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Analyse

Kommission: Gute Rapsernte erwartet, regionale Verschiebungen

von , am
07.03.2014

Die europäische Rapsernte 2014 wird nicht viel kleiner als im letzten Jahr.

© Jonathan Willmann/aboutpixel.de
 
Die europäische Rapsernte 2014 wird nicht viel kleiner als im letzten Jahr. Dabei ist die Anbaufläche gegenüber 2013 ganz leicht gewachsen. Der Importbedarf bleibt mit etwa 3,0 Mio. t relativ stabil, denn auch der Verbrauch von Rapssaat in der EU ändert sich im Vergleich zum letzten Jahr nicht. Zu diesen Ergebnissen kommt die EU-Kommission in ihrer ersten Einschätzung zum europäischen Rapsmarkt im neuen Wirtschaftsjahr 2014/15. Dabei wächst die Produktion in Frankreich und dem Vereinigten Königreich deutlich, während die Ernte in Deutschland, Polen, Tschechen und Rumänien zurückgeht. Deutschland bleibt jedoch der größte Produzent der EU.
 
Unterschiede zwischen den Ländern
Die neue europäische Rapsernte 2014 schätzt die Kommission Anfang März auf 20,7 Mio. t. Im Vergleich zur Ernte 2013 von 20,8 Mio. t ist dies ein ganz leichter Rückgang von 0,1 Mio. t. Die Anbaufläche von Raps veranschlagt die Kommission in diesem Jahr auf 6,78 Mio. ha. Im Vergleich zum letzten Jahr (6,73 Mio. t) ist ein Zuwachs von 0,05 Mio. ha und liegt über dem langjährigen Durchschnitt von 6,66 Mio. ha. Allerdings gibt es im Vergleich zum Jahr 2013 zwischen den wichtigen Rapsprozenten der EU zum Teil erhebliche Verschiebungen hinsichtlich Anbaufläche und Produktion.
 
Importmenge stabil, hohe Schrotproduktion
Bei den Rapsimporten erwartet die Kommission im nächsten Wirtschaftsjahr mit rund 3,0 Mio. kaum Veränderungen. Der Verbrauch von Rapssaat wird auf 24,7 Mio. t veranschlagt und damit ähnlich groß wie im letzten Jahr (24,8 Mio. t), jedoch 3 Mio. kleiner als die Produktion. Die Bestände bleiben mit rund 1,0 Mio. t unverändert. Die Produktion von Rapsschrot erwartet die Kommission mit 13,0 Mio. t ähnlich hoch wie 2013/14 und damit 0,6 Mio. t höher als vor zwei Jahren (12,4 Mio. t). Auch die Herstellung von Rapsöl bleibt mit 9,3 Mio. t auf den Stand des letzten Wirtschaftsjahres jedoch 0,4 Mio. t größer als vor zwei Jahren. Wie schon im noch laufenden Wirtschaftsjahr sollen auch 204/15 etwa 0,6 Mio. t Rapsöl importiert werden.
 
Französische Ernte deutlich größer
Für Frankreich schätzt die Kommission die Anbaufläche bei Raps Anfang März auf 1,53 Mio. ha. Im Vergleich zum Jahr 2013 (1,44 Mio. ha) ist dies ein Flächenzuwachs von rund 0,1 Mio. ha oder 6 %. Die französische Rapsproduktion 2014 erwartet die Kommission bei 5,1 Mio. t und damit 0,8 Mio. t oder 17 % größer als zur Ernte 2013 (4,3 Mio. t).
 
Deutsche Produktion etwas kleiner
Für Deutschland geht die Kommission Anbaufläche von 1,44 Mio. ha aus nach 1,46 Mio. ha im letzten Jahr. Die Produktionsschätzung für die neue deutsche Rapsernte 2014 liegt bei 5,5 Mio. t. Im Vergleich zur Rapsernte von 2013 (5,8 Mio. t) wäre die jetzt für 2014 erwartete Erntemenge jedoch 0,3 Mio. t oder etwa 4 % kleiner. Dennoch bleibt Deutschland auch 2014 vor Frankreich, Polen und dem Vereinigten Königreich der größte Rapsproduzent der EU.
 
Rückgang in Polen und Tschechien
Die Nummer drei unter den europäischen Rapsproduzenten war im letzten Jahr Polen. Bei unseren östlichen Nachbarn geht die Kommission 2014 von einer unveränderten Anbaufläche von 0,92 Mio. ha für die Ernte 2014 aus. Die Erntemenge könnte 2014 nach Meinung der Kommission rund 2,4 Mio. t erreichen und damit etwas 0,2 Mio. t kleiner sein als 2013 (2,6 Mio. t). Für Tschechien wird die Anbaufläche für die Ernte 2014 auf 0,39 Mio. ha geschätzt. Im Vergleich zu 2013 ist dies ein Rückgang der Anbaufläche 0,03 Mio. ha oder 8 %. Die Produktion könnte 2014 etwa 1,1 Mio. t erreichen und damit 0,3 Mio. t oder 22 % kleiner sein als 2013.
 
Mehr Raps im Vereinigten Königreich
Eine größere Rapsernte als im Jahr 2013 erwartet die Kommission für das Vereinigte Königreich. Hier ist die Anbaufläche mit 0,72 Mio. h etwa so groß wie im Vorjahr. Die Rapsproduktion soll nach der aktuellen Prognose 2,4 Mio. t erreichen. Das ist im Vergleich zur 2013 (2,2 Mio. t) einen Zuwachs von 0,2 Mio. t oder 10 %.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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