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Analyse

Rapspreise bewegen sich seitwärts

von , am
05.10.2015

Am deutschen Kassamarkt haben die Preise für die vorderen Termine leicht angezogen, während die Preise in Frankreich leicht zurückgegangen sind.

Für Raps ging es an der Matif um 1,25 Euro aufwärts auf 368,75 Euro je Tonne. © Mühlhausen/landpixel
 
Die Rapspreise haben sich zuletzt am Terminmarkt seitwärts bewegt. Am deutschen Kassamarkt haben die Preise für die vorderen Termine leicht angezogen, während die Preise in Frankreich leicht zurückgegangen sind. Zum Beginn der neuen Woche steigen die Terminmarkpreise wieder leicht. Die Preise für Sojabohnen sind im Verlauf der letzten Woche sowohl am Terminmarkt als auch den Exporthägen zurückgegangen. Entscheidend für die weitern Preisentwicklung bei Ölsaaten wird die neue Ernteschätzung des USDA für die laufende US-Ernte am Freitag Abend sein und gleichzeitig die Aussaatflächen für Ernte 2016 in Südamerika.
 
Höherer Importbedarf bei Raps
Zum Monatswechsel hatte die EU-Kommission die Daten zum europäischen Rapsmarkt 2015 aktualisiert. Auf der Grundlage der Ländermeldungen veranschlagte die Kommission die Rapsproduktion für 2015 auf 21,1 Mio. t. Im Vergleich zur vorigen Prognose der Kommission (20,8 Mio. t) wurde die Erntemenge 2015 damit um 0,3 Mio. t nach oben korrigiert.
 
Bei den Importen von Rapssaat erwartet die Kommission im laufenden Wirtschaftsjahr 2015/16 mit knapp 3,1 Mio. t einen kräftigen Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2,3 Mio. t) von 0,8 Mio. t bzw. um ein Drittel. Der europäische Verbrauch von Rapssaat (ohne Exporte) wird bei 24,4 Mio. t erwartet. Damit übersteigt der Verbrauch die Produktion um 3,3 Mio.t.
 
US-Sojaernte ist weiter als die Maisernte
In den USA waren die Sojabohnen bis zum 27. September bereits zu 21 % geerntet. Damit war die Sojaernte überraschenderweise weiter als die US-Maisernte (18 %) und erst recht weiter als die US-Sojaernte im vorigen Jahr (9 %). Am kommenden Freitag Abend (09.10.) wird der neue USDA-Report aktuelle Daten zu der bereits auf vollen Touren laufenden US Sojaernte bringen. Diese Daten könnten die Märkte diese Woche kräftig bewegen.
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Im Vorfeld des Reports werden Analysten ihre Einschätzung zu Erträgen und zur erwarteten Produktion geben und dürften damit ebenfalls für Bewegung sorgen. In Südamerika steht zudem die Aussaat von Sojabohnen für die Ernte im Frühjahr 2016 unmittelbar bevor und auch aus Brasilien (CONAB und USDA) werden diese Woche aktuelle Daten zur Aussaatfläche bei Soja erwartet.
 
EU: Rapspreise pendeln seitwärts
Die Rapspreise haben sich am vorigen Freitag am europäischen Terminmarkt knapp behauptet. Der Novemberkontrakt wurde mit 368,50 Euro gehandelt und damit zu 0,25 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (368,75 Euro). Der Februarkontrakt notierte bei 367,25 Euro und damit 0,50 Euro niedriger als am Vortag (367,75). Das Preisniveau der Vorwoche (369,75 Euro) wurde vom November-Raps um 1,25 Euro verfehlt. Im Vergleich zum Vorjahr (320,50 Euro) sind die aktuellen Rapspreise (November) am europäischen Terminmarkt 48,0 Euro bzw. 15,0 % höher.
 
Am Montag Nachmittag (15:00) lagen die Rapspreise am europäischen Terminmarkt im Plus. Der November-Raps legt bis zum Nachmittag um 1,0 Euro zu und notiert bei 369,50 Euro. Der Februar-Kontrakt ebenfalls 1,0 Euro höher bei 368,25 Euro.
 
Kassapreise in Deutschland fest, in Frankreich schwächer
Am deutschen und französischen Kassamarkt haben sich die Rapspreise im Verlauf der vorigen Woche knapp behauptet. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Ende der vorigen Woche (02.10) für den Novembertermin zwischen 371 Euro (Mittelandkanal), 376 Euro (Hamburg) und 378 Euro (Mannheim) und damit 2 bis 4 Euro höher als eine Woche zuvor (369 bis 374). Gleichzeitig handelt man den Februartermin an den drei Handelsplätzen Mittellandkanal, Hamburg und Mannheim zwischen 372 Euro und 379 Euro und damit ähnlich teuer wie zum Beginn der vorigen Woche (372 bis 379 Euro).
 
In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (05.10) für die Novembertermin bei 370 Euro und waren damit 2 Euro niedriger als in der vorigen Woche mit 372 Euro.
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USA: Sojapreise im Wochenvergleich gefallen
Die Preise für Sojabohnen sind am vorigen Freitag am Terminmarkt in Chicago leicht zurückgegangen. Der vordere Novemberkontrakt (neue Ernte) notierte 0,3 % niedriger bei 874,2 Cent je Buschel (285,8 Euro/t). Der nachfolgende Januar-Kontrakt beendete den Handel 0,3 % niedriger bei 878,2 Cent je Buschel (287,2 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (889,2 Cent je Buschel) verfehlt der November-Kontrakt um 1,7 %. Das Preisniveau vom vorigen Jahr (918 Cent) wurde am US-Terminmarkt durch den Novemberkontrakt um 4,8 % verfehlt.
 
Am Montag Nachmittag (15:00) liegen die vorderen Sojapreise (Novemberkontrakt) zunächst 0,5 % im PLls bei 878,2 Cent je Buschel (287 Euro).
 
An den Exporthäfen der USA sind die Preisforderungen für Sojabohnen im Vergleich zur Vorwoche zurückgegangen. Am vorigen Freitag (02.10) lagen die Exportpreise für US-Soja am US-Golf (fob) für die Verladung im Oktober bei 359 USD und damit rund 7 USD niedriger als vor einer Woche (366 USD/t). Die Preisforderungen für die neue US-Ernte (November) lagen ebenfalls bei 358 und damit 8 USD niedriger als vor einer Woche (366 USD).
 
Dr. Olaf Zinke
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