Login
Analyse

Der Rapsmarkt könnte unter Prokon-Pleite leiden

von , am
14.01.2014

© Werkbild
Durch die drohende Insolvenz von Prokon, dem größten von Anlegern finanzierte Anbieter erneuerbarer Energien, könnte auch der Rapsmarkt negativ betroffen werden. [[mehr]] So ist zum Beispiel die Ölmühle Magdeburg ein Tochterunternehmen von Prokon. Sollte Prokon pleite gehen und die Ölmühle Magdeburg möglicherweise mit in den Finanzstrudel reißen, könnten die Prämien am Rapsmarkt deutlich fallen, befürchten Marktteilnehmer. Denn dann müssten etliche Rapslieferungen andere Abnehmer am Ober- oder Niederrhein suchen. Diese wären dann nicht mehr gezwungen hohe Aufschläge gegenüber den Börsenpreisen ( sogenannte Prämien) wie derzeit zu bieten, um an Ware zu kommen, heißt es.
 
Die Ölmühle Magdeburg produziert täglich 1.629 Tonnen Pflanzenöle und Biodiesel sowie 839 Tonnen Nebenprodukte wie Rapsschrot oder Glycerin.

Wie sich Prokon finanzierte

Prokon ist betreibt unter anderem 51 Windparks, produziert Biokraftstoffe und Holzpaletten. Es besitzt eine Ölmühle in Magdeburg, einen holzverarbeitenden Betrieb sowie Wälder in Rumänien. Zwar hat Prokon nach Medienberichten in der Vergangenheit immer rechtzeitig die Zinsen an die Anleger gezahlt, doch offenbar zulasten der Substanz.
Denn dem 1995 gegründeten Unternehmen ist es bis heute nicht gelungen, die hohen Zinsen von acht Prozent vollständig durch Gewinne zu erwirtschaften.
 
Ob das Geschäftsmodell grundsätzlich nicht funktioniere, oder ob das Hickhack um die Energiewende schuld sei, ist bislang ungeklärt. Nun verschärft sich die Lage des Unternehmens noch dadurch, dass viele Anleger ihr Geld aus Angst vor einem Verlust abziehen, seitdem von Problemen die Rede ist. Verbraucherschützer hatten indes schon länger vor den Risiken bei Prokon gewarnt.
 
Prokon warnte Anfang der Woche vor der Insolvenz im Januar, wenn mehr als fünf Prozent fünf Prozent des Genussrechtskapitals abgezogen würden. Derzeit sind rund 187,7 Mio. Euro gekündigt. Das Genussrechtkapital insgesamt beträgt knapp 1,4 Mrd. Euro.Somit sind über 13 Prozent des Kapitales gekündigt.
Auch interessant