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Analyse

Europäische Rapsernte 2015 größer als 22 Mio. Tonnen?

von , am
02.06.2015

Auf der Grundlage der vorliegenden Anbaudaten und aktueller Ertragsschätzungen rechnet die Kommission jetzt mit einer Rapsernte von 22,43 Mio. t.

Der Raps hat seine Aufwärtstendenz an der Matif gestern fortgesetzt. © hapo/landpixel
 
Zum Monatswechsel hat die EU-Kommission ihre Prognose zur europäischen Rapsernte 2015 aktualisiert. Auf der Grundlage der vorliegenden Anbaudaten und aktueller Ertragsschätzungen rechnet die Kommission jetzt mit einer Rapsernte von 22,43 Mio. t. Im Vergleich zur vorigen Prognose der Kommission (21,90 Mio. t) wurde die erwartete Erntemenge damit nochmals um 0,53 Mio. t bzw. 2,4 % nach oben gesetzt. Grundlage für die Korrektur sind die  etwas höher erwarteten Rapserträge und eine etwas größere Anbaufläche. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem letzten Jahr (2014) von 24,29 Mio. t wäre die für 2015 erwartete Ernte rund 1,86 Mio. t bzw. 7,7 % kleiner.
 
Die Ernteschätzungen anderer europäischer Analysten liegen jetzt etwas unter der aktuellen Prognose der Kommission. Der Getreidehändler ADM Deutschland hatte die europäische Rapsernte Ende Mai auf 21,9 Mio. t geschätzt. Das europäische Analystenhaus Strategie Grains erwartete die neue Rapsernte zuletzt ebenfalls bei 21,9 Mio. t. Das USDA ging im Mai von einer europäischen Rapsernte von 21,6 Mio. t aus.
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Zweitgrößte europäische Rapsernte
Die Kommission hat die Erwartungen an die neue Rapsernte 2015 in der aktuellen Prognose von 21,90 Mio. t auf 22,43 Mio. t nach oben korrigiert. Im Vergleich zur Rekordernte von 2014 (24,3 Mio. t) wäre die neue Ernte 2015 rund 1,9 Mio. t oder 7,7 % kleiner. Das bereits sehr gute Ergebnis aus dem Jahr 2013 (20,90 Mio. t) würde mit der neuen Ernte jedoch um 1,5 Mio. t übertroffen. Die bislang zweitgrößte europäische Rapsernte aus dem Jahr 2009 von 21,49 Mio. t würde die aktuelle Kommission-Prognose ebenfalls um 0,9 Mio. t hinter sich lassen. Damit wäre die für 2015 erwartete Produktion die bislang zweitgrößte europäische Rapsernte.
 
Anbaufläche etwas größer, Erträge leicht nach oben
Die Anbaufläche veranschlagt die Kommission in ihrer aktuellen Schätzung auf 6,64 Mio. ha und damit 30.000 ha größer als bei der vorigen Prognose (6,61 Mio. ha) und 110.000 ha kleiner als im Jahr 2014 (6,72 Mio. ha). Vor zwei Jahren (2013) lag die Rapsfläche in der Europäischen Union bei 6,70 Mio. ha und war ebenfalls größer. Vor drei Jahren (2012) wurden in Europa nur auf 6,2 Mio. ha Raps angebaut. Die Durchschnittserträge für 2015 erwartet die Kommission jetzt bei etwa 3,38 t/ha und damit noch einmal etwas höher als bei der vorigen Prognose mit 3,31 t/ha, jedoch gut 7 % niedriger sein als im bisherigen Rekordjahr 2014 mit Erträgen von 3,61 t/ha.
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Ernte in Deutschland leicht nach unten, in Osteuropa nach oben
Detaillierte Aussagen zur Rapsernte in den einzelnen Ländern macht die Kommission in ihrer aktuellen Prognose nicht. Die Analysten von ADM Deutschland (Töpfer) hatten Ende Mai bei einer etwas kleineren Gesamternte als die Kommission, für Deutschland eine Rapsernte von 5,37 Mio. t (April 5,44 Mio. t) geschätzt und damit etwas weniger als im Vormonat, nach der sehr großen Ernte von 6,26 Mio. t aus dem Jahr 2014. Für Frankreich erwarteten die Analysten Ende Mai für 2015 eine Rapsernte von 5,2 Mio. t (April: 5,26 Mio. t), nach 5,5 Mio. t im Jahr 2014. Die Produktionsschätzung für das Vereinigte Königreich lag Ende Mai für 2015 bei 2,3 Mio. t (April: 2,27 Mio. t) nach 2,46 Mio. t im Jahr 2015.
 
Für Polen rechnet ADM mit einer Erntemenge von 2,92 Mio. t (April 2,8 Mio. t) im Jahr 2015, nach einer Produktion von 3,2 Mio. t im Jahr 2014. Die Rapsernte in Tschechien soll 2015 bei 1,34 Mio. t liegen (April 1,25 Mio. t), nach rund 1,5 Mio. t im Jahr 2014 und die Produktion in Rumänien erwartete ADM 2015 bei 1,12 Mio. t (April: 0,95 Mio. t) nach 1,4 Mio. t im Jahr 2014.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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