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Analyse

Raps/EU: Rekordernte drückt Preise auf 4Jahrestief

von , am
06.06.2014

Anfang Juni bestätigt die EU-Kommission noch einmal ihre bereits vor vier Woche gemachte Ernteprognose und lässt den zuletzt kräftig gefallenen Preisen damit wenig Spielraum nach oben

Der Raps legte an der Matif 1,25 Euro/t zum Vortag zu. © Mühlhausen/landpixel
 
Die neue europäische Rapsernte 2014 bleibt weiter auf Rekordkurs. Anfang Juni bestätigt die EU-Kommission noch einmal ihre bereits vor vier Woche gemachte Ernteprognose und lässt den zuletzt kräftig gefallenen Preisen damit wenig Spielraum nach oben. Der Importbedarf an Rapssaat bliebt im Vergleich zum Vorjahr jedoch relativ stabil, da der Verbrauch von Rapssaat nach Meinung der Kommission, im kommenden Wirtschaftsjahr zunimmt.
 
Kommission erwartet Rekordernte
Die neue europäische Rapsernte 2014 schätzt die Kommission Anfang Juni auf 21,18 Mio. t und eben so groß wie vor vier Wochen. Im Vergleich zur Ernte 2013 von 20,9 Mio. t bedeutet die erwartete Erntemenge einen Zuwachs von 0,3 Mio. t. Würde die Prognose erreicht, wäre dies für die EU eine neue Rekordernte. Bei den Rapsimporten erwartet die Kommission im kommenden Wirtschaftsjahr mit rund 3,25 Mio. t keine Veränderungen. Grund ist, dass der Verbrauch von Rapssaat auf 24,43 Mio. t veranschlagt wird und damit 0,271 Mio. t größer als im aktuellen Wirtschaftsjahr (24,16 Mio. t), jedoch 3,25 Mio. t kleiner als die erwartete Produktion. Die End-Bestände bleiben mit rund 1,0 Mio. t zum Vorjahr unverändert.
 
Verbrauch von Rapsschrot steigen
Die Produktion von Rapsschrot erwartet die Kommission für das neue Wirtschaftsjahr bei etwa 13,4 Mio. t und damit nochmals 0,15 Mio. t größer wie im bisherigen Rekordjahr 2013/14 (13,266 Mio.t) und gleichzeitig 0,56 Mio. t höher als vor zwei Jahren (12,854 Mio. t). Der europäische Verbrauch von Rapsschrot steigt nach der aktuellen Prognose von 13,56 Mio. t im noch laufenden Wirtschafsjahr auf 13,71 Mio. t im kommenden Wirtschaftsjahr.
 
Importe von Rapsöl nehmen auch zu
Auch die Herstellung von Rapsöl nimmt mit erwarteten 9,65 Mio. t im Vergleich zum letzten Wirtschaftsjahr um 0,11 Mio. t zu und wäre damit 0,4 Mio. t größer als vor zwei Jahren. Der europäische Verbrauch von Rapsöl steigt nach der aktuellen Prognose der Kommission von 9,98 Mio. t im noch laufenden Wirtschafsjahr auf 10,25 Mio. t im kommenden Wirtschaftsjahr. Die Importe von Rapsöl sollen ebenfalls von 0,44 Mio. t im laufenden Wirtschaftsjahr etwa 0,6 Mio. t zunehmen.
 
Rapspreise fallen auf 4Jahrestief
Die Rapspreise für die neue Ernte sind am europäischen Terminmarkt Anfang Juni deutlich unter 350 Euro gefallen. Das ist nicht nur der niedrigste Rapspreis in diesem Jahr (2014) sondern auch seit Mitte 2010, also seit etwa 4 Jahren. Eine Ursache für den anhaltenden Preisrückgang ist die auf Rekordniveau erwartete neue europäische Rapsernte. Hinzu kommt der kräftige Preisrückgang am Sojamarkt für die neue Soja-Ernte in den USA. Am europäischen Terminmarkt wurde der Augustkontrakt (neue Ernte) am Donnerstag (05.06) nur noch mit knapp 346 Euro gehandelt. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen für die alte Ernte (Juni) meist zwischen 377 Euro und 380 Euro und für die neue Ernte (August) zwischen 339 und 341 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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