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Analyse

Kommission korrigiert Rapsernte nach oben

von , am
02.10.2015

Zum Monatswechsel hat die EU-Kommission die Daten zum europäischen Rapsmarkt 2015 aktualisiert.

Der Raps hat seine Aufwärtstendenz an der Matif gestern fortgesetzt. © hapo/landpixel
 
Zum Monatswechsel hat die EU-Kommission die Daten zum europäischen Rapsmarkt 2015 aktualisiert. Auf der Grundlage der aktualisierten Ländermeldungen rechnet die Kommission jetzt für 2015 mit einer Rapsproduktion von 21,1 Mio. t. Im Vergleich zur vorigen Prognose der Kommission (20,8 Mio. t) wurde die Erntemenge 2015 damit um 0,3 Mio. t nach oben korrigiert. Grundlage für die Korrektur ist eine geringfügig größere Erntefläche und die etwas höheren Rapserträge.
 
Analysten sehen Ernte noch etwas größer
Die Ernteschätzungen anderer Analysten liegen trotz der aktuellen Korrektur noch etwas über der Prognose der Kommission. Der internationale Getreidehändler ADM Deutschland hatte die europäische Rapsernte Ende September von 21,3 Mio. t auf 21,6 Mio. t nach oben korrigiert und liegt damit immerhin 0,5 Mio. t höher als die Kommission. Das USDA ging Mitte September von einer europäischen Rapsernte von etwa 21,3 Mio. t aus, nachdem die USDA-Experten im August 21,1 Mio. t erwartet hatten.
 
Drittgrößte europäische Rapsernte
Die Kommission hat die Rapsernte 2015 in der aktuellen Prognose von 20,8 Mio. t auf 21,1 Mio. t nach oben korrigiert. Im Vergleich zur Rekordernte von 2014 (24,3 Mio. t) wäre die Ernte 2015 rund 3,2 Mio. t oder 13,2 % kleiner. Das sehr gute Ergebnis aus dem Jahr 2013 (20,90 Mio. t) würde mit der neuen Ernte um 0,2 Mio. t übertroffen.
 
Die bislang zweitgrößte europäische Rapsernte aus dem Jahr 2009 von 21,5 Mio. t würde die aktuelle Kommission-Prognose um 0,4 Mio. t verfehlen. Damit wäre die für 2015 erwartete Produktion die bislang drittgrößte europäische Rapsernte.
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Lücke zwischen Verbrauch und Produktion
Bei den Importen von Rapssaat erwartet die Kommission im laufenden Wirtschaftsjahr 2015/16 mit knapp 3,1 Mio. t einen kräftigen Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2,3 Mio. t) von 0,8 Mio. t bzw. um ein Drittel. Der europäische Verbrauch von Rapssaat (ohne Exporte) wird auf 24,4 Mio. t veranschlagt und damit 0,9 Mio. t kleiner als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 als die Rekordmenge von 25,3 Mio. t verbraucht wurde.
 
Gleichzeitig übersteigt der Verbrauch die Produktion um 3,3 Mio.t. Die europäischen Endbestände von Rapssaat schmelzen nach Einschätzung der Kommission deutlich von 2,0 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr auf 1,4 Mio. t im aktuellen Wirtschaftsjahr 2015/16 ab.
 
Verbrauch Schrot und Öl rückläufig
Die Produktion von Rapsschrot erwartet die Kommission für das Wirtschaftsjahr 2015/16 bei etwa 13,4 Mio. t und damit 0,5 Mio. t kleiner als im bisherigen Rekordjahr 2014/15 (13,9 Mio.t) und gleichzeitig 0,3 Mio. t höher als vor zwei Jahren (13,1 Mio. t). Der europäische Verbrauch von Rapsschrot schrumpft nach der aktuellen Kommissions-Prognose um 0,5 Mio. t auf 13,5 Mio. t im aktuellen Wirtschafsjahr 2015/16 von zuvor 14,0 Mio. t.
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Die europäische Produktion von Rapsöl geht mit erwarteten 9,6 Mio. t im Vergleich zum zurückliegenden Wirtschaftsjahr (10,0 Mio. t) um 0, 4 Mio. t zurück. Der Verbrauch von Rapsöl geht nach der Einschätzung der Kommission von 9,8 Mio. t auf 9,6 Mio. t im aktuellen Wirtschaftsjahr zurück. Die Importe von Rapsöl sollen mit 0,26 Mio. t fast stabil bleiben. Gleichzeitig erwartet die Kommission, dass die Importe bei Palmöl von etwa 6,8 Mio. t auf 6,6 Mio. t zurückgehen.
 
Rapspreise 15 Prozent höher als 2014
Am europäischen Terminmarkt sind die Rapspreise im September von etwa 357 Euro bis auf 368 Euro gestiegen. Dabei halten die kräftig gefallenen Sojapreisen jedoch auch die Rapspreise unten. Anfang Oktober wurde Novemberkontrakt am Terminmarkt mit 369 Euro/t gehandelt und damit rund 12 Euro höher als Anfang September. Im Vergleich zum Oktober des Jahres 2013 (320 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt jedoch 49 Euro bzw. 15 % höher.
 
Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen Anfang Oktober (01.10) für den Novembertermin zwischen 370 Euro (Mittelandkanal), 375 Euro (Hamburg) und 380 Euro (Mannheim). Gleichzeitig handelt man den Februartermin an den drei Handelsplätzen Mittellandkanal, Hamburg und Mannheim zwischen 371 Euro und 379 Euro. Im Vergleich zum vorigen Jahr (2014) waren die Preise am Mittellandkanal (311 Euro) 59 Euro höher, in Hamburg (320 Euro) etwa 55 Euro höher, in Mannheim (320 Euro) etwa 60 Euro höher.
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In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Donnerstag (01.10) für die Novembertermin ebenfalls bei etwa 370 Euro. Damit sind die Preise in Frankeich 48 Euro höher als im Oktober 2014 (322 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
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