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Analyse

Rapspreise geraten unter Druck, Sojapreise behauptet

von , am
27.04.2015

Die Rapspreise sind am Ende der vorigen Woche unter Druck geraten, können sich zum Beginn der neuen Woche jedoch wieder behaupten.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Rapspreise sind am Ende der vorigen Woche unter Druck geraten, können sich zum Beginn der neuen Woche jedoch wieder behaupten. Vor allem die neue Ernte musste am europäischen Terminmarkt kräftig Federn lassen. Am deutschen Kassamarkt standen die Rapspreise am Ende der vorigen Woche ebenfalls unter Druck, konnten sich zum Wochenbeginn jedoch ebenfalls behaupten. Dabei kommt vom Sojamarkt zum Beginn der neuen Woche  Unterstützung, denn die Sojapreise bewegen sich am Terminmarkt am Montag Mittag seitwärts. Die Ernteprognosen aus Südamerika bleiben jedoch hoch und lassen wenig Spielraum für eine Preiserholung.
 
Ernte in Brasilien am Ende, weniger Raps in Kanada
In Argentinien war die Sojaernte bis zum Ende der letzten Woche zu etwa 46 % eingebracht, im Vergleich zu knapp 33 % in der Woche zuvor. Die argentinische Getreidebörse in Buenos Aires schätzte die argentinische Sojaernte weiterhin auf 58,5 Mio. t (Vj: 54 Mio. t). Sojaernte in Brasilen war Ende der letzten Woche zu 90 % eingebracht und der Druck auf die südamerikanischen Exportpreise dürfte zunehmen. Die jüngsten Streiks der brasilianischen Transportarbeiter (LKW-Fahrer) dürften kaum noch Einfluss auf die Preise und der Vermarktung haben.
In Kanada liegt die erwartete Sojafläche für die Ernte 2015 bei 2,17 Mio. ha und ist damit kleiner als die bisherige Rekordfläche aus 2014 mit 2,25 Mio. ha. Die kanadische Rapsfläche wird für die Ernte 2015 bei 7,86 Mio. ha erwartet und damit deutlich kleiner als im Jahr 2014 mit 8,23 Mio. und die kleinste Canolafläche seit 4 Jahren (2011).
 
Rapspreise zum Wochenbeginn wieder fester
Am Montag Nachmittag liegen die Rapspreise am europäischen Terminmarkt 1,0 Euro im Plus bei 376,50 Euro und die neue Ernte kostet wieder 361,25 Euro und damit 1,25 Euro mehr. Am vorigen Freitag haben die Rapspreise am europäischen Terminmarkt ganz besonders für die hinteren Termine (neue Ernte) nachgegeben. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag bei 375,50 Euro/t und damit 3,0 Euro bzw. 0,8 % niedriger als am Vortag (378,50 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (374,0 Euro) sind die Preise an der MATIF immer noch 0,4 % bzw. 1,50 Euro höher.
Die neue Ernte (August) kostete am Freitag 359,75 Euro und damit 5,00 Euro weniger als am Vortag (364,75 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (361,25 Euro) sind die Preise an der MATIF rund 0,4 % bzw. 1,50 Euro niedriger. Der Novemberkontrakt wurde am Freitag mit 360,25 sogar 6,25 Euro sogar niedriger gehandelt als am Vortag (366,25). Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 15,75 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (363,75 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 11,75 Euro höher.
 
Rapspreise am Kassamarkt etwas schwächer
Am deutschen Kassamarkt haben die Rapspreise am Ende der vorigen Woche etwas nachgegeben, können sich zum Wochenbeginn jedoch knapp behaupten. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Montag (27.04) an den Großmärkten Hamburg und Mannheim zwischen 370 Euro und 377 Euro (Vw. 372 Euro und 380 Euro). Das waren 2 bis 3 Euro niedrigere Preise als am Montag der Vorwoche. Für den Raps der neuen Ernte (August) wurden am Montag Preise von 354 Euro (MLK) bis 360 Euro (MH) geboten (Vw. 354 Euro und 363 Euro) und damit ebenfalls etwas niedrigere Preise. Gleichzeitig handelt man die neue Ernte 16 bis 17 Euro unter dem Niveau der aktuellen Preise. In Frankreich bewegten sich die aktuellen Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (27.04) bei 379 Euro und waren damit fast unverändert (Vw: 378 Euro).
 
Exportpreise für Sojabohnen unverändert
Die Sojabohne (Maikontrakt) startet am Montag seitwärts in den Handel und notiert Mittags (MEZ) bei 970,2 Ct (332 Euro). Am vorigen Freitag hat die Sojabohne (Maikontrakt) in Chicago um 0,9 % auf 969,6 Ct je Buschel (327,7 Euro/t) nachgegeben. Im Wochenvergleich haben sich die Sojapreise in Chicago jedoch fast nicht verändert. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Freitag (24.04) für die Verladung im April knapp 388 USD/t (356 Euro/t) und für den Mai 386 USD/t (355 Euro) und damit eben so viel wie als letzte Woche. Südamerikanische Sojabohnen wurden an den dortigen Exporthäfen für den Mai im Schnitt für 368 USD/t angeboten und genau so teurer wie in der Vorwoche, jedoch 20 USD billiger als die Ware aus den USA.
 
US-Sojaexporte schwächen sich ab
Die US-Exportverkäufe von Sojabohnen und Schrot sind in der letzten Woche zurückgegangen. Bei Sojabohnen lag die Netto-Verkaufsmenge für das aktuelle Wirtschaftsjahr bei 102.100 t (Vw: 312.600 t). Weitere 8.100 t (Vw: 226.200 t) wurden zudem aus der neuen Ernte 2015 verkauft. Bei Sojaschrot meldete man Nettoverkäufe von 107.400 t (Vw: 130.400 t). Insgesamt haben die USA damit bis zum aktuellen Termin rund 48,64 Mio. t Sojabohnen ins Ausland verkauft. Im vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 lag die (bereits sehr hohe) US-Ausfuhrmenge zum aktuellen Termin bei 44,6 Mio. t . Sojaschrot wurden bislang 10,0 Mio. t ins Ausland verkauft. Im vorigen Wirtschaftsjahr waren es zu diesem Termin 8,9 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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