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Analyse

Erneut sehr große Sojaernten in Südamerika

von , am
12.10.2015

Für die neuen südamerikanischen Ernten im Frühjahr 2016 erwartet das USDA für Brasilien einen weiteren Rekord und auch für Argentinien eine sehr große Ernte.

© landpixel
 
Bei Sojabohnen meldet der aktuelle USDA-Report für das Wirtschaftsjahr 2015/16 weiterhin eine sehr komfortable globale Versorgung. Allerdings wurde die aktuelle US-Ernte leicht nach unten korrigiert und verfehlt den Rekord aus dem Vorjahr nun knapp. Die zurückliegenden und derzeit am Weltmarkt gehandelten südamerikanischen Ernten 2015 befinden sich indessen auf einem Rekordstand. Für Brasilien wurde die endgültige Erntemenge 2015 sogar noch einmal nach oben gesetzt. Für die neuen südamerikanischen Ernten im Frühjahr 2016 erwartet das USDA für Brasilien einen weiteren Rekord und auch für Argentinien eine sehr große Ernte.
 
Dennoch sind die Sojapreise nach der Veröffentlichung der neuen USDA-Daten zunächst leicht gestiegen und auch zum Beginn der neuen Woche startet die Sojabohne fester. Ursache für die festen Preise ist leichte Korrektur der US-Ernte und der US-Bestände nach unten. Trotz des Anstiegs sind die Sojapreise am US-Terminmarkt derzeit etwa 5 % niedrigerer als die bereits kräftig nach unten korrigierten Sojapreise im Oktober 2014.
 
Rekordproduktion und Rekordverbrauch
Im Oktober veranschlagt das USDA die globale Sojaernte 2015/16 auf 320,5 Mio. t und damit geringfügig größer als bei der vorigen Prognose mit 319,6 Mio. t. Damit übertrifft die erwartete Produktion auch die Rekordernte aus dem vorigen Wirtschaftsjahr von 319,0 Mio. t. Ganz leicht nach oben korrigiert hat das USDA im Oktober den globalen Verbrauch von Sojabohnen von 310,1 Mio. t auf 310,5 Mio. t und damit ebenfalls auf einen neuen Rekordstand. Im Wirtschaftsjahr 2014/15 lag die Verbrauchsmenge von Sojabohnen bei 297,9 Mio. t und damit noch unter 300 Mio. t. Trotz des Verbrauchsanstiegs übertrifft die Sojaproduktion den Verbrauch um rund 10,0 Mio. t.
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Endbestände so groß wie nie
Die Endbestände wachsen deshalb auf 85,1Mio. t und damit etwa so kräftig wie schon bei der vorigen Prognose mit 85,1 Mio. t erwartet wurde. Im vorigen Wirtschaftsjahr 2014/15 waren die Endbestände mit 78,0 Mio. t allerdings rund 7,1 Mio. t kleiner. Die für das Wirtschaftsjahr 2015/16 erwartete globale Handelsmenge ist nach der aktuellen Einschätzung des USDA mit 126,8 Mio. t geringfügig größer als bei der vorigen Prognose (126,5) und übertrifft den bisherigen Rekordwert aus dem vorigen Wirtschaftsjahr (126,1 Mio. t) um 0,7 Mio. t. Insgesamt bleibt die Versorgungslage am globalen Sojamarkt damit weiterhin sehr komfortabel.
 
Sojaernte in den USA leicht nach unten
Die laufend Sojaernte in den USA würde nach der aktuellen Prognose des USDA bei 105,8 Mio. t liegen und damit etwas kleiner sein als bei der vorigen Prognose mit 107,1 Mio. t. Damit wäre die neue Ernte auch etwas kleiner als die Rekordernte von 107 Mio. t aus dem vorigen Jahr (2014) und deutlich größer als vor zwei Jahren (91,4 Mio. t.).
 
Die Soja-Exporte der USA gehen im Wirtschaftsjahr 2015/16 (wegen der starken südamerikanischen Konkurrenz) zurück und werden vom USDA nur noch bei 45,6 Mio. t (Sept: 47,0) erwartet, nach 50,2 Mio. t im Jahr 2014/15. Die US-Schrotexporte veranschlagt das USDA auf 10,6 Mio. t nach 12,0 Mio. t im vorigen Jahr.
Die US-Sojabestände dürften indessen von 5,2 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 11,6 Mio. t (Sept: 12,3) etwas weniger kräftig zunehmen wie zunächst erwartet.
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Brasilien erntet und exportiert mehr 
Für Brasilien schätzt das USDA die nächste Sojaernte im Frühjahr 2016 auf den Rekordwert von 100,0 Mio. t und damit nochmals 3,0 Mio. t größer als im Vormonat (97,0 Mio. t), nach dem bisherigen Rekord von 96,2 Mio. t (Sept: 94,5 Mio. t) zur zurückliegenden Ernte 2015. Die Aussaat für die neue Ernte 2016 erfolgt in Brasilien allerdings erst im Oktober/November. Dabei soll die Aussaatfläche nach Einschätzung des USDA nochmals von 32,1 Mio. ha auf 33,3 Mio. ha zunehmen.
 
Das brasilianische Exportpotential sieht das USDA im Wirtschaftsjahr 2015/16 bei 56,5 Mio. t (Sept: 54,5 Mio. t), nach 51,1 (Sept: 50,0 Mio. t) im Wirtschaftsjahr 2014/15. Damit würde Brasilien als Exporteur im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 deutlich vor dem den USA (45,6) liegen. Die Schrotexporte Brasiliens werden für 2015/16 bei etwa 15,2 Mio. t erwartet nach 14,4 Mio. t im Jahr 2014/15 Mio. t. Die brasilianischen Lagerbestände wachsen im Wirtschaftsjahr 2015/16 auf 19,7 Mio. t an von zuvor 18,7 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2014/15.
 
Argentiniens Bestände wachsen weiter
Für Argentinien erwartet das USDA für die Ernte 2016 ebenfalls eine Anbauausweitung von 19,3 Mio. ha auf 20,0 Mio. ha. Die Produktion 2016 wird wegen der etwas niedriger erwarteten Erträge bei etwa 57,0 Mio. t erwartet, nach der Rekordernte 2015 von 60,8 Mio. t. Das Exportpotential Argentiniens bei Sojabohnen schätzt das USDA für die Saison 2015/16 auf 9,75 Mio. t nach 9,6 Mio. t in der Saison 2014/15.
 
Gleichzeitig wachsen die argentinischen Endbestände auf den neuen Rekordwert von 32,9 Mio. t . Das ist zwar etwas weniger als im vorigen Monat (33,4) erwartet wurde, jedoch nochmals mehr als im Wirtschaftsjahr 2014/15 mit 32,3 Mio. t. Die Schrotexporte Argentiniens (des mit Abstand größten Schrotexporteurs) wachsen nach Einschätzung des USDA von knapp 28,0 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 30,2 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2015/16.
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Europäer importieren mehr Schrot
Der Import der Europäischen Union von Sojabohnen soll nach Einschätzung des USDA im Wirtschaftsjahr 2015/16 mit 13,6 Mio. t (Vj: 13,6) relativ stabil bleiben. Nach China ist die EU der zweitgrößte Importeur von Sojabohnen. Der Import von Sojaschrot in die EU nimmt nach der Prognose des USDA jedoch von 19,7 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2015/16 auf 20,3 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2015/16 zu. Damit bleibt die EU (deutlich vor Indonesien, Vietnam und Thailand) der größte Importeur von Sojaschrot mit rund einem Drittel der globalen Handelsmenge.
 
Chinas Sojaimporte wachsen
Die Sojaimporte des weltweit größten Importeurs China, erwartet das USDA im Wirtschaftsjahr 2015/16 weiterhin bei etwa 79,0 Mio. t und damit rund 2,0 Mio. t größer als im Wirtschaftsjahr 2014/15 mit 77,0 Mio. t sowie mit 70,4 Mio. t vor zwei Jahren. Damit fließt rund zwei Drittel der am Weltmarkt gehandelten Sojabohnen nach China.
 
Für Chinas Sojaproduktion liegt die Produktionsprognose für 2015/16 bei 11,5 Mio. t nach 12,4 Mio. t im Jahr 2014/15 und 12,2 Mio. t vor zwei Jahren. Die chinesischen Lagerbestände gehen von 17,6 Mio. t auf 16,2 Mio. t zurück.
 
Dr. Olaf Zinke
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