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Analyse

Kommission erwartet 2015 kleinere Rapsernte

von , am
10.03.2015

Auf der Grundlage der vorliegenden Anbaudaten und Ertragserwartungen rechnet die Kommission für 2015 mit einem Rückgang der europäischen Rapsproduktion um 12 %.

Der Raps konnte 0,75 Euro gewinnen und schloss bei 376,50 Euro je Tonne. © landpixel/Beuermann
Anfang März hat die EU-Kommission eine erste Prognose zur europäischen Rapsernte 2015 abgegeben. Auf der Grundlage der vorliegenden Anbaudaten und Ertragserwartungen rechnet die Kommission für 2015 mit einem Rückgang der europäischen Rapsproduktion um 12 % auf 21,1 Mio. t. Etwas überraschend ist dabei allerdings, dass die Kommission für 2015 zwar von deutlich niedrigeren Erträgen ausgeht, die Anbaufläche von Raps ermittelte die EU-Kommission (anders als andere Analysten) hingegen nicht kleiner als im letzten Jahr. Der Internationale Getreiderat (IGC) hatte die europäische Rapsernte 2015 zuletzt (auf Basis einer kleineren Anbaufläche) auf 21,2 Mio. t geschätzt. Die Analysten von Strategie Grains erwarteten eine europäische Rapsernte von 21,6 Mio. t.
 
Kommission lässt Anbaufläche fast unverändert
Die Rapsernte 2015 schätzt die Kommission in ihrer  Prognose auf 21,15 Mio. t. Im Vergleich zur Rekordernte 2014 (24,1 Mio. t) wäre die neue Ernte damit 2,95 Mio. t oder 12,1 % kleiner. Gegenüber dem sehr guten Ergebnis von 2013 (20,98 Mio. t) wäre die neue Ernte 2015 hingegen noch 0,12 Mio. t größer. Die bislang zweitgrößte europäische Ernte aus dem Jahr 2009 (21,49) würde um 0,34 Mio. t verfehlt. Damit wäre die für 2015 erwartete Produktion (trotz des Rückgangs) die bislang drittgrößte europäische Rapsernte. Die diesjährige Erntefläche veranschlagt die Kommission auf 6,789 Mio. ha und damit sogar geringfügig größer als im letzten Jahr mit 6,732 Mio. ha. Der Internationale Getreiderat hat die Rapsfläche 2015 nur auf 6,5 Mio. ha geschätzt. Vor zwei Jahren (2013) lag die Rapsfläche bei 6,704 Mio. ha und vor drei Jahren (2012) nur bei 6,2 Mio. ha. Die Durchschnittserträge erwartet die Kommission 2015 bei 3,11 t/ha und damit 13 % niedriger als im Rekordjahr 2014 mit 3,57 t/ha, jedoch ähnlich hoch wie vor zwei Jahren mit 3,13 t/ha.
 
Verbrauch schrumpft, Import etwas größer
Den Verbrauch von Rapssaat erwartet die Kommission im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 bei 24,7 Mio. t und damit rund 1,0 Mio. t kleiner als im aktuellen noch laufenden Jahr mit 25,7 Mio. t. Dennoch übertrifft der Verbrauch die Produktion um 3,6 Mio. t. Vor zwei Jahren (2013/14) lag die Verbrauchsmenge allerdings nur bei 23,8 Mio. t und vor drei Jahren (2012/13) bei 23,1 Mio. t. Bei den Rapsimporten erwartet die Kommission im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 wieder einen Anstieg. Mit den derzeit für das kommende Wirtschaftsjahr 2015/16 prognostizierten Importen von 3,2 Mio. t wären die erwarteten Einfuhren der Europäer 0,3 Mio. t größer als die für die aktuelle Saison erwarteten Importe von 2,9 Mio. t. Im Wirtschaftsjahr 2013/14 lag die Importmenge allerdings bei 3,5 Mio. t und im Jahr 2012/13 bei 3,4 Mio. t.
 
Verbrauch von Rapsschrot kleiner
Den Verbrauch von Rapsschrot erwartet die Kommission im neuen Wirtschaftsjahr bei 13,6 Mio. t und damit 0,5 Mio. t kleiner als als im aktuellen Wirtschaftsjahr mit 14,1 Mio. t. Vor zwei Jahren (2013/14) lag die Verbrauchsmenge von Rapsschrot allerdings nur bei 13,2 Mio. t und vor drei Jahren (2012/13) bei 12,8 Mio. t. Den Verbrauch von Rapsöl veranschlagt die Kommission für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 auf 9,7 Mio. t und damit nur 0,2 Mio. t kleiner als im noch laufenden Jahr mit einem Rekordverbrauch von 9,9 Mio. t. Vor zwei Jahren (2013/14) lag die Verbrauchsmenge bei 9,4 Mio. t und vor drei Jahren (2012/13) erst bei 8,9 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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