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Analyse

Raps im Sog der Sojapreise

von , am
27.10.2014

Die Rapspreise sind letzte Woche im Sog der Sojapreise gestiegen. Zum Beginn der neuen Woche kommen die Preise jedoch wieder unter Druck.

© Beuermann/landpixel
Die Rapspreise sind letzte Woche im Sog der Sojapreise gestiegen. Zum Beginn der neuen Woche kommen die Preise jedoch wieder unter Druck. Dabei sind die Sojapreise in der letzten Woche in den USA zunächst sehr kräftig um 6 Prozent gestiegen, mussten einen Teil dieser Gewinne am Ende der Woche jedoch wieder abgeben. Dennoch stand am letzten Freitag (24.10) bei Sojabohnen noch ein Plus von 3 % und auch Sojaschrot hat sich erneut kräftig verteuert. Am Montag geben die Sojapreise im elektronischen vorbörslichen Handel jedoch weiter nach und ziehen auch den Raps weiter mit nach unten.
 
Hohe US-Exportverkäufe bringen Preissprung
Hauptgrund für den kräftigen Preisanstieg bei Sojabohnen in der letzten Woche waren sie außergewöhnlich guten Exportdaten der USA. Das UASDA berichtete über Exportverkäufe von 2,17 Mio. t (!!) in der letzten Woche. Diese starken Exportverkäufe haben die Preise kräftig nach oben gezogen. Hinzu kam die weiter hinter dem üblichen Tempo liegende US-Sojaernte sowie der witterungsbedingte Rückstand bei Sojaaussaat in Brasilien (zu trocken). Wetterdienste gehen in den nächsten zwei Wochen von einer deutlichen Verbesserung der Ernteverhältnisse (trocken und wärmer) im US-Mittelwesten aus. In Zentral-Brasilien (Mato Grosso) hat es zudem begonnen zu regnen, so dass die Sojaaussaat beginnen kann. Derzeit geht man für Brasilien und auch für Argentinien von Rekordaussaatflächen für Sojaernte zum Beginn des Jahres 2015 aus.
 
Rapspreise folgen Soja nach oben und unten
Die Rapspreise sind am europäischen Terminmarkt im Verlauf der letzten Woche gestiegen, im Vergleich zum Freitag (17.10) vor 10 Tagen ist das Preisniveau jedoch kaum verändert. Am letzten Freitag (24.10.) beendete der Novemberkontrakt den Handel bei 323 Euro. Das war 1,0 Euro mehr als am Freitag (17.10) der Vorwoche (322 Euro/t), jedoch rund 5 Euro mehr als am Montag der letzten Woche (317,75 Euro. Der Februartermin notierte am Freitag (24.10) bei 333 Euro/t und damit 5 Euro teurer wie in der Vorwoche (Vw: 328,50 Euro/t). Am Montag (27.10) gaben die Rapspreise am europäischen Terminmarkt jedoch weiter nach und lagen für den November um 12:00 Uhr nur noch bei 321,50 Euro und damit 1,5 Euro niedriger als am Freitag.
 
Rapspreise am Kassamarkt gestiegen
Die Kassapreise für Raps sin in der letzten Woche gestiegen. Zum Wochenbeginn dürften die Kurse jedoch mit den schwächeren Terminmarktpreisen nachgeben. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen (Oktober) am Freitag (24.10) an den Großmärkten in Hamburg und Mannheim bei 329 Euro (Vw. 324 bis 324 Euro) und am Mittelandkanal bei 320 Euro (Vw. 317 Euro) und damit etwa 3 bis 5 Euro höher als in der Vorwoche. Für die Anlieferung im Dezember wurden an den drei Handelsplätzten Preise zwischen 327 bis 340 Euro geboten und damit 3 bis 11 Euro mehr als letzte Woche (Vw. 324 bis 329 Euro). In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (27.10) bei 325 Euro und damit 5 Euro höher als vor einer Woche (320 Euro).
 
Sojapreise kräftig gestiegen, Wochenbeginn mit Abschlägen
Die Sojapreise haben in der letzten Woche am US-Terminmarkt kräftig zugelegt, gaben zum Ende der Woche einen Teil der Gewinne jedoch wieder ab. Der Preisabstand zwischen Kassamarkt (282 Euro) und Terminmarkt hat sich auf 1 Euro verringert. Der Novembertermin kostete am Freitag (24.10.) 283,4 Euro (977,4 Ct/bu) und damit rund 10 Euro mehr als am Freitag vor einer Woche mit 273,4 Euro/t (951,6 Ct/bu). Der Januarkontrakt ging am vergangenen Freitag (24.10) mit knapp 285,1 Euro/t (983,2 Ct/bu) aus dem Handel und der März mit 287 Euro (990 Ct/bu). Am heutigen Montag (27.10) starten die US-Sojapreise deutlich schwächer in den Handel und ziehen auch die Rapspreise mit nach unten. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Freitag (24.10) für die Verladung im Oktober 420 USD/t (331 Euro/t) und für den Dezember 422 USD/t (333 Euro) und damit 5 bis 10 USD mehr als letzte Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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