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Analyse

Preissprung bei Raps wegen schwacher Ernteprognose

von , am
02.03.2015

Die Rapspreise sind am Terminmarkt am vergangenen Freitag sehr kräftig gestiegen und beendet den Handel nur knapp unterhalb der Marke von 370 Euro.

Der Raps legte an der Matif 1,25 Euro/t zum Vortag zu. © Mühlhausen/landpixel
 
Die Rapspreise sind am Terminmarkt am vergangenen Freitag sehr kräftig gestiegen und beendet den Handel nur knapp unterhalb der Marke von 370 Euro. Auch am ersten Handelstag im neuen Monat März startet der Raps am europäischen Terminmarkt mit  höheren Preisen. Auslöser für die Preisrally beim Raps waren die aktualisierten Anbau– und Produktionserwartungen am Rapsmarkt für die Ernte 2015 durch den Internationalen Getreiderat (IGC) am letzten Freitag. Dort hatten die neuen Daten  zu den Aussaatflächen und zur erwarteten Rapsernte 2015 in Europa und der Ukraine für steigende Rapspreise gesorgt. Massive Unterstützung kommt zudem vom Sojamarkt. Dort hat sich der Streik der Transportarbeiter (Truckfahrer) in Brasilien ausgeweitet und verzögert den Transport und den Export von Bohnen und Schrot aus Brasilien erheblich und treibt gleichzeitig die Nachfrage und Sojapreise an den Exporthäfen (und Terminmärkten) der USA nach oben.
 
Kleine Rapsernte in Europa und der Ukraine
Der IGC schätzte die neuen Rapsernte 2015 in Europa am letzten Freitag auf 21,2 Mio. t. Im Vergleich zur letzten Ernte von 24,1 Mio. t wäre dies ein Rückgang von 2,9 Mio. t oder 12 %. Die Aussaatfläche soll nur bei 6,5 Mio. ha liegen, nach 6,8 Mio. ha im letzten Jahe. Für die Ukraine, den wichtigsten Lieferanten von Rapssaat in die EU, schätzte der IGC die Aussaatfläche nur noch auf 0,8 Mio. h nach 0,9 Mio. ha im letzten Jahr. Auf dieser Grundlage wird die neue ukrainische Ernte auf 1,9 Mio. t veranschlagt nach 2,2 Mio. t im letzten Jahr. Das wäre ein Rückgang der Produktion von etwa 14 % und damit entsprechend geringere Exportmöglichkeiten in die EU. Die Rapsernte in Kanada schätzte der IGC hingegen ebenso wie das kanadische Landwirtschaftsministerium etwas größer ein als im Jahr zuvor und auch in China wird wohl etwas mehr Raps geerntet als im letzten Jahr. Die globale Erntemenge bei Raos ist hingegen wegen der kleineren EU-Ernte das erste Mal seit fünf Jahren rückläufig.
 
Rapspreise steigen sehr kräftig
Die Rapsreise haben am europäischen Terminmarkt mit Unterstützung vom Sojamarkt und der neuen Ernteschätzung des IGC am Freitag (27.02) einen sehr kräftigen Sprung nach oben gemacht. Der Maitermin beendete den Handel bei 368,25 Euro/t und damit 5,75 Euro bzw. 1,6 % % höher als am Vortag (362,50 Euro) und außerdem sehr nahe an der Marke von 370 Euro. Die neue Ernte (August) kostete 361,50 Euro und damit 5,75 Euro mehr als am Vortag (355,75 Euro) und außerdem mehr als 360 Euro. Der Novemberkontrakt wurde mit einem Aufschlag von 4,50 Euro bei 36,350 gehandelt. Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 6,75 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (372,50 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 4,25 Euro niedriger. Im letzten Jahr sind die Rapspreise im März und im April über 370 Euro gestiegen. Am Montag Vormittag (02.03) beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Raps (Maikontrakt) mit einem weiteren leichten Aufschlag von 0,50 Euro bei 368,75 Euro/t und Preisen knapp unter der Marke von 370 Euro. Der August (neue Ernte) beginnt den Handel am Montag ebenfalls mit einem Plus von 0,5 Euro bei 362,0 Euro.
 
Rapspreise auch am Kassamarkt kräftig gestiegen
Am deutschen Kassamarkt sind die Rapspreise am Ende der letzten Woche ebenfalls gestiegen und könnten auch zum Beginn der neuen Woche durchaus noch etwas zulegen. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen an den Großmärkten Hamburg und Mannheim am Freitag (27.02) zwischen 370 Euro und 371 Euro (Vw. 360 Euro und 361 Euro) und am Mittelandkanal bei 365 Euro (Vw. 357 Euro). Das sind 8 bis 10 Euro höhere Preise als eine Woche zuvor. Für den Raps der neuen Ernte (August) werden aktuell 349 Euro (MLK) bis 357 Euro (MH) geboten (Vw. 350 Euro und 354 Euro) und damit unveränderte bis 3 Euro höhere Preise als vor einer Woche. In Frankreich bewegten sich die aktuellen Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (02.03) bei 367 Euro und damit 5 Euro höher als vor einer Woche (362 Euro).
 
Sojapreise sind weiter gestiegen
Die Sojapreise sind in den USA im Wochenvergleich gestiegen und haben zudem sehr deutlich die Marke von 1000 Ct je Buschel hinter sich gelassen. Der Märzkontrakt ging am letzten Freitag (27.02) mit knapp 338 Euro/t (1030,6 Ct/bu) aus dem Handel. Im Wochenverlauf haben die Sojapreise (in USD) in Chicago damit um 3,0 % zugelegt. Der Maikontrakt notierte bei 338 Euro (1031,6 Ct/bu) und der Juli bei 339 Euro/t (1034,6 Ct/bu). Die neue US-Ernte (November) kostete am Freitag mit 327 Euro/t (997,4 Ct). Am Montag Vormittag (MEZ) notieren die Sojapreise unverändert oder leicht im Plus. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Freitag (27.02) für die Verladung im Februar knapp 413 USD/t (369 Euro/t) und für den April 406 USD/t (363 Euro) und damit 6 bis 12 USD mehr als letzte Woche. Südamerikanische Sojabohnen werden an den dortigen Exporthäfen für den April im Schnitt mit 379 USD/t angeboten und damit je nach Termin 10 USD/t teurer als in Vorwoche jedoch 26 USD billiger als die Ware aus den USA.
 
US-Sojaexporte deutlich über Vorjahr
Die US-Exportverkäufe von Sojabohnen und Schrot sind in der letzten Woche etwas zurückgegangen. Trotz des Rückgangs bei Sojabohnen befinden sich die laufenden Exportverkäufe auf deutlich höherem Niveau als sonst (saisonal) zu Zeitpunkt eigentlich üblich und stützen die Preise. Hauptgrund  ist der aktuelle Streik der Transportarbeiter (Truckfahrer) in Brasilien der den Transport und den Export von Bohnen und Schrot verzögert und die Nachfrage nach US-Ware ankurbelt. Bei Sojabohnen lag die Netto-Verkaufsmenge der USA letzte Woche bei 459.200 t. Im Vergleich zu den Exportverkäufen von 505.600 t in der Vorwoche, sind die Exportverkäufe um 9 % zurückgegangen. Bei Sojaschrot meldete man für die letzten Woche allerdings nur Nettoverkäufe von nur 6.400 t, nach 316.600 t in der Woche zuvor. Insgesamt haben die USA damit bis zum aktuellen Termin rund 47,1 Mio. t Sojabohnen ins Ausland verkauft. Im vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 lag die (bereits sehr hohe) US-Ausfuhrmenge zum aktuellen Termin bei 43,4 Mio. t und war knapp 9 % oder 3,7 Mio. t größer. Sojaschrot wurden bislang 8,85 Mio. t ins Ausland verkauft. Im vorigen Wirtschaftsjahr waren es zu diesem Termin 7,4 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
 
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