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Analyse

Europäische Rapsernte wird noch etwas größer

von , am
06.05.2015

Kurz vor dem Monatswechsel hat die EU-Kommission ihre Prognose zur neuen europäischen Rapsernte 2015 aktualisiert.

© Jonathan Willmann/aboutpixel.de

 
Kurz vor dem Monatswechsel hat die EU-Kommission ihre Prognose zur neuen europäischen Rapsernte 2015 aktualisiert. Auf der Grundlage der vorliegenden Anbaudaten und aktueller Ertragsschätzungen rechnet die Kommission jetzt mit einer Rapsernte von 21,90 Mio. t. Im Vergleich zur vorigen Prognose der Kommission (21,15 Mio. t) wurde die erwartete Erntemenge damit um 0,75 Mio. t bzw. 3,5 % nach oben gesetzt. Grundlage für die Korrektur sind die höher erwarteten Rapserträge. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem letzten Jahr (2014) von 24,06 Mio. t wäre die erwartete Ernte rund 2,2 Mio. t bzw. 9 % kleiner.
 
Die Ernteschätzungen anderer europäischer Analysten bewegten sich ähnlich hoch wie die aktuelle Prognose der Kommission. Das europäische Analystenhaus Strategie Grains erwartete die neue Rapsernte zuletzt ebenfalls bei 21,9 Mio. t. Der Getreidehändler ADM Deutschland hatte die europäische Rapsernte mit 21,75 Mio. t Ende April ähnlich groß geschätzt wie die Kommission.
 
Bislang zweitgrößte europäische Rapsernte
Die Kommission hat die Erwartungen an die neue Rapsernte 2015 in der aktuellen Prognose von 21,15 Mio. t auf 21,90 Mio. t nach oben korrigiert. Im Vergleich zur Rekordernte von 2014 (24,1 Mio. t) wäre die neue Ernte 2015 rund 2,2 Mio. t oder 9 % kleiner. Das bereits sehr gute Ergebnis aus dem Jahr 2013 (20,90 Mio. t) würde hingegen um 1,0 Mio. t übertroffen. Die bislang zweitgrößte europäische Rapsernte aus dem Jahr 2009 von 21,49 Mio. t würde die neue Kommission-Prognose ebenfalls um 0,4 Mio. t hinter sich lassen. Damit wäre die für 2015 erwartete Produktion (trotz des Rückgangs) die bislang zweitgrößte europäische Rapsernte. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen zuletzt auch die privaten Analystenhäuser.
 
Anbaufläche nach unten, Erträge nach oben
Die Anbaufläche veranschlagt die Kommission in ihrer aktuellen Schätzung auf 6,61 Mio. ha und damit 18.000 ha kleiner als bei der vorigen Prognose (6,79 Mio. ha) und sogar 28.000 ha kleiner als im Jahr 2014 (6,73 Mio. ha). Vor zwei Jahren (2013) lag die Rapsfläche in der Europäischen Union bei 6,704 Mio. ha und war ebenfalls größer. Vor drei Jahren (2012) wurden  jedoch nur auf 6,2 Mio. ha Raps angebaut. Die Durchschnittserträge für 2015 erwartet die Kommission jetzt bei etwa 3,31 t/ha und damit höher als bei der vorigen Prognose mit 3,11 t/ha, jedoch gut 7 % niedriger sein als im bisherigen Rekordjahr 2014 mit Erträgen von 3,57 t/ha und auch etwas höher als vor zwei Jahren (2013) mit rund 3,13 t/ha.
 
Produktion überall kleiner als 2014
Detaillierte Aussagen zur Rapsernte in den einzelnen Ländern macht die Kommission in ihrer aktuellen Prognose nicht. Die Analysten von ADM Deutschland (Töpfer) hatten Ende April bei einer ähnlichen Gesamternte wie die Kommission, für Deutschland eine Rapsernte von 5,44 Mio. t geschätzt, nach der sehr großen Ernte von 6,26 Mio. t aus dem Jahr 2015. Für Frankreich erwarteten die Analysten derzeit für 2015 eine Rapsernte von 5,2 Mio. t, nach 5,5 Mio. t im Jahr 2014. Die Produktionsschätzung für das Vereinigte Königreich liegt für 2015 bei 2,3 Mio. t nach 2,46 Mio. t im Jahr 2015. Auch für Polen rechnet ADM mit einem Rückgang der Erntemenge auf 2,8 Mio. t im Jahr 2015, nach einer Produktion von 3,2 Mio. t im Jahr 2014. Auch die Rapsernte in Tschechien soll 2015 auf 1,25 Mio. t schrumpfen, von zuvor (2014) rund 1,5 Mio. t und die Produktion in Rumänien erwartete man 2015 bei 0,95 Mio. t nach 1,4 Mio. t im Jahr 2014.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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