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Analyse

Rapspreise diese Woche drastisch gefallen

von , am
30.01.2015

Die Rapsreise haben in nur wenigen Tagen 5 % Prozent verloren und sind am Terminmarkt am Mittwoch sogar unter 340 Euro/t gefallen.

Der Raps hat seine Aufwärtstendenz an der Matif gestern fortgesetzt. © hapo/landpixel
 
Die Rapspreise haben in nur wenigen Tagen 5 % Prozent verloren und sind am Mittwoch (28.01) sogar unter 340 Euro/t gefallen. Das war der niedrigste Rapspreis seit Anfang Dezember. Auch die Rapsölpreise sind in  Europa innerhalb einer Woche um rund 4 % zurückgegangen. Dabei wurde die scharfe Preiskorrektur bei Raps diesmal nicht von fallenden Sojakursen in den USA ausgelöst. Diese konnten sich trotz anhaltender Schwäche im Vergleich zum Raps sogar ganz gut behaupten, wofür offenbar vor allem die starke Schrotnachfrage in den USA und am Weltmarkt verantwortlich ist.
 
Für die nächsten Wochen gehen die meisten Analysten von einer weiteren Preiskorrektur am US-Sojamarkt aus und damit auch von weiterem Preisdruck am Rapsmarkt. (Das USDA erwartet für 2015 sogar Sojapreise von weniger als 850 Ct je Buschel (derzeit 970 Ct) und damit einen Preisrückgang von etwa 13 %) Grund für diese Korrektur ist die näher rückende Sojaernte in Südamerika, die sowohl in Brasilien als auch in Argentinien weiterhin auf Rekordniveau erwartet wird und in den nächsten Wochen ausschlaggebend für das Preisniveau an den globalen Märkten für Soja und Sojaschrot/-öl (und Mais) sein wird und auch die Richtung der übrigen Ölsaatenpreise bestimmt.
 
Rapspreise fallen in einer Woche um 14 Euro
Die Rapsreise sind diese Woche besonders kräftig gefallen. Seit dem letzten Freitag (23.01) haben die europäischen Rapspreise am Terminmarkt rund 14,50 Euro bzw. 5,0 % verloren und sind zudem unter die 340-Euro-Marke (!!) gerutscht. Das war der niedrigste Rapspreis seit Anfang Dezember. Der Februartermin für den Raps beendete den Handel am Mittwoch bei 339 Euro/t und damit 7,25 Euro bzw 2,1 % niedriger als am Vortag (346,25 Euro). Der Maikontrakt wurde mit 343,50 Euro notiert und damit 8,0 Euro niedriger als am Vortag (351,50 Euro) und der August (neue Ernte) kostete 341,25 Euro und damit 7,50 Euro weniger als am Vortag (348,75 Euro). Gleichzeitig kostet die neue Rapsernte (August) 2,25 Euro mehr als der aktuelle Februar-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (348,50 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 9,50 Euro niedriger. Am Donnerstag beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Raps mit einem Aufschlag von 3,50 Euro bei 342,50 Euro/t. Die hinteren Termine legen etwas weniger deutlich zu.
 
Rapspreise am Kassamarkt unter 350 Euro
Am deutschen und europäischen Kassamarkt haben die Rapsreise diese Woche ebenfalls kräftig nachgeben. Am Donnerstag (28.01) lagen die Preismeldungen (Februar) im deutschen Großhandel an den Großmärkten in Hamburg und Mannheim zwischen 346 Euro und 347 Euro (Vw. 361 Euro und 362 Euro) und am Mittelandkanal bei 347 Euro (Vw. 359 Euro) und damit 12 bis 15 Euro niedriger als am Montag dieser Woche. Für die Anlieferung im Mai 2015 wurden an den drei Handelsplätzen Rapspreise zwischen 346 Euro bis 350 Euro geboten (Mo.: 354 bis 365 Euro). Für den Raps der neuen Ernte (August) wurden aktuell 338 Euro (MLK) bis 341 Euro (MH) geboten (Mo: 347 bis 354 Euro). In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Donnerstag (29.01) bei 348 Euro und damit 14 Euro niedriger als zum Beginn der Woche (Mo. 362 Euro).
 
Sojapreise am Terminmarkt und im Export behauptet
Die Sojapreise haben in den USA  deise Woche nur wenig nachgegeben. Der Märzkontrakt ging am Mittwoch (28.01) mit knapp 315 Euro/t (970,2 Ct/bu) aus dem Handel. Seit Montag sind die Sojapreise (in USD) in Chicago damit um 1,7 % zurückgegangen. Der Maikontrakt notierte bei 318 Euro (977,2 Ct/bu) und der Juli bei knapp 320 Euro/t (983 Ct/bu). Am Donnerstag Nachmittag (MEZ) liegen die Sojabohnen am Terminmarkt in Chicago leicht im Minus. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Mittwoch (28.01) für die Verladung im Januar 392,5 USD/t (347 Euro/t) und für den März 388 USD/t (343 Euro) und damit 2 USD weniger als zum Beginn der Woche.
 
Dr. Olaf Zinke
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