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Analyse

Rapspreise sind deutlich höher als 2014

von , am
10.08.2015

Die Rapspreise sind Anfang August wieder gestiegen.

Der Raps hat seine Aufwärtstendenz an der Matif gestern fortgesetzt. © hapo/landpixel
 
Die Rapspreise sind Anfang August wieder gestiegen. Die Ursachen für die Preiserholung beim Raps liegen zum einen in den weiter nach unten korrigierten Ernteprogosen für die Rapsernte der Europäische Union und zum anderen in zuletzt wieder kräftig steigenden Sojapreisen. Die EU-Kommission erwartete Ende Juli nur noch eine europäische Rapsernte von 20,7 Mio. t und damit rund 1,0 Mio. t Raps weniger als noch 4 Wochen zuvor (21,7 Mio. t) und sogar eine 3,6 Mio. t kleinere Ernte als 2014 mit 24,3 Mio. t. Die private Analystenfirma ADM/Deutschland hat ihre Ernteprognose zuletzt ebenfalls auf 20,9 Mio. t gesenkt.
 
Hinzu kommen die zuletzt wieder steigenden Sojapreise, die die Erwartungen der Analysten an weitere Flächen- und Ertragsverluste in den USA widerspiegeln. Hier wird der neuen USDA-Report am Mittwoch Abend mit aktualisierten Anbau- und Ertragsschätzungen für den Soja in den USA mehr Klarheit bringen.
 
Rapspreise sind deutlich höher als 2014
Die Rapspreise beginnen den Handel am europäischen Terminmarkt am heutigen Montag im Sog der steigenden Sojapreise ebenfalls im Plus. Der vordere Novembertermin startet mit einem Aufschlag von 1,50 Euro bei 385,50 Euro und der Februar mit einem Plus von 2,25 Euro bei 386,0 Euro. Am vorigen Freitag hatten die Rapspreise am europäischen Terminmarkt ebenfalls zugelegt. Der Novemberkontrakt wurde mit 384,0 Euro gehandelt und damit zu 1,25 Euro höheren Preisen als am Vortag (382,75 Euro). Der Februarkontrakt wurde am Freitag mit 383,75 Euro und damit 1,25 Euro höher gehandelt als am Vortag (382,50).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Raps von Anfang Juli (402,5 Euro) sind die derzeitigen Rapspreise allerings noch rund 18,50 Euro bzw. 4,6 % niedriger. Seit Anfang August (376,50 Euro) sind die Rapspreise allerdings wieder um 7,50 Euro gestiegen. Das Preisniveau vom Vorjahr (331 Euro) wird am europäischen Terminmarkt derzeit sogar um 53,0 Euro bzw. 16 % übertroffen.
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Kassapreise für Raps steigen kräftig
Am deutschen Kassamarkt sind die Rapspreise im Verluf der vorigen Woche um etwa 10 gestiegen und legen auch zum Beginn der neuen Woche weiter zu. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Montag (10.08) für den Augusttermin am Großmarkt Hamburg bei 377 Euro (Vw. 365 Euro) und in Mannheim bei 387 Euro/t (Vw: 375 Euro). Das waren 10 bis 12 Euro höhere Preise als vor einer Woche. Vom Mittelandkanal meldet man zum Wochenbeginn Preise von 376 Euro (Vw: 364 Euro) und damit ebenfalls 12 Euro höhere Preise.
 
Für den Novembertermin wurden im deutschen Großhandel am Montag (10.08) Preise von 386 Euro (MLK) bis 397 Euro (MH) notiert (Vw. 380 Euro bis 390 Euro) und damit zwischen 6 bis 7 Euro höhere Preise als vor einer Woche. Gleichzeitig handelt man den November rund 10 Euro über dem Niveau vom August.
In Frankreich bewegten sich die aktuellen Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (10.08) für die neue Ernte bei 385 Euro.
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Sojapreise besonders für vordere Ware gestiegen
Am Montag Vormittag (MEZ) lagen die vorderen Sojapreise (September) 0,9 % im Plus bei 984,2 Cent je Buschel (329,6 Euro). Am vorigen Freitag (07.08) war die Sojabohne (September) bereits um 2,0 % auf 975,4 Cent je Buschel (346 Euro/t) gestiegen. Die neue Ernte (November) notierte am Freitag ebenfalls 2,1 % höher bei 963,2 Cent je Buschel (322,5 Euro/t).
 
Die Preisforderungen  an den Exporthäfen der USA sind vor allem für die vordere Ware kräftig gestiegen. Am vorigen Freitag (07.08) lagen die Exportpreise für US-Soja am US-Golf (fob) für die Verladung im August bei knapp 402 USD/t. Für den Zeitraum September bis Oktober lagen die Preise bei 387 bis 389 USD/t. Die Preisforderungen für die neue US-Ernte (November) lagen am bei 389 USD/t und damit 13 USD niedriger als für die aktuell gehandelten Sojabohnen (August).
 
Dr. Olaf Zinke
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