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Analyse

Kräftiger Preissprung bei Soja und bei Raps

von , am
03.11.2014

Die Rapspreise sind letzte Woche überraschend kräftig gestiegen.

Der Raps legte an der Matif 1,25 Euro/t zum Vortag zu. © Mühlhausen/landpixel
 
Die Rapspreise sind letzte Woche überraschend kräftig gestiegen. Dabei hat vor allem die jüngste Rallye am Sojamarkt auch für höhere Rapspreise gesorgt. Hinzu kamen jedoch die kräftig nach unten korrigierten Erwartungen an die nächste europäische Rapsernte 2015. Diese haben den Preisen ebenfalls einen kräftigen Schub gegeben. Dabei hat der Internationale Getreiderat die Erwartungen an die Rapsernte in der EU wegen einer kleineren Aussaatfläche und infolge des massiven Schädlingsbefalls als Folge des Verbots des Insektizids Neonikotinoid nach unten gesetzt. Besonders betroffen sind unter anderem Deutschland und Großbritannien.
 
Sojapreise steigen um über 7 Prozent
Bei Soja sind die Preise in den USA letzte Woche trotz der unverändert erwarten Rekordernte um 7 % deutlich über die Marke von 1000 Ct/Bu (294 Euro/t) gestiegen. Gründe sind unter anderem der anhaltend starken US-Export und die offenbar keineswegs reichliche Versorgung am Kassamarkt, wegen eines eher zurückhaltenden Verkaufs durch die US-Farmer. Gleichzeitig war die Nachfrage der Ölmühlen und aus der Tierproduktion ziemlich stark. Auch die weiterhin langsame und hinter dem optimalen Zeitfenster liegende Sojaaussaat in Brasilien stützt die Preise.
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Raps-Preise am Terminmarkt kräftig gestiegen
Die Rapspreise sind am europäischen Terminmarkt in der letzten Woche sehr kräftig gestiegen. Vor allem die hinteren Termine legten kräftig um mehr als 10 Euro zu. Am letzten Freitag (31.10.) beendete der auslaufende Novemberkontrakt den Handel bei 330 Euro. Das waren 7 Euro mehr als am Freitag (24.10) der Vorwoche (323 Euro/t). Der Februartermin notierte am Freitag (31.10) bei knapp 344 Euro/t und damit etwa 11 Euro teurer wie in der Vorwoche (Vw: 333 Euro/t) und der Mai wurde mit 349 Euro notiert. Am Montag (03.11) Mittag lagen die Rapspreise am europäischen Terminmarkt für den Februar um 13:00 Uhr 344,75 Euro und damit nochmals knapp 1,0 Euro höher als am Freitag.
 
Rapspreise am Kassamarkt machen Sprung
Die Kassapreise für Raps sind in der letzten Woche ebenfalls kräftig gestiegen. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen (November) am Freitag (31.10) an den Großmärkten in Hamburg und Mannheim zwischen 334 Euro und 336 Euro (Vw. 329 Euro) und am Mittelandkanal ebenfalls bei 336 Euro (Vw. 320 Euro) und damit zwischen 5 und 16 Euro höher als in der Vorwoche. Für die Anlieferung im Februar wurden an den drei Handelsplätzten Preise zwischen 345 bis 352 Euro geboten und damit 12 bis 18 Euro mehr als letzte Woche (Vw. 327 bis 340 Euro). In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (03.11) bei 340 Euro und damit 15 Euro höher als vor einer Woche (325 Euro).
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Preis-Rallye am Sojamarkt
Die Sojapreise haben in der letzten Woche am US-Terminmarkt kräftig um rund 7 % zugelegt. Der Preisabstand zwischen Kassamarkt (301 Euro/t) und Terminmarkt beträgt knapp 7 Euro. Der Novembertermin kostete am Freitag (31.10.) 307,6 Euro (1046,6 Ct/bu) und damit rund 24 Euro mehr als am Freitag vor einer Woche mit 283,4 Euro/t (977,4 Ct/bu). Der Januarkontrakt ging am vergangenen Freitag (31.10) mit knapp 308,3 Euro/t (1049,6 Ct/bu) aus dem Handel und der März mit 309,6 Euro (1053,2 Ct/bu). Am heutigen Montag (03.11) starten die US-Sojapreise schwächer in den Handel. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Freitag (31.10) für die Verladung im November 446 USD/t (357 Euro/t) und für den Dezember 444 USD/t (355 Euro) und damit 26 USD mehr als letzte Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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