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Analyse

Raps: Große Rapsernte hält Preise unten

von , am
11.08.2014

Anfang August setzte die Oilworld seine Prognose für die neue europäische Rapsernte deutlich über die Marke von 23 Mio. t nach oben.

Der Raps legte am Freitag ganze 5,50 Euro je Tonne an der Matif zu und schloss knapp unter 370 Euro. © Mühlhausen/landpixel
Die Rapspreise haben sich in der ersten Augustwoche knapp behauptet. Unterstützung kam dabei weniger vom europäischen Markt sondern aus den USA, wo die Sojapreise zulegten und sich damit weiter von ihren vorausgegangenen Tiefständen erholten. Eine wirkliche Trendwende ist jedoch nicht in Sicht. Vor allem halten die laufenden Daten zur europäischen Rapsernte die Preise unten. Außerdem sind die Aussichten auf eine Riesensojaernte in den USA nach wie gut und könnten am Dienstag mit dem neuen USDA-Report bestätigt werden. Anfang August waren die Sojapreise in den USA zunächst auf den tiefsten Stand Januar 2012 gefallen also seit zweieinhalb Jahren. Am Rapsmarkt waren die Kurse zum Monatswechsel sogar auf den tiefsten Stand seit 4 Jahren abgestürzt, hatten sich dann aber mit den Sojapreisen wieder etwas erholt.
 
Oilworld bestätigt Produktionsrekord
Anfang August setzte Oilworld seine Prognose für die neue europäische Rapsernte deutlich über die Marke von 23 Mio. t nach oben und schließt sich damit den Einschätzungen anderer europäischer Analysten an. Die neue europäische Rapsernte 2014 schätzte Oilworld Anfang August auf 23,1 Mio. t und damit 0,4 Mio. t größer als vor vier Wochen. Im Vergleich zur Ernte 2013 von 21,3 Mio. t bedeutet die erwartete Erntemenge einen Zuwachs von 1,8 Mio. t bzw. knapp 9 %. Würde diese Prognose erreicht, würde die bisherige Rekordernte aus dem Jahr 2009 (21,5 Mio. t) deutlich übertroffen. Andere europäische Analysten schätzen die neue europäische Rapsernte ähnlich groß ein. Derzeit liegt die Prognose von ADM Deutschland (Töpfer) ebenfalls bei einer Erntemenge von 23,1 Mio. t. Strategie Grains hatte seine Ernteschätzung auf 23,9 Mio. t nach oben geschraubt und die EU-Kommission ging Mitte Juli von 22,2 Mio. t aus.
 
Deutsche Rapsernte deutlich über 6 Mio. t
Die Produktionsschätzung von OilWorld für die neue deutsche Rapsernte 2014 lag Anfang August sogar bei 6,2 Mio. t und ist damit 0,3 Mio. t höher als bei der letzten Prognose. Das wäre nach dem Jahr 2009 (6,3 Mio. t) zudem die zweitgrößte deutsche Rapsernte überhaupt. Im Vergleich zur deutschen Rapsernte von 2013 (5,77 Mio. t) wäre die jetzt für 2014 erwartete Erntemenge 0,43 Mio. t größer. Gleichzeitig bleibt Deutschland damit deutlich vor Frankreich sowie vor Polen und dem Vereinigten Königreich der größte Rapsproduzent der EU. Die französische Rapsproduktion erwartet Oilworld in diesem Jahr bei 5,3 Mio. t und damit 0,1 Mio. t größer als bei der vorigen Prognose und sogar 0,9 Mio. t oder 20 % größer als die Ernte 2013 (4,38 Mio. t). Für das Vereinigte Königreich lag die OilworldPrognose bei 2,5 Mio. t (Vj. 2,1 Mio. t) und für Polen bei 2,9 Mio. t (Vj. 2,8 Mio. t)
 
Rapspreise für hintere Termine etwas schwächer
Die Rapspreise haben sich am europäischen Terminmarkt mit den Sojapreisen etwas erholt und sich zuletzt behauptet. Ende Juli waren die europäischen Rapspreise (Augustkontrakt) zeitweise unter 310 Euro abgesackt und damit auf den niedrigsten Stand seit der Ernte 2010. Am europäischen Terminmarkt wurde der Novemberkontrakt am letzten Freitag (08.08) mit knapp 328 Euro/t gehandelt und damit eben so teuer wie zum Beginn der Woche. In die neue Woche starte der Raps zunächst fast unverändert. Neue Impulse wird wohl erste der neue USDA Report am Dienstag bringen. Im deutschen Großhandel lagen die aktuellen Kassapreise (August) am Montag je nach Region zwischen 309 Euro/t und 322 Euro (Vw: 310 und 320 Euro/t) und damit ähnlich hoch wie in der Vorwoche. Für die Lieferung im November diese Woche zwischen 322 und 332 Euro geboten (Vw.: 327 Euro und 337 Euro/t ) und damit weniger als letzte Woche.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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