 Mio. t). Das wäre im Vergliech zum Vorjahr ein Rückgang der kanadischen Canola-Produktion von 6,5 % bzw. 1,0 Mio. t. Ein Grund ist die Einschränkung der Anbaufläche für die Ernte 2015 auf 7,9 Mio. ha (Juni: 7,7 Mio. ha). Im Vorjahr hatten die kanadischen Farmer noch von rund 8,18 Mio. ha Canola geerntet.
 
Darüber hinaus werden witterungsbedingt (Trockenheit) deutlich niedrigere Erträge von nur noch 1,85 t/ha erwartet .Vor vier Wochen lag die Ertragserwartung (Juni-Report) noch bei 1,92 t/ha und im vorigen Jahr (2014) bei 1,93 t/ha. Der kanadische Export könnte nach Einschätzung des USDA auf 8,1 Mio. t zurückgehen, von 8,8 Mio.t im vorigen Wirtschaftsjahr 2014/15. Trotz des Rückgangs wäre dies jedoch gut 60 % der weltweiten Handelsmenge bei Raps. Die kanadischen Endbestände schrumpfen von 1,9 Mio. t (2014/15) auf nur noch 1,3 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2015/16.
 
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Australien erntet mehr Raps, Ukraine weniger
Für Australien erwartet das USDA in seinem Julireport eine neue Canola-Ernte von 3,6 Mio. t. Im zurückliegenden Jahr hatten die Australier mit 3,6 Mio. t ähnlich viel Canola geerntet. In Australien wird Canola/Raps (Winterraps) von April bis Mai gesät und etwa im Dezember geerntet.
 
Für die Ukraine gehen die die US-Analysten für 2015 lediglich von einer Produktion von 1,8 Mio. t auf einer Fläche von 0,75 Mio. ha aus. Im vorigen Jahr (2014) hatten die ukrainischen Landwirte 2,2 Mio. t Raps von 0,88 Mio. ha geerntet und damit 0,4 Mio. t Raps mehr.
 
Für die neue russische Rapsernte liegen die derzeitigen Erwartungen bei 1,2 Mio. t (Juni: 1,4) von einer kleiner als zunächst erwarteten Fläche von etwa 0,95 Mio. ha (Juni: 1,1 Mio. ha). Im vorigen Jahr (2014) hatten die russischen Landwirte noch 1,46 Mio. t Raps von 1,06 Mio. ha geerntet.
 
China mit kleinerer und Indien mit größerer Ernte
Die Rapsernte des weltweit drittgrößten Rapsproduzenten China soll mit 14,1 Mio. t (Juni: 14,2) das sehr gute Ergebnis des Vorjahre (2014) von 14, 6 Mio. t ebenfalls um 0,5 Mio. t verfehlen. (Chinas Ernte erfolgt von April bis Mai) Den chinesischen Import von Rapssaat schätzt das USDA für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 deutlich kleiner auf 3,6 Mio. t, nachdem es in der vorigen Saison 4,2 Mio. t waren. Die chinesischen Bestände schrumpfen deshalb auch von 0,94 Mio. t auf nur noch 0,59 Mio. t.
 
Die neue Rapsernte Indiens wird von den USDA-Analysten mit 7,5 Mio. t hingegen etwas größer erwartet als im letzten Jahr mit 7,1 Mio. t. (Indies Raps-Ernte erfolgt ebenfalls von April bis Mai).
 
Darüber hinaus sollen die Raps-Einfuhren des zweitgrößten globalen Importeurs Japan, im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 mit 2,4 Mio. t wohl geringfügig kleiner ausfallen als im Vorjahr mit 2,5 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke
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