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Analyse

Rapspreise behauptet, mehr Druck vom Soja

von , am
26.01.2015

Die Rapspreise haben sich in der letzten Woche gut behauptet.

Der Raps legte an der Matif 1,25 Euro/t zum Vortag zu. © Mühlhausen/landpixel
 
Die Rapspreise haben sich in der letzten Woche gut behauptet, obgleich die Sojapreise nachgegeben haben. Ein Grund für die festen Rapspreise (insbesondere für die hinteren Termine) sind die kleineren Aussaatflächen für die Ernte 2015. So ist die Rapsfläche in Deutschland rund 6 % kleiner als im letzten Jahr, für Frankreich geht man allerdings nur von einem Anbaurückgang von 1,5 % aus. Dennoch wird sich der Raps der weiteren Entwicklung am Sojamarkt nicht entziehen können. Und hier wirken mehrere Faktoren negativ auf die Preise.
 
US-Exporte fallen, große Ernte in Südamerika
Zum einen bestätigen Analysten immer wieder die erwarteten Rekordernten für Brasilien und Argentinien und damit auch weiteres Korrekturpotential für die Preise nach unten. Zum anderen richtet sich das Interesse der großen Soja- und Sojaschrotimporteure immer mehr auf Südamerika und die bis zuletzt preisstützenswn US-Export kommen allmählich zum Ende und große Abnehmer wie etwa China stornieren aus preisgründen Lieferungen aus den USA (letzte Woche 459.000 t). In der Folge die die US-Verkäufe in der letzten Abrechnungswoche auf den niedrigsten Stand des aktuellen Wirtschaftsjahres abgestürzt.
 
Raps für die hinteren Termine teurer
Die Rapspreise haben  am Ende der letzen Woche (23.01) am europäischen Terminmarkt  zugelegt. Der Februartermin für den Raps beendete den Handel bei 356,50 Euro/t und damit 1,25 Euro bzw. 0,35 % höher als am Vortag (355,25 Euro). Der Maikontrakt wurde mit 358,50 Euro notiert und damit 2,75 Euro höher als am Vortag (355,75 Euro) und der August (neue Ernte) kostete 355,50 Euro und damit 3,25 Euro mehr als am Vortag (352,25 Euro). Im Vergleich zum Vorjahr (348,50 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 8 Euro höher. Am europäischen Terminmarkt starten die Rapspreise am Montag mit einem Minus von 1,5 Euro bei 355,00 Euro in die neue Woche.
 
Rapspreise am Kassamarkt kaum verändert
Am deutschen und europäischen Kassamarkt haben sich Rapsreise in der Woche behauptet und bewegen sich am Montag (26.01) leicht nach unten. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen (Februar) an den Großmärkten in Hamburg und Mannheim am Montag zwischen 361 Euro und 362 Euro (Vw. 359 Euro und 361 Euro) und am Mittelandkanal bei 359 Euro (Vw. 364 Euro) und damit unverändert bis 5 Euro niedriger als am Montag zuvor. Für die Anlieferung im Mai 2015 wurden an den drei Handelsplätzen Rapspreise zwischen 354 Euro bis 365 Euro geboten (Vw.: 355 bis 365 Euro). Für den Raps der neuen Ernte (August) wurden aktuell 347 Euro (MLK) bis 354 Euro (MH) geboten. In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (26.01) bei 362 Euro und damit 1 Euro höher als eine Woche zuvor (361 Euro).
 
Sojapreise in USD gefallen, in Euro gestiegen
Die Sojapreise haben in den USA weiter nachgegeben. Der Märzkontrakt ging am Freitag (23.01) mit knapp 318 Euro/t (972,6 Ct/bu) aus dem Handel. Im Wochenverlauf haben die Sojapreise (in USD) in Chicago damit um 2,0 % verloren. Der Maikontrakt notierte bei 320 Euro (979,4 Ct/bu) und der Juli bei knapp 322 Euro/t (985,2 Ct/bu). In Euro umgerechnet sind die Preise allerdings um rund 5 Euro/t gestiegen. Heute beginnt der vorbörsliche Handel am Terminmarkt in Chicago mit einem Abschlag von 0,5 %. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Freitag (23.01) für die Verladung im Januar 393 USD/t (349 Euro/t) und für den März 387 USD/t (344 Euro) und damit für den März 8 USD weniger als letzte Woche. In Euro umgerechnete sind die Exportpreise für Sojabohnen um 4 bis 5 Euro gestiegen.
 
US-Sojaexporte brechen ein
Die US-Exportverkäufe von Sojabohnen sind in der letzten Woche auf den niedrigsten Stan in diesem Wirtschaftsjahr gefallen. Abzüglich der Stornierungen wurden nur 14.100 Sojabohnen ins Ausland verkauft, nach 1,13 Mio. t in der Woche zuvor. Die bislang insgesamt ins Ausland verkaufte Sojamenge der USA liegt bei 44,3 Mio. t und damit 5 Prozent über dem vergleichbaren sehr hohen Vorjahreswert von 42,1 Mio. t. Erwartet werden vom USDA dieses Wirtschaftsjahr US-Soja-Ausfuhren von 48,2 Mio. t. Die bislang ins Ausland verkaufte Menge Sojaschrot liegt bei 7,8 Mio. t und damit 16 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert 6,7 Mio. t. Erwartet werden vom USDA dieses Wirtschaftsjahr US-Sojaschrot-Ausfuhren von 11,6 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke
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