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Analyse

Raps: Alte Ernte etwas teurer, neue Ernte billiger

von , am
23.03.2015

Die Rapspreise haben sich im Verlauf der letzten Woche gut behauptet und halten sich am Terminmarkt weiter über der Marke von 370 Euro.

© Vibe images/fotolia.de

 
Die Rapspreise haben sich im Verlauf der letzten Woche gut behauptet und halten sich am Terminmarkt weiter über der Marke von 370 Euro. Am europäischen Kassamarkt sind die Rapspreise für die alte Ernte etwas gestiegen und haben für die neue Ernte leicht nachgegeben (wie bei Soja). Unterstützung kommt dabei weiterhin vom Sojamarkt. In den USA sind die Sojapreise am Ende der letzten Woche wieder gestiegen und im Wochenvergleich sind die Preise für Sojabohnen (in USD) fast unverändert. Dabei halfen den Sojapreisen in der letzte Woche Meldungen über umfangreiche Überflutungen im Norden Argentiniens. Die argentinische Getreidebörse in Buenos Aires schätzt die argentinische Sojaernte am Ende der vorigen Woche jedoch weiter auf den neuen Rekordwert von 57 Mio. t. Internationale Analysten halten wegen der Überflutungen jedoch Ernteverluste von 1,0 Mio. t bis 2,5 Mio. t für möglich.
 
Brasiliens Rekordernte zu 60 % eingebracht
Die brasilianische Sojaernte ist nach brasiliansichen Angaben mittlerweile zu rund 60 %  eingebracht. Allerdings haben die brasilianischen Analysten von Safras & Mercado ihre Einschätzung zur brasilianischen Ernte in der letzten Woche um 0,6 Mio. t auf 94,4 Mio. t gesenkt. Zuvor hatte die staatliche brasilianische Getreideagentur CONAB seine Prognose zur brasilianischen Sojaernte von 94,5 Mio. t auf 93,3 Mio. t reduziert. Beide Schätzungen liegen jedoch sehr deutlich über der bisherigen brasilianischen Rekordernte aus dem letzten Jahr von 86,1 Mio. t.
 
Neuer Rekord beim US-Sojaanbau?
Ende der letzten Woche hatte die private US-Analystenfirma Informa Economics seine Einschätzung an die US-Sojafläche für die nächste Ernte ganz leicht um 75.000 Acres (30.000 ha) auf 88,54 Mio. Acres (35,8 Mio. ha) reduziert. Das wäre dennoch ein neuer Anbaurekord. Im letzten Jahr (2014)  lag die Aussaatfläche bei 83,7 Mio. Acres (33,9 Mio. ha) und vor zwei Jahren (2013)  bei 76,8 Mio. Acres (31,0 Mio. ha). Das USDA hat die US-Sojafläche Ende Februar (Outlookforum) auf 83,5 Mio. Acres (33,8 Mio. ha) geschätzt und wird seine Anbauprognosen für Mais, Soja und Weizen Ende März aktualisieren
 
Rapspreise halten sich über 370 Euro
Die Rapsreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Freitag (20.03) behauptet. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag bei 371,25 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,1 % % höher als am Vortag (371,0 Euro) und über der Marke von 370 Euro. Im Vergleich zur Vorwoche (369,0 Euro) sind die Preise an der MATIF um rund 0,6 % bzw. 2,25 Euro gestiegen. Die neue Ernte (August) kostete am Freitag 357,75 Euro und damit 1,0 Euro weniger als am Vortag (358,75 Euro). Der Novemberkontrakt wurde unverändert bei 360,25 gehandelt. Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 13,50 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (367,25 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 4,0 Euro höher. Am Montag Mittag (23.03) beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Raps (Maikontrakt) unverändert bei 371,25 Euro. Der August (neue Ernte) beginnt den Handel am Montag ebenfalls unverändert bei 357,50 Euro.
 
Rapspreise für alte Ernte gestiegen, neue Ernte billiger
Am deutschen Kassamarkt sind die Rapspreise im Verlauf der vorigen Woche überwiegend  gestiegen. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Montag (23.03) an den Großmärkten Hamburg und Mannheim zwischen 372 Euro und 378 Euro (Vw. 371 Euro und 372 Euro) und am Mittelandkanal bei 368 Euro (Vw. 367 Euro). Das sind 1 bis 6 Euro höhere Preise als am Montag der Vorwoche. Für den Raps der neuen Ernte (August) werden aktuell 352 Euro (MLK) bis 354 Euro (MH) geboten (Vw. 353 Euro und 360 Euro) und damit 1 bis 6 Euro niedrigere Preise als in der Vorwoche und gut 10 Euro unter dem Niveau der Märzpreise. In Frankreich bewegten sich die aktuellen Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (23.03) bei 376 Euro und damit 2 Euro höher als vor einer Woche (374 Euro).
 
Exportpreise bei Soja in USD unverändert, in Euro schwächer
Die Sojapreise (für die alten Ernte) haben sich in den US-Terminmarkt im Wochenvergleich in USD fast nicht verändert. (In Euro umgerechnet sind die Preise wegen stärkeren Euros hingegen gefallen). Der Maikontrakt notierte am letzten Freitag bei 331 Euro (973,6 Ct/bu) und der Juli bei 332 Euro/t (978 Ct/bu). Die neue US-Ernte (November) kostete am Freitag mit 325 Euro/t 956,2 ( Vw: 976,4 Ct) und damit in USD rund 2 % weniger als letzte Woche. Am Montag Mittag (MEZ) notieren die Sojapreise am US-Terminmarkt wieder rund 1,1 % im Plus. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Freitag (23.03) für die Verladung im März knapp 394 USD/t (364 Euro/t) und für den April 390 USD/t (360 Euro) und damit rund 6 USD mehr als letzte Woche. Südamerikanische Sojabohnen wurden an den dortigen Exporthäfen für den April im Schnitt für 371 USD/t angeboten und damit 3 USD/t eben so teuer wie in Vorwoche und 20 USD billiger als die Ware aus den USA.
 
US-Sojaexporte wieder höher
Die US-Exportverkäufe von Sojabohnen und Schrot sind in der letzten Woche erneut angestiegen. Bei Sojabohnen lag die Netto-Verkaufsmenge der USA letzte Woche bei 342.000 t. Im Vergleich zu den Exportverkäufen von 167.900 t in der Vorwoche sind die Exportverkäufe doppelt so hoch. Bei Sojaschrot meldete man für die letzte Woche Nettoverkäufe von nur 204.000 t, nach 101.300 t in der Woche zuvor. Insgesamt haben die USA damit bis zum aktuellen Termin rund 48,08 Mio. t Sojabohnen ins Ausland verkauft. Im vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 lag die (bereits sehr hohe) US-Ausfuhrmenge zum aktuellen Termin bei 44,4 Mio. t und war knapp 8 % oder 3,7 Mio. t kleiner. Sojaschrot wurden bislang 9,3 Mio. t ins Ausland verkauft. Im vorigen Wirtschaftsjahr waren es zu diesem Termin 8,0 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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