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Analyse

Rapspreise erneut unter Druck, Soja seitwärts

von , am
13.10.2014

Die Rapspreise haben im Verlauf der letzten Woche nachgegeben und starten auch in die neue Woche schwach.

Der Raps legte am Freitag ganze 5,50 Euro je Tonne an der Matif zu und schloss knapp unter 370 Euro. © Mühlhausen/landpixel
Die Rapspreise haben in Europa im Verlauf der letzten Woche nachgegeben und starten auch in die neue Woche schwach. Am letzten Freitag kostete Raps am europäischen Terminmarkt noch 324 Euro, nachdem die Rapspreise Mitte letzter Woche bis auf 332 Euro gestiegen waren. (Das waren die höchsten Rapspreise seit Ende Juli). Auch am Kassamarkt mussten die Rapspreise im Wochenverlauf Federn lassen. Die Sojapreise schwankten letzte Woche erneut kräftig. Die Daten aus dem neuen USDA-Report drückten die Kurse dann am Freitag um gut 2 % nach unten. Am Ende waren die Preise im Wochenvergleich jedoch nur wenig verändert. Am US-Kassamarkt hat sich der Abstand zu den Terminpreisen zuletzt deutlich verkürzt.
 
USDA-Report bestätigt Ernteprognosen
Im neuen USDA-Report verfehlte das USDA bei Sojabohnen mit einer nur leicht nach oben gesetzten Produktionsschätzung für die riesige neue US-Rekordernte die sehr hohen Erwartungen der Analysten. Dennoch wächst die Ernte (das Angebot) sowohl in den USA als auch weltweit weiter und lässt den Preisen wenig Luft nach oben. Unverändert blieben die sehr hohen Ernteprognosen für die Sojaernte in Brasilien und Argentinien. Die Endbestände bei Sojabohnen in den USA wachsen etwas weniger kräftig als zuvor von den Analysten erwartet wurde. Die globalen End-Bestände wurden hingegen im Rahmen der Erwartungen weiter nach oben korrigiert. Bei Raps korrigierte das USDA die kanadische Ernte leicht nach unten und die europäischen Ernte von 23,4 Mio. t auf 23,5 Mio. t ganz leicht nach oben. Unverändert blieb die Produktion für China und Indien. Die weltenweiten Rapsbestände bleiben auf Rekordniveau.
 
Rapspreise geben Gewinne wieder ab
Die Rapspreise sind am europäischen Terminmarkt in der letzten Woche bis auf 332 Euro/t gestiegen, gerieten dann jedoch in der zweiten Wochenhälfte wieder kräftig unter Druck. Am Ende der Woche (10.10.) beendete der Novemberkontrakt den Handel bei 324 Euro. Das war 1,0 Euro mehr als am Freitag der Vorwoche (325 Euro/t). Der Februartermin notierte am Freitag (10.10) bei 328,50 Euro/t und damit 1,0 Euro billiger als in der Vorwoche (Vw: 329,50 Euro/t). Am Montag (13.10) bewegen sich die Rapspreise am europäischen Terminmarkt weiter kräftig nach unten und lagen für den November um 13:00 Uhr bei 321 Euro und damit 3 Euro niedriger als am Freitag. Im Vergleich zu den Preisen vom 14. Oktober 2013 (370 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt 46 Euro oder 12 % niedriger.
 
Rapspreis am Kassamarkt kräftig gefallen
Die Kassapreise für Raps lagen am Ende der letzten Woche ebenfalls deutlich niedriger als in der Woche zuvor und dürften wohl auch zum Wochenbeginn weiter nachgeben. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen (Oktober) am Freitags (10.10) an den Großmärkten in Hamburg und Mannheim zwischen 321 bis 324 Euro (Vw. 329 bis 330 Euro) und am Mittelandkanal bei 313 Euro (Vw. 321 Euro) und damit etwa 6 bis 8 Euro niedriger als in der Vorwoche. Für die Anlieferung im Dezember wurden an den genannten drei Handelsplätzten Preise zwischen 324 bis 329 Euro geboten und damit 4 bis 7 Euro weniger als letzte Woche (Vw. 328 bis 336 Euro). In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Freitag (10.10) bei 323 Euro und damit ähnlich hoch wie vor einer Woche (322 Euro).
 
Sojapreise schwanken weiter
Die Sojapreise haben in der letzten Woche am US-Terminmarkt erneut kräftig geschwankt, blieben im Wochenvergleich fast unverändert. Gleichzeitig ist der Preisabstand zwischen Kassamarkt (265 Euro) und Terminmarkt  wieder kleiner geworden. Der Novembertermin kostete am Freitag (10.10.) 268 Euro (922,4 Ct/bu) und damit in Euro rund 1 Euro mehr als am Freitag vor einer Woche mit 266,7 Euro/t (912,2 Ct/bu). Der Januarkontrakt ging am vergangenen Freitag (10.10) mit knapp 269 Euro/t (930,4 Ct/bu) aus dem Handel und der März mit 272 Euro (938,6 Ct/bu) Im Vergleich zu den Preisen vom 14. Oktober 2013 (337 Euro) sind die Sojapreise am Terminmarkt derzeit 69 Euro oder 20 % niedriger. Am heutigen Montag (13.10) starten die US-Sojapreise mit seitwärts in den Handel.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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