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Analyse

Globale Rapsbilanz etwas besser als erwartet

von , am
13.10.2015

Die Versorgungsbilanz am globalen Rapsmarkt ist etwas besser als noch vor vier Wochen erwartet wurde.

© Vibe images/fotolia.de
 
Die Versorgungsbilanz am globalen Rapsmarkt ist etwas besser als noch vor vier Wochen erwartet wurde. Grund ist vor allem die größere Ernte in Kanada und das etwas über den bisherigen Erwartungen liegende Ernte-Ergebnis der Europäischen Union. Dennoch deckt auch diese größere Ernte nicht den globalen Bedarf. Die Bestände schrumpfen auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2007, wenn auch nicht so dramatisch wie vor vier Wochen erwartet wurde.
 
Die Rapsexporte gehen ebenfalls nicht ganz so kräftig zurück wie das USDA noch im September-Report geschätzt hat. Dennoch wäre der Welthandel mit Raps im Wirtschaftsjahr 2015/16 deutlich niedriger als in den beiden Jahren zuvor. Allerdings hat das USDA in seinem Oktober-Report nicht nur die globale Produktionsmenge angehoben sondern auch den Verbrauch, den Export und die Endbestände.
 
Die Rapspreise folgten am Terminmarkt nach der Veröffentlichung der neuen Daten dennoch den Sojapreisen nach oben und legten auch zum Beginn der Woche weiter zu und notierten am Montag am europäischen Terminmarkt bei 379 Euro.
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Produktion und Export nach oben korrigiert
Die globale Produktionsmenge für das Wirtschaftsjahr 2015/16 veranschlagt das USDA im Oktober auf 66,2 Mio. t und damit rund 1,6 Mio. t größer als im September (64,6). Im Vergleich zur bislang zweitgrößten Ernte aus dem Wirtschaftsjahr 2014/15 von 71,9 Mio. t, bedeutet die Oktober-Schätzung des USDA allerdings einen Rückgang der globalen Raps-Erzeugung um 5,7 Mio. t bzw. 8 Prozent. Der Welthandel mit Raps schrumpft nach der aktuellen Prognose des USDA sehr deutlich von 14,6 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2014/15 auf nur noch 12,7 Mio. t.
 
Vor vier Wochen gingen die USDA-Experten allerdings lediglich von Exporten von 12,3 Mio. t aus. Gleichzeitig schrumpfen die Endbestände von 7,5 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr auf 5,0 Mio. t (Sept: 4,1 Mio. t) im Wirtschafjahr 2015/16. Niedriger waren die weltweiten Raps-Bestände zuletzt 2007/08 (3,95) also vor neun Jahren und ähnlich hoch im Jahr 2012/13 mit 5,03 Mio. t.
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Europäische Ernte nicht bedarfsdeckend
Für die EU verschlagen die USDA-Analysten die Rapsproduktion 2015 im Oktober auf 21,6 Mio. t und damit 0,3 Mio. t größer als im September (21,3). Im Vergleich zur Rekordernte aus dem letzten Jahr von 24,4 Mio. t bedeutet die Ernte 2015 einen Produktionsrückgang von 2,8 Mio. t bzw. 12 %. Die bislang zweitgrößten europäischen Rapsernte 2013 (21,3) würde mit der Ernte 2015 jedoch um 0,3 Mio. t übertroffen.
 
Weniger Importe, Bestände schrumpfen
Die Erntefläche für die Europäische Union veranschlagt das USDA auf 6,55 Mio. ha (Sept.: 6,51), nach rund 6,76 Mio. ha im letzten Jahr und damit 0,21 Mio. ha kleiner. Der europäische Import von Raps wird nach Einschätzung des USDA (trotz der kleineren Ernte) im aktuellen Wirtschaftsjahr von 2,4 Mio. t auf 2,2 Mio.t leicht zurückgehen. Die europäischen Endbestände schrumpfen sehr kräftig von 2,3 Mio. t (2014/15) auf nur noch 1,3 Mio. t im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16.
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Kanadas Ernte ist größer, mehr Exporte
Deutlich nach oben korrigiert hat das USDA im Oktober Rapsernte (Canola) in Kanada. Anstelle der im September erwarteten 13,3 Mio. t Canola ernten die kanadischen Farmer jetzt 14,3 Mio. t und damit etwa 1,0 Mio. t mehr. Im vorigen Jahr (2014) wurden allerdings 16,4 Mio. t Canala geerntet und damit (trotz der aktuellen Korrektur) immer noch 2,1 Mio. t mehr. Ein Grund für die kleinere Ernte 2015 ist die deutliche Einschränkung der Anbaufläche auf nur noch 7,9 Mio. ha von 8,34 Mio. ha (2014).
 
Darüber hinaus sind die kanadischen Erträge mit 1,81 t/ha zwar höher als in der Septemberprognose, jedoch ebenfalls niedriger als im vorigen Jahr mit 1,97 t/ha. Den kanadischen Export hat das USDA im Oktober von 7,4Mio. t  auf 7,8 Mio. t nach oben korrigiert, bleibt damit jedoch trotzdem deutlich unter dem sehr hohen Wert aus dem Wirtschaftsjahr 2014/15 von 9,2 Mio.t im.
 
Trotz des Rückgangs kommen 62 % der weltweiten Handelsmenge bei Raps aus Kanada. Die kanadischen Endbestände schrumpfen wegen der kleienren Ernte von 2,3 Mio. t (2014/15) auf 1,4 Mio. t (Sept: 1,0 Mio. t) im Wirtschaftsjahr 2015/16.

Australien mit stabilen Erwartungen
Für Australien erwartet das USDA in seinem Oktober-Report weiterhin eine Canola-Ernte von 3,3 Mio. t. Im zurückliegenden Jahr hatten die Australier mit 3,4 Mio. t etwas mehr Canola geerntet. In Australien wird Canola/Raps (Winterraps) von April bis Mai gesät und etwa im Dezember geerntet.
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Kleine Ernten in der Ukraine und Russland
Für die Ukraine melden die US-Analysten für 2015 im Oktober wie schon im Vormonat eine Rapsernte von 1,7 Mio. t auf einer Fläche von 0,68 Mio. ha. Im vorigen Jahr (2014) hatten die ukrainischen Landwirte 2,2 Mio. t Raps von 0,88 Mio. ha geerntet und damit 0,5 Mio. t mehr. Für die russische Rapsernte liegen die aktuellen Meldungen wie schon vor vier Wochen bei 1,2 Mio. t von einer Fläche von etwa 0,95 Mio. ha. Im vorigen Jahr (2014) hatten die russischen Landwirte noch 1,46 Mio. t Raps von 1,06 Mio. ha geerntet.
 
Chinas Importe nach oben korrigiert
Die Rapsernte des weltweit drittgrößten Rapsproduzenten China verfehlt mit 14,1 Mio. t das sehr gute Ergebnis des Vorjahres (2014) von 14,6 Mio. t um etwa 0,5 Mio. t. (Chinas Ernte erfolgte von April bis Mai). Den chinesischen Import von Rapssaat schätzt das USDA für das Wirtschaftsjahr 2015/16 etwas größer als vor vier Wochen auf 3,9 Mio. t (Sept: 3,3 Mio. t), nachdem es in der vorigen Saison jedoch Importe von 4,6 Mio. t waren. Die chinesischen Bestände schrumpfen von gut 1,3 Mio. t auf nur noch 1,0 Mio. t (Sept: 0,7).
 
Indische Rapsernte größer als 2014
Die Rapsernte Indiens wird von den USDA-Analysten mit 7,15 Mio. t hingegen größer gemeldet als im vorigen Jahr mit 6,3 Mio. t. (Indiens Raps-Ernte erfolgt von April bis Mai). Allerdings ist der indische Einfluss auf den Welthandel gering. Darüber hinaus sollen die Raps-Einfuhren des zweitgrößten globalen Importeurs Japan, im Wirtschaftsjahr 2015/16 mit 2,45 Mio. t ähnlich groß ausfallen wie im Vorjahr mit 2,45 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke
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